Wer hüpft mit dem Pott?

Im Finale des Fußball-Kreispokals treffen am Sonntag Wacker Auerswalde und Fortuna Langenau aufeinander. Tore scheinen dabei garantiert zu sein.

Auerswalde/Langenau.

Andreas Schramm ist voller Vorfreude. "Das ist ein hoch interessantes Duell", blickt der Präsident des Kreisverbandes Fußball (KVF) auf das Finale im Kreispokal, das am Sonntag, 15 Uhr, in Auerswalde angepfiffen wird. Mit Wacker Auerswalde und Fortuna Langenau stehen sich zwei Teams gegenüber, die in der abgebrochenen Meisterschaft jeweils auf Platz 1 ihrer Staffeln landeten: Die Langenauer waren das beste Team in der Mittelsachsenliga und steigen in die Landesklasse auf, Wacker hatte in der Mittelsachsenklasse die Nase vorn und ist künftig in der Mittelsachsenliga am Ball.

Für beide ist der Einzug ins Pokalfinale ein Erfolg und ein Sieg dort wäre das i-Tüpfelchen auf die Saison. "Entsprechend wird es zur Sache gehen", erwartet der KVF-Chef ein spannendes Match. Beide Teams haben im Halbfinale ihre Leistungen aus den Punktspielen bestätigt und gezeigt, dass sie die schwierige Situation durch Corona gut überstanden haben, sagt der Verbandschef. Langenau sei sicherlich Favorit, "aber Auerswalde ist keinesfalls chancenlos". Mit Oederan und Mulda hat der Primus der Mittelsachsenklasse bereits zwei Kreisoberligisten auf dem Weg ins Finale eliminiert.

Zudem sollten Tore garantiert sein: Die Fortuna erzielte in der Meisterschaft in 14 Spielen 55 Treffer, die Auerswalder stellten im Unterhaus mit 58Toren den besten Angriff. Beide Teams trafen damit im Schnitt viermal pro Partie. Ausgerechnet der beste Torschütze der Gastgeber ist aber nicht dabei: Wackers Denny Haunstein (14 Tore) fehlt nach seiner zweiten Gelben Karte gesperrt. "Gelb gegen mich im Halbfinale kann ich nachvollziehen", sagt Haunstein. "Ich hatte mein Bein etwas zu weit oben und meinen Gegenspieler nicht im Auge." Doch der 38-jährige ist sich sicher, dass die Mannschaft sein Fehlen kompensieren kann. "Wenn die Jungs an die Leistung aus dem Halbfinale anknüpfen, können wir eine weitere Überraschung schaffen", so Haunstein, der mit drei Toren im Viertelfinale gegen Lunzenau und einer Vorlage im Halbfinale gegen Mulda (jeweils 3:1) maßgeblichen Anteil am Finaleinzug hatte.

"Aber wir wissen natürlich um die Stärken der Langenauer." Beide Teams trafen zuletzt 2016/17 in der Mittelsachsenklasse aufeinander. In Auerswalde setzte es für Wacker gegen den späteren Aufsteiger eine 1:6-Niederlage. "Im Rückspiel haben wir lange geführt und uns in der Schlussphase zwei Gegentreffer eingefangen", erinnert sich Haunstein, der seit sieben Jahren 1. Vorsitzender des SV Wacker Auerswalde ist.

Langenaus Trainer Matthias Zänker schätzt die Chancen im Finale 60:40 ein. "Wir sind als Landesklasse-Aufsteiger sicher favorisiert, haben aber viel Respekt vor Auerswalde", betont der 58-Jährige. "Wir müssen voll konzentriert und geduldig spielen." Zänker kann dabei wieder auf Torjäger Patrick Thiele (17 Treffer) und Kapitän Philipp Musch zurückgreifen, die aus dem Urlaub zurück sind. Der Pokalsieg hätte einen hohen Stellenwert für den Verein, so Zänker. Der erfolgreiche Trainer stellt diesen auf eine Stufe mit den beiden Aufstiegen in den vergangenen vier Jahren.

Dass das Endspiel nicht auf neu-tralem Platz, sondern bei einem Finalisten stattfindet, sei Folge der Corona-Regeln, erklärt KVF-Geschäftsführer Thomas Pretschner. So könne auf ein bereits erarbeitetes Hygienekonzept zurückgegriffen werden. Auerswalde als unterklassiger Verein habe den Zuschlag erhalten. Zuvor war die Jahnkampfbahn in Frankenberg als Finalort im Gespräch.

Wermutstropfen ist, dass auch zum Finale aufgrund der Corona-Regeln keine Zuschauer auf die Sportanlage dürfen. Im Vorjahr sahen fast 700 Zuschauer das Pokalendspiel in Lunzenau, im Jahr zuvor waren es in Flöha immerhin fast 350. Wichtig sei aber, dass nach der Zwangspause überhaupt wieder Fußball gespielt werden kann, sagt Pretschner. "Alle Vereine sind froh, dass langsam halbwegs Normalität einzieht."

Weg ins Finale Wacker Auerswalde: Niederwiesa II (3:1/A), Oederaner SC (2:1/H), Bobritzscher SV (5:1/A), Fortschritt Lunzenau (3:1/ H), SV Mulda (3:1/H) - Fortuna Langenau: SpG Brand-Erbisdorf II/Langenau II (11:1/A), Großwaltersdorf/Eppendorf II (Sportgerichtsurteil 2:0), SV Grün-Weiß Niederwiesa (7:0/A), Riechberger FC (kampflos), TSV Großwaltersdorf/Eppendorf (4:1/A)

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