Rückrunde bietet Spannung pur

Am Sonntag startet die Fußball-Mittelsachsenliga in die zweite Halbserie. Sowohl an der Tabellenspitze als auch im Keller ist noch alles offen.

Freiberg.

Die Fußballfreunde im Kreis können nach 103 Tagen Zwangspause aufatmen: Am Sonntag startet auch die Mittelsachsenliga als letzte der sächsischen Kreisoberligen in das Pflichtspieljahr 2019. Spannung ist garantiert, denn sowohl das Rennen um den Titel als auch der Abstiegskampf bieten Potenzial für Dramatik.

Dass es überhaupt zu so einer langen Pause gekommen ist, sei dem großen Einzugsgebiet der Mittelsachsenliga geschuldet, wie Haiko Stäbler, Staffelleiter des Kreisverbandes, berichtet. "In manchen Regionen hätte man auch schon ein, zwei Wochen früher anfangen können", so Stäbler. "Aber das Risiko ist zu groß, dass zum Beispiel die Vereine aus dem Erzgebirge da noch mit dem Wetter zu kämpfen haben." Die geringe Anzahl von lediglich zwei Nachholspielen zeige, dass die Entscheidung richtig war, sagt der Rochlitzer. Er freut sich auf den Start am Sonntag. "Vorn wird es wohl beim Zweikampf zwischen Großwaltersdorf und Lichtenberg bleiben. Die beiden Teams haben sich ja schon etwas abgesetzt." Auch wenn die Tabelle etwas anderes sage, punkte die Liga vor allem durch ihre Ausgeglichenheit, sagt Stäbler weiter. "Jeder kann gegen jeden bestehen."

Die Stimmung beim Tabellenzweiten Großwaltersdorf/Eppendorf ist vor dem Start positiv. "Wir haben eine gute Hinrunde gespielt, wollen diese Leistungen bestätigen und den SV Lichtenberg, den ich als Meisterschaftsfavoriten Nummer 1 sehe, etwas ärgern", sagt Trainer Robert Hohlfeld. Zwar sei der letzte Härtetest gegen den Tabellenführer der Mittelsachsenklasse, den Hainichener FV, ausgefallen. "Dennoch bin ich mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden", erklärt der Coach. In der Winterpause ist der Kader zusammen geblieben, Langzeitverletzte gibt es derzeit nicht zu beklagen. Am Sonntag steigt sein Team mit einem Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten FSV Motor Brand-Erbisdorf ein.

Im Tabellenkeller hängen mit dem BSC Freiberg II und Barkas Frankenberg auch zwei Mannschaften, die von manchen stärker eingeschätzt wurden. "Dass die da unten stehen, überrascht mich ein wenig", sagt Stäbler. "Barkas hat sich aber nach dem schwachen Start zuletzt wieder etwas stabilisiert." Doch das Feld der Teams, die einen Blick nach unten werfen sollten, ist groß. Der Abstand zwischen Schlusslicht Siebenlehner SV, der nach dem Sieg im Nachholspiel gegen Mulda wieder Hoffnung schöpft, und dem Fünften Mittweida II beträgt lediglich acht Punkte.

Entspannt kann dagegen der TSV Flöha in die Rückrunde gehen. "Wir haben gut trainiert, die Jungs haben sich bisher willig und zugleich pflegeleicht präsentiert", sagt der neue Trainer des TSV, Mirko Schwoy. Die Vorbereitungsspiele verliefen positiv. "Doch jetzt wird sich zeigen, ob wir auch in der Lage sind, so in der Liga aufzutreten", sagt Schwoy. Zwar gab es im Kader keine Veränderungen, dennoch sind mit Tom Göckeritz und Matthias Keller zwei Spieler derzeit angeschlagen.

Der Trainer des Oederaner SC Steffen Günther sieht vor dem Start keinerlei Grund, pessimistisch zu sein. "Ich bin mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden, die Stimmung in der Truppe ist gut. Es kann also losgehen", blickt er voraus. Auch beim OSC hat sich während der spielfreien Zeit das Personalkarussell nicht gedreht. Mit 19 Zählern rangieren die Oederaner auf dem 7.Platz. Sicherlich ist diese Bilanz nicht schlecht, aber sie sei auch kein Ruhekissen. Zum Punktspielstart empfängt die Günther-Elf den BSC Freiberg II.

Für die Rückrunde hält sich Haiko Stäbler ganz diplomatisch bedeckt. "Ich wünsche mir, dass die zweite Halbserie für alle Teams so läuft, wie sie es sich wünschen", so der Staffelleiter. "Natürlich freuen wir uns, wenn alle Spiele wie geplant ausgetragen werden können und sich niemand verletzt." Alles weitere werde man laut Stäbler spätestens am 22. Juni sehen. An diesem Tag ist der 26. und letzte Spieltag der Mittelsachsenliga 2018/2019 angesetzt.


Statistiken Mittelsachsenliga

Tore wie am Fließband fielen bislang in der höchsten Liga des Kreisverbandes. 4,1 Treffer bejubelten die Fans im Durchschnitt pro Partie, das ist der drittbeste Schnitt aller Kreisoberligen. Besonders treffsicher: Spitzenreiter Lichtenberg mit 46 Toren.

Die höchsten Siege feierte bislang der TSV Flöha. Kam Barkas Frankenberg am 3. Spieltag im Auenstadion mit 0:9 unter die Räder, wiederholte der TSV dieses Kunststück nur zwei Wochen später wieder zuhause gegen den SV Mulda.

Torjäger-Qualitäten bewies Tommy Uhlig von Motor Rochlitz. Er traf 16-mal, wird seinen Spitzenplatz aber nicht halten können. Denn Uhlig spielt mittlerweile für Germania Mittweida in der Landesliga.

Zuschauermagnet der Hinrunde war die Partie Großwaltersdorf/Eppendorf gegen Langenau. 201 Fans wollten das Derby sehen. Lediglich 10 Zuschauer konnte der BSC Freiberg II gegen Hartmannsdorf begrüßen.

Gern gesehene Gäste sind die Mannschaften aus Langhennersdorf, Mulda und Hartmannsdorf. Alle drei sind noch ohne Auswärtssieg, der HSV sogar noch ohne jeden Punkt auf fremden Rasen. Auswärts ungeschlagen ist dagegen der SV Lichtenberg. (frgu)

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