Talente richten Blick nach oben

Der Leichtathletik-Nachwuchs des SV Turbine Frankenberg hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Das Erfolgsrezept liegt in der Geschwindigkeit.

Frankenberg.

Ausnahmsweise gönnen sich die Leichtathleten des SV Turbine Frankenberg in dieser Woche eine Auszeit. In der vergangenen nutzte der Nachwuchs die Sonnenstrahlen noch einmal für einige Trainingseinheiten an der frischen Luft, bevor in der kommenden Woche das Hallentraining startet. Die Vorbereitung auf die Hallensaison gehen die jungen Athleten mit viel Rückenwind an, denn in den zurückliegenden Monaten sammelten die Kinder und Jugendlichen zahlreiche Medaillen, Bestleistungen und Urkunden.

Für die größte Überraschung sorgte Adrienne Kunze, die in der Altersklasse W 10 im Mehrkampf die E-Kader-Norm des sächsischen Leichtathletikverbandes knackte. Bei der anschließend Talentüberprüfung schaffte die junge Athletin die nötigen Punkte für den E-Kader-Status. Hierbei wurden vielfältige Übungen abverlangt, nicht alle waren im Vorfeld bekannt. "Am anstrengendsten fand ich die Aufroller", berichtet Adrienne, die seit etwa vier Jahren Leichtathletik bei Turbine betreibt. Bei besagter Übung mussten die Kinder an der Sprossenwand hängend immer wieder die Beine über den Kopf schwingen - ein Härtetest für die Bauchmuskeln. Vor dem abschließenden Coopertest hatte Adrienne ein bisschen Bammel: "Ich wusste nicht, ob ich zwölf Minuten Vollgas durchhalte", sagt die Schülerin. Die Antwort kennt sie jetzt: So gut, dass sie nun in der Talentförderung aufgenommen ist.

Adrienne Kunze ist nur ein Beispiel für die konstante Leistungsentwicklung des Frankenberger Nachwuchses in diesem Jahr. "Wir haben den Schwerpunkt im Training auf die Entwicklung der Schnelligkeit gelegt. Das hat sich letztlich in vielen Disziplinen bemerkbar gemacht", erklärt Übungsleiterin Marita Heckendorf, die bei Turbine die Kinder bis 13 Jahre trainiert. Allein in der Mittelgruppe kommen 25Kinder regelmäßig zum Training, die Wettkämpfer trainieren dreimal in der Woche. "Da kann man dann auch mal etwas Spezielles üben", sagt Heckendorf.

Das Konzept ging auf. Bei den Kreis-Kinder- und Jugendspielen in Mittelsachsen holten die jungen Leichtathleten einen Großteil der insgesamt 29 Medaillen. Und auch im ehemaligen Regierungsbezirk Chemnitz gab es Edelmetall. Besonders gut präsentierte sich Lenny Näther, der erst ein Jahr bei Turbine trainiert. Eigentlich geht der zehnjährige Frankenberger zum Breakdance, in der Leichtathletik hat er ein weiteres erfolgreiches Hobby gefunden. Er wurde Regionalmeister im Hochsprung (1,23 m) und Zweiter im Sprint (7,99 s), dazu kamen Finalplatzierungen im Hürdenlauf und beim Weitsprung. Durch seinen Ehrgeiz konnte Lenny Näther seine Bestleistungen innerhalb kurzer Zeit erheblich steigern: Eine gute Auffassungsgabe und Ehrgeiz sind die wichtigsten Zutaten bei seinem Erfolgsrezept.

Die meisten Talente der Leichtathletik-Abteilung kommen aus der Frankenberger Astrid-Lindgren-Grundschule. Die Zusammenarbeit soll in den nächsten Jahren weiter wachsen. Dass mittlerweile so viele Kinder zum Training kommen hat den Vorteil, dass sich die Turbine-Sportler auch bei Staffeln und Teamwettbewerben beteiligen können. Im Rahmenprogramm der Landesmeisterschaften in Mittweida nahmen die Frankenberger am Staffelwettbewerb teil und erliefen als Dritte sogar ein Preisgeld. Der Jubel war groß - für die Gruppe sollen von dem Geld Trainingsmaterialien angeschafft werden. Lenny Näther, Amelie Brühl, Adrienne Kunze, Nelio Wolf, Polly Döhler, Emmy Ebert, Nevio Kehrwisch und Stella Möbius hatten bei der 8 x 50-m-Staffel eine schnelle Runde hingelegt.

Die flinken Füße präsentierten sich auch beim sächsischen Sprintcup-Finale in Chemnitz in Topform. Während Lenny Näther und Nelio Wolf in ihren Altersklassen jeweils Dritte wurden, zählen auch Polly Döhler (6. Platz) und Stella Möbius (8. Platz) zu den schnellsten Kindern Sachsens. "Viele Athleten haben hier noch einmal Bestleistungen erzielt", freut sich Marita Heckendorf, die neben dem Erreichen von Podestplatzierungen vor allem ein Ziel hat: Ihre Schützlinge sollen die Freude an der Leichtathletik behalten.

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