Viele Tore und viel Farbe beim Duell der alten Rivalen

Fortuna Langenau setzt sich beim TSV Großwaltersdorf/Eppendorf klar mit 4:1 (2:0) durch - Insgesamt drei Platzverweise und zehnmal Gelb

Großwaltersdorf.

Zum Halbfinale im Fußball-Kreispokal zwischen dem TSV Großwaltersdorf/Eppendorf und dem SV Fortuna Langenau gab es viel zu schreiben. Zunächst mussten die Gastgeber verschiedene Listen ausfüllen, um den Anforderungen des Hygienekonzepts gerecht zu werden. Während der Partie glühte dann das Schreibgerät von Schiedsrichter Jonas Zieger. Er musste unter anderem notieren, wer die zehn Gelben (acht für den TSV) und die eine Gelb-rote Karte sah. Zudem schickte der junge Referee auf jeder Seite einen Kicker mit dem roten Karton früher zum Duschen. Und auch für die Statistiker am Rande gab es etwas zu notieren: Denn bei diesem Duell der Mittelsachsenligisten fielen immerhin fünf Tore. Mit 4:1 (2:0) setzte sich dabei der Landesklasse-Aufsteiger aus Langenau durch und steht nun im Finale.

In diesem Spiel wurden keine Zuschauer gezählt, da das Match entsprechend der Vorgaben ohne Publikum stattfinden musste. Diese Auflage wurde auch erfüllt. Außerhalb des Sportplatzgeländes hatten sich aber bei freier Sicht auf das Spielfeld beide Fanlager aufgebaut und unterstützen ihre Teams mehr oder weniger lautstark. Dabei gelang Langenau durch zwei Tore in ein Blitzstart. Justin Börner (7.) und Jan Sandig (11.) brachten die Gäste früh mit 2:0 in Front. Doch nach einer Viertelstunde ließ sich der junge Anton Gehmlich aus Langenau im Anschluss an ein Foul zu einer Tätlichkeit hinreißen, deren Wirkung nach Einschätzung von Fortuna-Trainer Matthias Zänker vom Gegenspieler dramatischer dargestellt wurde, als sie war. "Danach hatten wir ein paar Schwierigkeiten, ohne akut in Bedrängnis zu geraten", schätzte Zänker ein.

Tatsächlich hatte der TSV Großwaltersdorf/Eppendorf nun mehr vom Spiel, Langenau musste aber auch kein Risiko gehen. Immerhin dauerte es bis zur 69. Minute, ehe Oliver Petermann der Anschlusstreffer für den TSV gelang. Neun Minuten vor Ultimo erhitzten sich bei schwülwarmer Sommerluft die Gemüter bis zum Siedepunkt. Ein Langenauer wurde steil geschickt und wollte Großwaltersdorfs Torwart Ralph Schreiber mit einem Heber überlisten. Dieser hielt den Ball mit der Hand - aber außerhalb des Strafraums. Dafür sah er Rot. Diese Entscheidung des Referees wurde zu einem Knackpunkt. Denn die Gastgeber monierten, dass der gegnerische Spieler aus einer klaren Abseitsposition gestartet war. David Krauße wollte dies dem Unparteiischen klarmachen, fand aber offenbar nicht die passenden Worte. Als Quittung sah er Gelb-Rot.

Fortuna nahm die neue Situation dankend an und schraubte das Ergebnis erneut durch Sandig (86.) und Hans Schmieder (90. + 4) noch auf 4:1. "Großwaltersdorf hatte viel Druck aufgebaut. Meine Mannschaft hat sich aber ein großes Kompliment verdient, wie sie diese Aufgabe gemeistert hat", sagte Langenaus Coach Zänker.

Sein Gegenüber Robert Hohlfeld wusste, dass zwei dumme Fehler zu den beiden frühen Gegentoren geführt hatten. "Insgesamt haben wir viel investiert, aber der Ertrag war überschaubar. Langenau hat es clever gelöst", wertete der TSV-Trainer. Kämpferisch könne er seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen, so Hohlfeld. "Alle sind an ihre Grenzen gegangen." (kbe)

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