Mittelsachsens Schiedsrichter gehen selbst auf Torejagd

Bei einem Turnier der Unparteiischen sind die Referees des Kreisverbandes Fußball auf Platz 6 gelandet. Allerdings sinkt die Zahl der Schiris im Kreis.

Freiberg.

Obwohl es für die mittelsächsischen Fußball-Schiedsrichter beim Turnier der sächsischen Unparteiischen sportlich nicht ganz nach Wunsch gelaufen ist, sei das Turnier mit den anderen Verbänden ein schöner Jahresabschluss gewesen, sagt Christopher Fiebig. Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses beim Kreisverband Fußball (KVF) Mittelsachsen stand in Wilkau-Haßlau selbst auf dem Feld. "Allerdings hatten wir eine starke Gruppe erwischt, sodass es mit dem Halbfinale leider nichts wurde."

Mit einem Sieg in der Vorrunde - das aber gegen den späteren Turniersieger aus Chemnitz - blieb nur die Platzierungsrunde. Dort gewannen die Mittelsachsen gegen die Schiedsrichter aus Westsachsen und wurden Sechste. "Wir haben sogar extra eine Trainingseinheit in Brand-Erbisdorf absolviert. Der Großteil der Schiedsrichter war ja früher selbst Fußballer", sagt Fiebig. Zudem gehen die Schiedsrichter der Kreisverbände neben dem Hallenturnier in Wilkau-Haßlau noch ein weiteres Mal im Jahr. "Im Sommer findet ein Turnier in Annaberg-Buchholz unter freiem Himmel statt", sagt der Fiebig. Der Burgstädter ist wie Poul Kaminski von der SG Striegistal vom Sächsischen Fußballverband 2018/19 für die Landesliga eingestuft worden und gehört damit zu den ranghöchsten Unparteiischen in Mittelsachsen. Christian Schlömann aus Brand-Erbisdorf leitet sogar in Oberliga-Partien.

Dennoch weiß Fiebig, dass der Kreisverband in Mittelsachsen in Sachen Schiedsrichtern nicht so gut aufgestellt ist. "In den Hochzeiten - vor allem wenn viele Hallenturniere parallel laufen - geht es personell schon sehr eng zu", so der 27-Jährige. "Vor einigen Jahren waren wir noch 190 Schiedsrichter, jetzt nur noch 165." Vor allem aus beruflichen Gründen hätten viele Unparteiische aufgehört oder sich einem anderen Verband angeschlossen. In den Männer-Kreisligen und Kreisklassen gibt es bei Punktspielen keine Gespanne. Die Assistenten müssen die jeweiligen Heimvereine stellen. "Wenn junge Schiedsrichter da allein pfeifen müssen, kann es schon passieren, dass sie den Spaß an der Aufgabe verlieren", sagt Fiebig, der vier Jahre auch Schiedsrichterlehrwart in Mittelsachsen war. "Bei den Lehrgängen sind manchmal viele neue Interessenten dabei. Wichtig ist jedoch, dass sie den Weg an der Pfeife kontinuierlich mitgehen."

In der Mittelsachsenliga tauschen sich die benachbarten Kreisverbände mit Referees aus. Bei der Erfüllung des Schiedsrichtersolls sind höherklassig spielende Vereine besonders gefordert: "Germania Mittweida muss für seine Sachsenliga-Mannschaft drei Schiedsrichter stellen und hat dazu noch drei Jugendteams in der Landesklasse."

Platzierungen Schiedsrichterturnier: 1. KVF Chemnitz, 2. KVF Vogtland, 3. KVF Stollberg, 4. KFV Zwickau, 5. KVF Annaberg, 6. KFV Mittelsachsen, 7. KFV Westsachsen

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