Plan der Dachse geht nicht auf

Die HSG Freiberg muss in der Handball-Oberliga bei der HG Köthen eine klare Niederlage quittieren. Gestern fehlte dann ein Quäntchen Glück.

Freiberg.

Die Handballer der HSG Freiberg sind mit einer Niederlage ins Saisonfinale der Mitteldeutschen Oberliga gestartet. Zum Auftakt einer ungewöhnlichen "englischen" Woche mit drei Spielen innerhalb von acht Tagen mussten die HSG-Männer am Sonnabend beim Vorjahresmeister HG 85 Köthen antreten und am Ende eine 29:35-Niederlage quittieren.

Trotz weiterer personeller Ausfälle (Kevin Elsässer hatte sich in der Trainingswoche einen Finger gebrochen) wollte die Mannschaft erstmals in Köthen punkten und setzte das Vorhaben zunächst auch in die Tat um. Nach dem 1:0, das Nico Werner per Siebenmeter erzielte, dominierten die seit acht Spielen ungeschlagenen Freiberger das Spielgeschehen. Als die Heimmannschaft in der 17. Minute beim Stand von 7:9 eine Auszeit nahm, erhielt das Freiberger Spiel aber tatsächlich einen Bruch. So musste nur vier Minuten später auch HSG-Trainer Anel Mahmutefendic seine Spieler zur Neujustierung bitten. Die Freiberger hatten ihre Führung beim 10:11 erstmals abgegeben und konnten sie auch nie mehr zurückerobern.

Die Gastgeber zogen erfolgreich ihr schnelles Gegenstoßspiel auf und trafen immer wieder. Dagegen scheiterten die Freiberger mehrmals völlig frei am gut aufgelegten Torhüter der Anhaltiner. Zumindest nutzte Nico Werner alle Siebenmeter und glänzte vom "Punkt" mit einer hundertprozentigen Quote. Beim Stand von 18:16 für Köthen wurden die Seiten gewechselt.

In der 2. Halbzeit war es erneut Werner, der nach viereinhalb Minuten per Siebenmeter den ersten Treffer der HSG erzielte (17:19). Als der Rückstand auf drei Tore wuchs (20:23/40.), nahm Mahmutefendic seine Männer wieder an die Seitenlinie und änderte Kleinigkeiten in der Taktik. Nur drei Minuten später gelang Björn Richter der 23:24-Anschluss. In der Hoffnung, das Spiel nun drehen zu können, setzte der Freiberger Chefcoach nun alles auf eine Karte und agierte mit einem siebenten Feldspieler. Der Plan ging allerdings daneben. Köthen kam zu leichten Treffern und zog auf 29:24 (49.) davon. Obwohl die Gastgeber in den letzten neun Spielminuten noch drei Zeitstrafen erhielten, konnten die Freiberger aus der Überzahl kein Kapital schlagen.

Niklas Lehnert, 17-jähriges Rückraumtalent aus dem Dachse-Nachwuchs, durfte in den Schlussminuten erstmals Oberligaluft schnuppern. Björn Richter sorgte mit drei Treffern für etwas Ergebniskosmetik, ehe der erfolgreichste Freiberger, Nico Werner, mit seinem 13. und 14. Tor die beiden letzten Gästetreffer verbuchte. Mit 29:35 mussten sich die Freiberger beim Vorjahresmeister geschlagen geben, der auch das Hinspiel in Freiberg knapp gewonnen hatte. Damit rutschte die HSG zunächst zurück auf Platz 8 der Tabelle, bleibt aber nach wie vor zweitbeste Rückrundenmannschaft.

Gestern Abend haben die HSG-Dachse dann nur knapp eine Überraschung verpasst. Im zweiten Auswärtsspiel des Wochenendes mussten die Freiberger beim neuen Meister und feststehenden Drittliga-Aufsteiger HSV Bad Blankenburg eine 23:25 (12:11)-Niederlage hinnehmen. Zur Pause hatten die Gäste knapp geführt und lagen zehn Minuten vor Schluss sogar 21:18 (49.) in Front. Wie schon im Hinspiel (23:26) drehten die erfahrenen Thüringer aber in den Schlussminuten noch das Spiel. In der 56. Minute glich der HSV beim 22:22 erstmals wieder aus und sicherte sich dann den knappen Sieg.

Statistik HSG: Kowalczyk (1.-26. und 40.-60.), Hensel (27.-39.); Wunderwald (2), Lange (n. e.), Lehmann (2), Schettler (1), Neumann (3), Richter (5), Deli (2), Lehnert, Junghanns (n. e.), Cingel, Tieken, Werner (14/7)

Zeitstrafen: HSG 2; Köthen 6 min - Siebenmeter: HSG 7/7; Köthen 2/2 - Schiedsrichter: Bierhals/Priesing (HV Sachsen-Anhalt) - Zuschauer: 250.

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