Paukenschlag beim Finale

Luca Fischeder und Edward Hübner haben bei den letzten Läufen zur Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Am Ende landeten beide auf dem Podium.

Geringswalde/Penig.

Die beiden mittelsächsischen Enduro-Piloten Edward Hübner und Luca Fischeder haben beim 5. und 6. Saisonlauf der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft in Rüdersdorf bei Berlin unterstrichen, dass sie zu den absolut besten Geländefahrern Deutschlands zählen - vor allem, wenn die Bedingungen so richtig hart und anspruchsvoll werden. Am Ende durften sich beide über Podestplätze freuen.

Heftige Regenfälle im Vorfeld ließen die Strecke rund um den Museumspark zu einer Schlammpiste werden. Schon das obligatorische Ablaufen der Sonderprüfungen auf der rutschigen Areal gestaltete sich schwierig für die Fahrer, zumal beide Tests viele Auf- und Abfahrten in unterschiedlichsten Längen und Steigungen enthielten. "Im Extrem-Test waren es 16Stück", sagt Luca Fischeder, der zusammen mit seinem Sherco-Teamkollegen Hamish Macdonald den Parcours ganz genau in Augenschein nahm. Der Neuseeländer ist in dieser Saison das Nonplusultra in der Meisterschaft und hat bisher alle Läufe gewonnen. "Es ist schon ein riesiger Vorteil, mit so einem starken Fahrer gemeinsam die Prüfungen abzulaufen und sich über die beste Spurenwahl auszutauschen", freut sich der Geringswalder, dessen akribische Vorbereitung sich noch auszahlen sollte.

Tatsächlich startete der 21-Jährige perfekt und markierte in den ersten beiden Sonderprüfungen die Bestzeit. "Doch in der dritten Runde war ich etwas zu übermotiviert. Ich wollte zu viel, bin prompt von der Ideallinie abgekommen und einen Abhang hinunter ins Unterholz gerutscht", blickt er zurück. "Somit musste ich die Auffahrt noch einmal komplett anfahren." Das war die Chance für Edward Hübner, auf den Youngster aufzuschließen. Der Peniger hatte eine Runde zuvor durch einen Sturz an einer schlammigen Steilauffahrt selbst viel Zeit verloren. "Das war ein dummer, vermeidbarer Fehler", hadert der 32-Jährige, "das Motorrad konnte ich gerade so über die Kante schnippen lassen, nur dass ich eben auf dem Hang lag". Mit Wut im Bauch fuhr der Peniger fortan auf Attacke und kam am Ende noch bis auf eine Sekunde an Fischeder heran, der hinter Hamish Macdonald und Dennis Schröter aus Crinitz Dritter wurde.

Der zweite Tag gestaltete sich noch anspruchsvoller. Die Strecke war extrem zerfahren und mit tiefen Rinnen durchzogen. Zudem setzte wieder Regen ein. Doch die beiden Mittelsachsen ließen sich davon nicht einschüchtern. Erst ein erneuter Sturz, der bei diesen Bedingungen jedem Fahrer einmal passierte, brachte Hübner aus dem Tritt. "Ich bin bei einem querliegenden Baumstamm böse abgeschmiert. Danach war es mir in den nächsten Kurven nicht mehr ganz so gut", berichtet der KTM-Fahrer, der dennoch mit Rang 3 im klassenübergreifenden Championat wieder für ein dickes Ausrufezeichen sorgte. Lediglich Hamish Macdonald, der ungeschlagen Meister wurde, und Luca Fischeder musste er sich geschlagen geben. Der wiederum jubelte über sein bisher bestes Ergebnis seiner Karriere. "Platz 2 ist der Hammer, ich bin super zufrieden", strahlt er über das ganze Gesicht. Dem Geringswalder gelang damit in der Endabrechnung der Championatswertung noch der Sprung auf das Podium. "Das ist natürlich das i-Tüpfelchen eines grandiosen Wochenendes." In der Deutschen Enduro-Meisterschaft E2 sicherte sich Luca Fischeder Platz 2, während Edward Hübner Dritter wurde. Der Sieg ging an Titelverteidiger Davide von Zitzewitz aus Karlshof.

Damit ist die Enduro-Saison 2020 für beide Mittelsachsen beendet. Edward Hübner wollte ursprünglich noch in den kommenden beiden Wochen an den WM-Läufen in Portugal teilnehmen, entschied sich aber dagegen. "Mir blutet das Herz. Aber auf Grund der allgemeinen Situation durch Corona und den damit verbundenen Einschränkungen ist alles viel zu unsicher", erklärt der WM-Neunte der Klasse E2.

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