Schlammverschmiert zu Silber

Beim ersten Lauf des sächsischen Enduro- Jugend-Cups hatten starke Regenfälle die Nachwuchspiloten vor echte Herausforderungen gestellt. Ein junger Niederwiesaer fühlte sich dabei pudelwohl.

Niederwiesa.

Es hätte ein perfekter Saisoneinstand werden können. Insgesamt 74 Nachwuchs-Piloten sorgten beim ersten Lauf des Enduro-Jugend-Cups des ADAC Sachsen im nordsächsischen Kemmlitz für ein prall gefülltes Starterfeld. Doch teils heftiger Regen vor dem Start ließ das komplette Streckenareal binnen kürzester Zeit zu einem einzigen Schlammfeld werden. Zwar wurde die Einführungsrunde für die kleinen Klassen noch gestartet, doch bereits nach wenigen Metern wegen Unbefahrbarkeit der Strecke abgebrochen. Am Ende wurde nur die Sonderprüfung in der Wertung absolviert, die mit ihren kniffligen Auffahrten und Waldpassagen eine echte Herausforderung für den Enduro-Nachwuchs darstellte.

Während sich einige Fahrer mit den Bedingungen sichtlich schwer taten, blühten andere förmlich auf. Einer von ihnen war Jeremy Göthel aus Niederwiesa. "Klar waren die Bedingungen extrem schwierig und rutschig", gibt auch der Zwölfjährige zu. "Doch ich habe mich richtig wohlgefühlt." Ihm mache der Schlamm nichts aus, da er schon von klein auf auch bei schlechtem Wetter seine Trainingsrunden gedreht habe. Und da kommen, trotz seines Alters, schon eine ganze Menge zusammen, denn Jeremy Göthel ist bereits seit seinem vierten Lebensjahr motorsportlich aktiv. "Angefangen hat alles mit einem kleinen Quad", so der Niederwiesaer. Doch der vierrädrige Offroader wurde schnell gegen ein 50-ccm-Motocross-Motorrad getauscht und mit diesem erste Erfahrungen bei regionalen Bambi-Rennen gesammelt.

Im Enduro-Jugend-Cup ist Göthel ein Fahrer der ersten Stunde und hat bisher kein einziges Rennen verpasst. Nach zwei dritten Gesamträngen 2016 und 2017 in der 65-ccm-Klasse, wo er jeweils Platz 2 um Haaresbreite verpasse, erfolgte im Vorjahr der Umstieg in die Kategorie 85ccm B. Doch die Saison verlief nicht so wie erhofft. Podestplätze waren Fehlanzeige. Dennoch musste er als Gesamtachter für 2019 in die nächsthöhere Klasse 85 ccm A aufsteigen. Umso größer war die Freude, dass es beim Auftakt-Rennen in Kemmlitz gleich zum Silberplatz gereicht hat. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft", strahlt der junge Niederwiesaer über das ganze Gesicht, der sich damit sogar über eine kleine Aufbesserung seines Taschengeldes freuen durfte. "Ich habe mit Papa ausgemacht, wenn ich aufs Treppchen fahre, gibt es ein paar Euro", schmunzelt der Fahrer, der für den Off-Road Club Hilmersdorf startet.

Auch Lucien Weißwange aus Freiberg kam mit den Bedingungen bestens zurecht und wurde in der Klasse 85 ccm B ebenfalls Zweite, während der Augustusburger Niklas Gräßler in der stark besetzten 125er Kategorie Siebter wurde. Der Enduro-Jugend-Cup wird bereits in zwei Wochen in Dahlen fortgesetzt.

 

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