Außenseiter will alles reinhauen

Der Fußball-Vogtlandligist SC Syrau ist neben dem VfB Auerbach der einzig verbliebene vogtländische Verein im Sachsenpokalwettbewerb. Morgen trifft er im Achtelfinale auf den Landesliga-Spitzenreiter SV Einheit Kamenz.

Syrau.

Dreimal kamen in dieser Saison höherklassige Mannschaften ins Syrauer Waldstadion, um Partien im Sachsenpokalwettbewerb zu bestreiten. Dreimal behielten die Kicker des SC Syrau die Oberhand und stehen somit im Achtelfinale. Eigentlich hatte sich der Vogtlandligist vor der Saison auf die Fahnen geschrieben, im dritten Anlauf die Hürde der ersten Pokalrunde zu nehmen. Mittlerweile sind schon drei Hürden überwunden. Gegen die Landesklasse-Teams Annaberg, Crostwitz und Weißwasser fuhr man überzeugende Siege ein und schrieb sich in die Geschichtsbücher des Vereins ein. Mit der Auslosung für das Achtelfinale zeigte sich der Sportclub allerdings nicht ganz zufrieden. "Ohne Kamenz schmälern zu wollen, haben wir uns natürlich erhofft, einen Kracher des sächsischen Fußballs zu ziehen. Dann hätten wir ordentlich Werbung für den Verein machen können, und es hätte eventuell etwas Geld in die Kassen gespült, damit irgendwann mal der Traum von einem Kunstrasen verwirklicht werden kann", erklärt Syraus Trainer Chris Begerock.

Nun hat man den SV Einheit Kamenz morgen, 13.30 Uhr im heimischen Waldstadion zu Gast. Der stieg in der vergangenen Saison aus der Oberliga ab, zählt jedoch seit einigen Jahren zu den großen Mannschaften in Sachsen. In der Landesliga Sachsen spielt Kamenz regelmäßig eine gute Rolle. Nach dem Abstieg erfolgte ein Umbruch im Team der Ostsachsen. Viele junge Spieler wurden verpflichtet, die mittlerweile an die Spitze der Sachsenliga zurückgekehrt sind.

"Damit kommt natürlich ein Hochkaräter ins Vogtland. Dennoch werden wir versuchen, mit der Unterstützung der Fans und Zuschauer, den Traum im Sachsenpokal weiterzuleben. Dafür benötigt es natürlich eine ordentliche Portion Glück. Richtig schwer wird es allemal", so Begerock, der am Feiertag auf eine große Kulisse hofft, die die Mannschaft nach vorn treiben soll. Die Vorzeichen stehen indes nicht unbedingt gut für die Hausherren. Am Wochenende zwang sie der Rivale Leubnitz im Vogtlandpokal in die Verlängerung, was die Syrauer einiges an Kraft kostete.

"Leubnitz hat uns alles abverlangt. Wir hatten dort unseren schlechtesten Auftritt seit langer Zeit und sind mit einem blauen Auge davongekommen. Die Tage bis zum Kamenz-Spiel müssen wir wieder zu Kräften kommen", so Begerock. Dennoch nimmt er einiges aus dem harten Leubnitzer Kampf mit. "Am Samstag hat man gesehen, dass man fehlende spielerische und taktische Klasse gegenüber einer zwei Klassen höher spielenden Mannschaft mit Leidenschaft und Kampf wett machen kann. Und wenn uns Kamenz etwas unterschätzt und es locker nimmt, dann wollen wir zuschlagen. Wir werden uns auf keinen Fall verstecken und alles reinhauen, was wir haben, um das Vogtland und den Verein würdig im Achtelfinale zu vertreten", gibt Begerock die Marschrichtung für morgen vor.

Ein Traum ist für die Syrauer allemal in Erfüllung gegangen. Den Sprung unter die 16 besten Mannschaften im Sachsenpokalwettbewerb hätte dem Sportclub vor der Saison niemand zugetraut. Die Kamenzer sind auf alle gewarnt, denn mit Weißwasser und Crostwitz warf Syrau bereits zwei Vereine aus Ostsachsen aus dem Pokal. Sollte das zum dritten Mal klappen, käme das allerdings einer großen Sensation gleich.

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