Skilangläufer in der Warteschleife

Auch der 97. Schwartenberg- und der 27. Spielzeugmacherlauf in Neuhausen fallen am Wochenende aus. Dafür sorgen die Kaderathleten überregional für gute Resultate.

Neuhausen/Sayda.

Die Skilangläufer können trotz der Schneefälle in dieser Woche nicht aufatmen. Der Verein Pulsschlag Neuhausen Erzgebirge hat jetzt seine für das Wochenende geplanten Traditionswettkämpfe vorerst absagen müssen. Sowohl der 97. Schwartenberg- als auch 27. Spielzeugmacherlauf müssen verlegt werden, sagt Mirko Eger vom Organisations-Team.

"Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht. Doch leider lassen unsere Strecken auf der Schwartenbergloipe keinen Skiwettkampf zu", sagt Eger. Der Neuschnee sei zu nass gewesen. Da der Boden nicht gefroren ist, haben sich Wasserpfützen gebildet: "Die Trasse ist aufgrund von Schlamm nicht befahrbar", erklärt der Pulsschlag-Funktionär. Die Wettervorhersage zeige leider keine großen Mengen Schnee an, die eine Ausrichtung der Wettkämpfe zulassen. Die Neuhausener wollen beide Rennen jedoch möglichst bis Mitte März nachholen, so Eger. "Wir wollen uns dabei aber nicht festlegen und schauen von Woche zu Woche."

Damit fand in diesem Winter noch kein einziger Langlaufwettkampf in der Region statt, schüttelt Toralf Richter vom Skiverband Sachsen den Kopf. Auch von den alten Skihasen könne sich niemand an so einen Winter erinnern, sagt der Skibezirksvorsitzende Osterzgebirge/Dresden. "Bis jetzt konnte ein einziger Wettkampf in Oberwiesenthal und ein Nachwuchswettkampf auf der Weltcupstrecke am Dresdner Elbufer durchgeführt werden." Alle anderen Veranstaltungen fielen aus. "Normalerweise finden ab Mitte November an jedem Wochenende mehrere Wettkämpfe statt", so Richter. Seit sechs Jahren bringe der Winter aber immer weniger Schnee ins Gebirge. Nicht nur die Wintersportbranche und der Tourismus leide darunter, sondern es breche auch viel Tradition weg. "Und der Nachwuchs bleibt den Skivereinen fern", sagt der frühere Regionaltrainer.

Zumindest mischen Talente aus Mittelachsen weiter bei überregionalen Wettkämpfen vorn mit. Beim DSV-Jugendcup und Deutschlandpokal in Oberstdorf lief Merle Richter vom SSV Sayda bei allen drei Rennen in die Top Ten: Nach Platz 10 im Freistil-Sprint kam die 18-Jährige über 5 km klassisch bei den Juniorinnen auf Platz 5, über 10 km Freistil wurde sie Sechste. In der Altersklasse U 18 lief Alexandra Dietze (Pulsschlag Neuhausen) zweimal auf Rang 13 ins Ziel, im Freistil-Massenstart wurde sie Elfte. Jacob Vogt (SG Holzhau) landete im Sprint der Herren auf Rang 11, Sprintspezialistin Anne Winkler (SSV Sayda) kam über 5 km klassisch auf Platz 7.

Trotz ihrer guten Ergebnisse bei dieser nationalen Jugendmeisterschaft hat Merle Richter kein Ticket für die Jugend-WM Ende Februar in Oberwiesenthal erhalten. Der DSV hat nur vier Startplätze - vier ältere Läuferinnen aus den Stützpunkten Oberwiesenthal, Oberhof sowie Bayern sind im Moment aber stärker als die Fachoberschülerin, die seit Herbst 2018 in Sonthofen trainiert. Schwester Julia Richter wurde dagegen vom Deutschen Skiverband für die Welttitelkämpfe der U 23 nominiert. Die Studentin der Uni Utah sucht nun Unterstützer, da sie die Kosten für den Flug und die Vorbereitung komplett selbst tragen muss. Allein die Flüge aus den USA kosten die 22-Jährige 1400 Euro.


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