Wenn die Wehmut mitspielt

Mit einem 6:2-Sieg gegen den SKV Stollberg III haben sich die Verbandsliga-Kegler des LWV Geringswalde von ihren Bahnen verabschiedet. Zur neuen Saison ziehen sie in die Nachbarstadt um.

Geringswalde.

Natürlich sei im Rahmen des letzten Spieltags der 2.Verbandsliga bei Torsten Herbst vom LWV Geringswalde etwas Wehmut aufgekommen, sagt er. "Doch während des Wettkampfs habe ich mich nur auf das Sportliche konzentriert und nicht auf die besonderen Umstände", sagt der Geringswalder Mannschaftsleiter. Für ihn hat es sich gelohnt. Durch den 6:2 (3095:3068)-Heimsieg gegen den SKV 9Pins StollbergIII beendet sein Team die Saison mit einer ausgeglichenen Bilanz (18:18 Punkte) auf Platz 4 der 2. Verbandsliga. Es war allerdings der letzte für die Geringswalder Männer auf den Bahnen in Altgeringswalde.

Aufgrund eines Eigentümerwechsels kann der Verein die Bahnen nicht mehr als Pächter nutzen. Die Partie gegen Stollberg war somit das Abschiedsspiel. "So gut wie jetzt nach dieser Saison standen wir Kegler in solch einer hohen Liga noch nie da", sagt LWV-Vereinschef Hans Marschner. Bei einer Niederlage hätte es für den LWV-Sechser in Sachen Abstiegskampf sogar noch einmal spannend werden können. "Nach dem Spiel haben wir erfahren, dass die beiden Tabellenachten der beiden Verbandsliga-Staffeln noch Relegation spielen könnten. Mit dem Sieg haben wir uns endgültig ins sichere Ziel gerettet", so der 71-Jährige. Gegen die starken Stollberger, die vor der Saison in die 2. Verbandsliga aufgestiegen waren, mussten die Geringswalder noch einmal ihr ganzes Können auf die Bahnen zaubern. 3095 Kegel haben sie in der gesamten Spielzeit zuvor noch nicht an einem Spieltag in Altgeringswalde abgeräumt. "Teilweise haben ja sogar Ergebnisse unter 3000 Kegeln für den Sieg gereicht", weiß Hans Marschner. Obwohl die Geringswalder im ersten Durchgang mit einer 2:0-Führung und einem Plus von 55Kegeln ein guter Start gelang, erwiesen sich die Gäste aus dem Erzgebirge in den nachfolgenden Runden als starke Widersacher. Im weiteren Verlauf teilten sich die beiden Teams die Mannschaftspunkte, sodass die Geringswalder die Partie gewannen und einen würdigen Abschluss auf den Bahnen feiern konnten. Dabei sind noch einmal viele Zuschauer und Kegelfreunde gekommen. "Am Anfang waren vielleicht zwei Leute da, doch nach zehn Minuten kamen immer mehr und alle haben uns lautstark angefeuert", freut sich der Vereinschef.

Im Anschluss an das letzte Punktspiel der Saison saßen die Geringswalder zusammen und schmiedeten bereits Pläne für die Zukunft. Die sportliche wird sich für sie dann größtenteils auf den Rochlitzer Rainbow-Bahnen abspielen. Dort werden die LWV-Kegler künftig ihre Pflichtspiele bestreiten. "Natürlich haben wir auch Wehmut, dass hier die Bahn schließt", sagt Torsten Herbst. "Einige sind froh, dass sie auf unseren schwer zu spielenden Bahnen nicht mehr ran müssen, andere bedauern den Umzug." Doch für den Mannschaftsleiter ist er unumgänglich. "Wir haben schon Glück gehabt, dass wir vom Verband für diese Saison noch einmal die Genehmigung bekommen haben. Die Anlage ist schon in die Jahre gekommen."

Die Kegelbahnen in Altgeringswalde wurden 1995 eröffnet. Zunächst spielte eine Geringswalder Freizeitmannschaft dort. Ein Jahr später meldete sich der LWV zum Spielbetrieb an und schaffte bis 2018 sechs Aufstiege von der 2. Kreisklasse bis in die 2. Verbandsliga. Torsten Herbst, der in Meinitz wohnt, war früher als Jugendspieler dabei und kehrte zur ersten Bezirksklasse-Saison zurück. "Das müsste vor sechs Jahren gewesen sein", schätzt der 36-Jährige, der bei der Bundeswehr als Fluglotse arbeitet. Nun möchte er mit dem Team in Rochlitz neue Kapitel schreiben. (mit hanm)

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