Rekordjäger will am Ball bleiben

Michael Mühlberg sticht mit bisher 36 Saisontoren bei den erfolgreichen Kreisklasse-Fußballern in Niederwiesa heraus. Nach dem Aufstieg will er in der Kreisliga treffen.

Niederwiesa.

Wenn in einer Fußball-Liga der souveräne Tabellenführer gegen das abgeschlagene Schlusslicht antritt, sind die Rollen schon vor dem Anpfiff eindeutig verteilt. Noch klarer dürften die Fronten getrennt sein, wenn der SVGrün-Weiß Niederwiesa in der 1.Kreisklasse am kommenden Sonntag beim SV Wacker Auerswalde II aufläuft. Denn die Grün-Weißen haben bisher alle 18 Punktspiele der Saison gewonnen und sich dabei ein Torverhältnis von 105:7 herausgespielt. Auerswalde brachte es in ebenfalls 18 Spielen gerade mal auf drei Zähler sowie 17:100 Tore.

Und die Ankündigung des Niederwiesaer Trainers Stefan Gerlach dürfte in den Ohren der Wacker-Kicker wie eine Drohung klingen. "Wir haben in dieser Saison noch zwei Spiele. Auch diese wollen wir gewinnen und unbedingt versuchen, die Serie ohne Punktverlust zu beenden", sagt der Coach. Im jüngsten Training machten die Spieler des Tabellenführers deutlich, dass sie die Äußerung ihres Übungsleiters sehr ernst nehmen. Denn die Anzahl der teilnehmenden Akteure belief sich im zweistelligen Bereich. "Das ist bei uns aber keine Ausnahme, sondern die Regel", versichert Co-Trainer Alexander Dietrich. Auf der Suche nach dem Erfolgs-Rezept muss Dietrich nicht lange überlegen. "Wir sind auch außerhalb des Sportplatzes Freunde und haben keine Egoisten in der Truppe."

Dazu gehört auch Michael Mühlberg, auf dessen Konto mit 36 ein Drittel aller erzielten Niederwiesaer Tore geht. Deshalb die Saison jetzt locker ausklingen zu lassen, kommt für den 36-Jährigen aber nicht in Frage. "Ich möchte gern noch die Marke von 40 Treffern knacken", hat der Torjäger, der mit dem Fußball einst in Hainichen begann, noch längst nicht genug. 36 Buden in einer Saison erzielte er schon einmal in der Jugend von Hainichen. "Damals brauchte ich dafür aber nur eine Halbserie. So wurde der Landestrainer Manfred Kupferschmied auf mich aufmerksam und nahm mich als 14-Jährigen mit zum Chemnitzer FC", erinnert sich Mühlberg. Dort durchlief er zwischen 1997 und 2007 die Nachwuchsabteilung der Himmelblauen und spielte dann in der 2. Mannschaft in der Oberliga. Arbeitsbedingt war dann für ihn in Chemnitz Feierabend, es schlossen sich drei Jahre beim BSC Freiberg an, bevor es für den Spieler dann bei Eintracht Erdmannsdorf/Augustusburg weiter ging. Dort kickte er zuletzt auch mit seinem heutigen Trainer Stefan Gerlach.

Zu diesem Zeitpunkt lag der Niederwiesaer Männerfußball gerade am Boden, es gab keine Mannschaft mehr. Doch das änderte sich zügig. Mittlerweile trägt Mühlberg die zweite Saison das Trikot der Grün- Weißen und denkt auch nicht daran, es so schnell wieder auszuziehen. "Ich fühle mich fitter als so mancher junger Spieler und will aktiv am Ball bleiben. Die Altherrenmannschaft muss auf mich also noch warten", lacht der Torschütze vom Dienst. Er sieht in der aktuellen Niederwiesaer Mannschaft ein perfekte Mischung aus Jung und Alt. "Auch die Spieler, auf der Auswechselbank sitzen, reißen sich in jeder Situation den Hintern auf", sagt Mühlberg. In der Vorsaison war Niederwiesa um einem Zähler am Aufstieg gescheitert, weil es zuvor 6 Punkte Abzug wegen permanenten Schiedsrichter-Unterbestandes aufgebrummt bekommen hatte. "Dank des Einsatzes der Familie Limbach, die gleich drei Referees stellt, konnten wir das Problem lösen", sagt Abteilungschef Sören Kaltofen. Dass die Mannschaft die Liga dann aber so deutlich dominieren würde, hätte er sich nicht erträumt. Schließlich peilt die Truppe noch einen Rekord an. Zum Saisonfinale am 22. Juni, wenn Grün-Weiß den Tabellendritten aus Langenleuba-Oberhain empfängt, hoffen die Kicker auf eine Zuschauerzahl jenseits der Hunderter-Marke. "Das haben wir in dieser Saison noch nicht geschafft."

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