90-Jähriger ist immer noch Stammgast

Rudolf Ritter prägte vor gut 70 Jahren den Markneukirchener Ringkampfsport und blieb ihm bis heute treu. Für Germania büxte er auch schon mal aus dem Krankenhaus aus.

Markneukirchen.

Er ist einer der letzten Zeitzeugen der großen Markneukirchener Ringkampfgeschichte: Rudolf Ritter feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag. 1941 machte er seine ersten Schritte auf einer Ringermatte - die war damals noch lange nicht so bequem wie heute, sie bestand aus rauem, mit Rosshaar gefülltem Leinen. Das minderte die Stürze bei Würfen zwar etwas ab, verursachte jedoch Hautabschürfungen am ganzen Körper. "Hans Hübner war damals mein erster Trainer. In unserer Gruppe gab es mit Fritz Patzig und Rolf Puggel gestandene Ringer, die auch als Trainer arbeiteten", erinnert sich der Jubilar an seine Anfänge.

1950 kehrte Rudolf Ritter aus der Kriegsgefangenschaft und stand wenig später auch schon wieder auf der Matte im Kreis der Markneukirchener Athleten, die viele Kameraden betrauerten, die nicht das Glück hatten, wieder zurück nach Hause zu kommen. Rudolf Ritter nahm in der Folge an drei Deutschen Meisterschaften teil, belegte 1954 den fünften Platz im Leichtgewicht. 1956 gewann der Markneukirchener die Bronzemedaille. "Dabei habe ich aber den Deutschen Meister bezwungen", erzählt Rudolf Ritter noch immer stolz auf die damalige Leistung. 1959 erreichte er bei seinen letzten Titelkämpfen auf großer Bühne den sechsten Platz, kämpfte da allerdings im höheren Weltergewicht.

Rudolf Ritter kann sich noch gut an die großartige Stimmung im großen Saal des Markneukirchener Volkshauses erinnern, an große Meisterschaften und Turniere, die in der Stadt ausgetragen wurden. Mit weit über 40 Jahren hängte er seine Ringerstiefel an den berühmten Nagel, verpasste fortan jedoch kaum einen Kampf seiner Markneukirchener Ringer in der Heimatstadt. Selbst als er einmal im Schönecker Krankenhaus stationär behandelt wurde, ließ er sich heimlich von seiner Frau abholen und nach dem Kampf wieder zurückbringen, sodass der Ausflug unbemerkt blieb.

Kein Wunder also, dass zum runden Geburtstag großer Bahnhof herrschte. Viele Gratulanten aus der Familie, aber auch von der der Stadtverwaltung und natürlich auch von seinem AV Germania Markneukirchen gaben sich die Klinke in die Hand und wünschten sich innerlich, mit 90 auch noch so fit und voller Energie zu stecken wie Rudolf Ritter.


Germania beim RSK Gelenau

Vor einer ganz besonderen Herausforderung stehen die Regionalliga-Ringer des AV Germania Markneukirchen am Samstag beim RSK Gelenau. Dort wird es vermutlich heiß hergehen, denn die Erzgebirger brachten den Spitzenreiter in der Hinrunde in arge Bedrängnis. Fast wäre dessen Erfolgsserie beim knappen 16:14-Sieg vor heimischer Kulisse gerissen. Erst Justin Müller brachte Markneukirchen im vorletzten Duell in Führung, Sejran Simonyan hielt die Siegpunkte mit einer knappen Niederlage gegen Erik Löser fest, der im September den siebenten Platz bei der Juniorenweltmeisterschaft belegte.

"Wir dürfen uns nach den klaren Siegen zuletzt nicht in Sicherheit wiegen. Zu beachten sind neben Erik Löser die starken Polen Kamil Wojcziechowski und Cezary Sadowski sowie Routinier Daniel Franke, der noch immer zu den punktbesten Ringern der Liga gehört", warnt Germania-Trainer Andy Schubert. In der Rückrunde fuhr Gelenau zwei klare Siege gegen die Schlusslichter aus Potsdam und Berlin ein, verlor aber daheim gegen Pausa/Plauen 14:15. (rjö)

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