Über einen Kumpel zum CFC

Bei den Sachsenpokal-Endspielen der Frauen und Juniorinnen haben die Zuschauer in Flöha hochklassigen Fußball gesehen. Dafür sorgten auch einige junge Damen aus Mittelsachsen.

Flöha.

Bei den Endspielen im Sachsenpokal der Fußballerinnen in Flöha waren Vereine aus Mittelsachsen nicht vertreten. Die Trophäen machten die Kickerinnen aus Leipzig, Chemnitz und Dresden unter sich aus. Im Trikot des Chemnitzer FC spielten jedoch etliche Mädchen, die im Kreisverband das Fußball-Abc erlernt und über die Kreisauswahl den Sprung zum CFC geschafft hatten.

Anders gehe es auch gar nicht, sagt Thomas Pretschner, der Geschäftsführer des Fußball-Kreisverbandes Mittelsachsen. Der Frauenspielbetrieb friste in Mittelsachsen im Moment ein Schattendasein. Der 62-jährige Trainer und Funktionär versucht die Szene schon seit Jahren anzukurbeln und war stolz, ehemalige Schützlinge aus der Kreisauswahl beim Pokalfinale im Auenstadion wiederzusehen. "Wenn ein Mädchen Lust auf Fußball hat, ist es normal, im Heimatverein bei den Jungen anzufangen", erklärt Pretschner. Denn reine Mädchen- oder auch Frauenteams gibt es in Mittelsachsen kaum. Ab der D-Jugend komme die Kreisauswahl ins Spiel, die den Mädchen die Chance gibt, sich im Team bei größeren Turnieren zu messen, sagt Pretschner. "Dort sehen sie dann auch, wie gut sie eigentlich sind." Die Turniere dienen vor allem der Sichtung durch Trainer der größeren Vereine sowie der Landesauswahl.

Auf diesem Weg haben es auch die B-Juniorinnen Jasmin Pentke (früher Eintracht Erdmannsdorf), Melanie Klocke (SV Herrenhaide) und Franziska Frohs (Hainichener FV) bis zum CFC geschafft. Jasmin konnte beim Pokalfinale ihr Team jedoch nur vom Seitenrand aus anfeuern, denn die Erdmannsdorferin hatte sich einen Kreuzbandriss zugezogen. "Es ist sehr schade, ausgerechnet beim Finale nicht dabei sein zu können - zumal in der nächsten Saison viele Mädels zu den Frauen aufrücken", sagt Jasmin Pentke.

Doch auch wenn sie nicht spielen kann - beim Aufwärmen und bei der Mannschaftsbesprechung gibt die CFC-Kapitänin den Ton an. Sie ist eine Autoritätsperson, zumal sie mittlerweile auch eine Trainer- lizenz besitzt. "Sobald ich wieder fit bin, steht das Spielen im Vordergrund. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, später ein Frauenteam zu trainieren", sagt die 16-Jährige. Dass viele Spielerinnen bei den Jungen mit dem Fußballspielen beginnen müssen, befürwortet sie. "Dort wird man körperlich und auch spielerisch mehr gefordert", so Jasmin Pentke.

Eine große Rolle spielen auch die Eltern, sagt Thomas Pretschner. "Viele nehmen weite Fahrten auf sich, um den Mädchen das Spielen beim CFC zu ermöglichen und die Fußballeuphorie weiterzutragen." Wie Jana Klocke und Cornelia Frohs, die Mütter von Melanie und Franziska. "Nachdem Melanie einem Kumpel beim Fußball zugeschaut hatte, wollte sie sich unbedingt auch anmelden", erzählt Jana Klocke. Auch wenn in der Familie vorher keiner etwas mit Fußball am Hut gehabt habe - jetzt steht der Sport im Mittelpunkt. "Wir waren vor kurzem sogar in England beim Spiel von Manchester City gegen West Ham", sagt die 42-Jährige.

Franziska Frohs stammt dagegen aus einer Fußballerfamilie. Wie ihr Vater hütet auch sie mittlerweile das Tor, obwohl sie früher erfolgreiche Stürmerin war und erst spät umgeschult wurde. "Das ist ihr großer Vorteil, sie weiß wie die Stürmer denken", sagt ihre Mutter. Im Finale gegen RB Leipzig war aber auch Franziska Frohs machtlos. Mit 0:4 verloren die Chemnitzerinnen. In der Landesliga sind sie aber weiterhin auf Meisterkurs (1./39 Punkte).

Die C-Junioren des CFC machten es gegen den 1. FFC Fortuna Dresden besser und gewannen mit 3:0. Maja Furkert (früher SG Dittmannsdorf) und Raja Hohlfeld (TSV Großwaltersdorf) freuten sich riesig über den Erfolg. "Das war für uns ein absolutes Highlight, vor so einem großen Publikum zu spielen." Insgesamt sahen 1125 Zuschauer die drei Finalspiele im Flöhaer Auenstadion.

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