Über Nizza nach Hawaii

Triathlet Alexander Henker aus Freiberg hat sich für den legendären Ironman qualifiziert - bereits zum zweiten Mal.

Freiberg.

Schwimmen, Fahrrad fahren, Laufen: Das klingt wie das Freizeitprogramm in den Sommermonaten. Für den Freiberger Alexander Henker stehen diese drei Sportarten aber für viel mehr. Der 60-Jährige ist Leistungssportler und wird im Oktober wieder am legendären Ironman auf Hawaii starten.

Qualifiziert hat sich Alexander Henker beim Ironman-Wettkampf im südfranzösischen Nizza. Dort löste der Ausdauersportler des TSV 92 Freiberg als Erster seiner Altersklasse die Fahrkarte für die Triathlon-Weltmeisterschaft im Herbst auf Hawaii. 3,8Kilometer im Mittelmeer, 180 Kilometer auf dem Rad und noch einmal 42,195 Kilometer zu Fuß - für diese drei Teildisziplinen benötigte Henker 10:37:56 Stunden und war damit Schnellster unter den 46Teilnehmern in der Altersklasse 60 bis 64 Jahre.

Dabei lief in Nizza nicht einmal alles nach Plan. "Wir hatten keine Chance, mit unserem Wohnmobil in der Nähe des Starts zu parken und mussten daher auf einen Campingplatz 15 Kilometer außerhalb von Nizza ausweichen", erzählt der gebürtige Karl-Marx-Städter, der seit 1977 in Freiberg lebt. "Am nächsten Morgen musste ich mit dem Taxi zum Start fahren. Fünf Uhr morgens war ich dort - aber man unterschätzt gern die Wege, die man zwischen Sicherheitskontrolle, Fahrrad finden und der Abgabe der eigenen Verpflegung zurücklegen muss", erklärt Henker. Auch beim Start waren die Umstände etwas ungewohnt. "Es war das erste Mal, dass ich in einem sogenannten 'Rolling Start' ins Wasser gegangen bin."

Dabei werden die Schwimmer in verschiedene Gruppen eingeteilt, je nachdem, wie die Teilnehmer selbst ihre Leistung einschätzen. "Aber es lief alles gut. Körperkontakte, die sonst bei Massenstarts üblich sind, sind fast ausgeblieben", so Henker weiter, der seit mittlerweile 33 Jahren bei Triathlon-Wettkämpfen an den Start geht.

Als problematisch stellte sich nach dem Schwimmen das Auffinden des Beutels mit den Wechselsachen heraus. "Da liegen 2700 Beutel, und man muss seinen schnellstmöglich finden. Hilfe gibt es keine." Zudem stand sein Rad weit hinten im Wechselbereich. Als der Freiberger dann aber auf dem Rennrad saß, lief alles wie am Schnürchen. "Ich habe mich von Anfang an sehr gut gefühlt", erklärt Henker. "Man merkt beim Radfahren früh, ob es läuft oder nicht. Diesmal hat alles geklappt, weil ich mir meine Kraft gut eingeteilt habe."

Der letzte Abschnitt: 42,195 Kilometer Laufen, ein kompletter Marathon. "Man kann beim Wechsel sehen, wie viele Kontrahenten schon auf der Laufstrecke sind", sagt Henker. Nach der ersten Wende im Lauf rund um die Promenade in Nizza hatte ein Teilnehmer seiner Altersklasse 20 Minuten Vorsprung. "Da war mit klar, dass ich mächtig Gas geben muss, wenn ich gewinnen will." Zwar konnte er den Kontrahenten nicht mehr einholen, für die schnellste Zeit seiner Altersklasse reichte es trotzdem. Der Grund: Sein Gegner war etwa acht Minuten vor ihm gestartet, diese Zeit wurde nun wieder abgezogen. "Ich habe das im ersten Moment gar nicht geglaubt", erzählt Henker. Als Belohnung erhielt der Freiberger einen Startplatz bei der Triathlon-Weltmeisterschaft auf Hawaii am 13. Oktober.

Für den Vorsitzenden des TSV 92 Freiberg ist es das zweite Mal, dass er an diesem legendären Wettbewerb teilnimmt. "2011 war ich schon einmal dabei. Das ist unglaublich, dort sind die besten Triathleten der Welt versammelt." Henkers Zeit damals: 10:45 Stunden. Das versucht er auch in diesem Jahr zu schaffen. "Ich will noch im Hellen ins Ziel kommen", erklärt er. Dafür benötige man ungefähr elf Stunden, so Henker, der bereits am 3. Oktober nach Hawaii aufbricht. "Ich bin optimistisch, dass ich das schaffen werde."

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