Zum Abschluss fliegen die Fäuste

15 Frauen und Männer aus Mittelsachsen haben in den vergangenen Wochen beim Kreissportbund für ihre Übungs- leiterlizenz geschwitzt. Viele von ihnen sind noch jung und ambitioniert.

Freiberg.

Etwas skeptisch sind die Teilnehmer des jüngsten Übungsleiterlehrgangs beim Kreissportbund Mittelsachsen schon gewesen, als sie plötzlich die Boxhandschuhe überstreifen mussten. Nachdem die Trainer ihre C-Lizenz am Samstagnachmittag in der Tasche hatten, flogen am Sonntag in der Sporthalle in der Freiberger Turnerstraße die Fäuste. Die Teilnehmer konnten sich richtig verausgaben - verletzt wurde dabei natürlich niemand.

Aber es gab durchaus kuriose Szenen. So langten Tanztrainerinnen und Übungsleiterinnen für den Kindersport plötzlich ordentlich hin. "Einerseits wollen wir am Ende des Lehrgangs, dass jeder noch einmal richtig Spaß hat. Andererseits rücken wir bewusst Rand- und Trendsportarten in den Vordergrund", erklärt Nina Köhn, die beim KSB als Vereinsberaterin im Bereich Bildung arbeitet.

Dafür hatte sie sich verschiedene Partner ins Boot geholt. Zwei Stunden zeigte Boxtrainer Andreas Fiebig vom SV Germania Mittweida kleine Übungen, im Anschluss ging es mit Marcus Hasterok (Sächs'scher Maunt'nverein) an die Kletterwand. Außerhalb der Sporthalle war zudem eine Slackline aufgebaut, Bubble-Ball wurde auch noch gespielt.

Doch ins Schwitzen kamen die Teilnehmer schon nach dem Boxen - und erkannten, dass es bei dieser Sportart nicht unbedingt auf die Kraft ankommt. "Vielmehr ist die Technik entscheidend und man findet sein eigenes Körpergefühl", sagt Trainer Fiebig. Für Tanzlehrerin Denise Hellka war das eine komplett neue Erfahrung. "Ich würde nie in den Ring steigen, aber dieses Training ist eine ganz andere Belastung", sagt die 24-Jährige von den Tanzperlen des Zschopautals. Ihre "Sparringspartnerin" war Doreen Baumgarten vom SSV 91 Brand-Erbisdorf. Die 33-Jährige ist dort Übungsleiterin beim Kindersport. "Das Boxtraining ist gut für meine koordinativen Fähigkeiten", sagt sie. An der Kletterwand lernten die Teilnehmer dann unter anderem, wie man einen Kletterknoten bindet, und durften sich auch höher hinauswagen.

Schon während des gesamten Lehrgangs probierten die angehenden Trainer viele Sportarten aus. "Jeder Teilnehmer durfte seine Sportart den anderen näherbringen", sagt Nina Köhn. So turnten die Sportler unter anderem, spielten Handball, gingen ins Schwimmbad und fuhren Rollski. "Wir hatten auch einen Langlauftrainer dabei", sagt Köhn.

Auffällig war die hohe Beteiligung junger und motivierter Traineranwärter - wie Jonas Wetzig vom SV Einheit Bräunsdorf. Er spielt nicht nur Fußball bei den A-Junioren, sondern will sich auch bei den Leichtathleten als Trainer engagieren. "Ich habe es bei uns selbst gesehen, wie es gehen kann. Drei Trainerinnen fielen gleichzeitig aus, und schon wurde es eng", so der 16-Jährige. Beim Lizenzlehrgang musste Wetzig - wie alle anderen Teilnehmer auch - einen Praxisteil demonstrieren. Für ihn war der Schlussteil einer Trainingseinheit vorgesehen. "Ich habe dafür Völkerball in Verbindung mit Kraftübungen gewählt", erklärt Jonas Wetzig.

Dass die angehenden Übungsleiter vergleichsweise jung sind, freut auch Nina Köhn. "Sie sind die Zukunft und nehmen viel Neues mit in ihre Vereine", sagt die KSB-Mitarbeiterin Am 23. August beginnt der zweite Lizenzlehrgang, dann in Hainichen. Im Herbst bietet der KSB weitere Grundlehrgänge und Fortbildungen an. Anmeldungen sind für alle Veranstaltungen noch möglich. www.ksb-mittelsachsen.de

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