Ein Meister der Klinge

Detlef Schlott aus Bad Elster hat den EM-Titel der medizinischen Berufe im Florettfechten gewonnen. Und er weiß, warum sein Sport dem Kurort gut tut.

Bad Elster.

Schnelligkeit, Konzentration sowie eine gute Taktik und Mentalität, das sind im Fechtsport die wichtigsten Eigenschaften, um erfolgreich zu sein. Detlef Schlott aus Bad Elster hat sie bei den Europäischen Fechtmeisterschaften der medizinischen Berufe in Schkeuditz vor wenigen Tagen sehr gut ausgespielt. Denn der 50-Jährige gewann in seiner Altersklasse in der Disziplin Florett den Titel. Im Degen, der Disziplin in der er als Titelverteidiger anreiste, reichte es für Rang 3.

Die Vorrunden liefen für den Elsteraner ziemlich gut. "Bis auf ein Gefecht, bei dem ich an meine Grenzen gehen musste, kam ich gut durch. Aber selbstverständlich war das nicht. Denn man muss sich auf jeden Gegner neu einstellen. Nicht jedes Duell verläuft gleich", so der Sportler von der Fechtabteilung der SG Medizin Bad Elster. Insgesamt waren 40 Teilnehmer am Start, darunter Ärzte, Pfleger, oder Rettungsassistenten aus verschiedenen europäischen Ländern.

Dass sich Chirurg Detlef Schlott gegenüber der internationalen Konkurrenz seit vielen Jahren behaupten kann, geht mit einer großen Erfahrung einher. Schon zu DDR-Zeiten zeigte er, was er mit der Klinge drauf hat. Erfolge als mehrmaliger Bezirksmeister oder Vize-DDR-Meister mit der Mannschaft stehen unter anderem zu Buche.

Seit seiner Kindheit ist er aktiv und bis heute dem Fechtsport treu geblieben. "Während meiner Studienzeit habe ich die Klinge bei Seite gelegt und alles ein bisschen schleifen lassen. Als ich vom Studium wieder zurück nach Bad Elster kam, habe ich wieder zum Verein gefunden. Das war zu einer Zeit, als es nach der Wende für unsere Sektion immer schwieriger und der Nachwuchs und die Übungsleiter immer weniger wurden", so Schlott. Auch heute noch werde am Nachwuchs gearbeitet. Sportliche Erfolge, wie sein EM-Titel, könnten daher einen positiven Einfluss auf die Kinder- und Jugendarbeit haben. Um jedoch den Nachwuchs heranzuholen, versucht der Verein unter anderem im Elsteraner Kindergarten die Kleinen schon für den Sport zu begeistern.

Schnupperkurse, an denen jeder mit geliehener Ausrüstung teilnehmen kann, werden ebenfalls angeboten - auch für Erwachsene. Denn das Agieren mit der Klinge lehrt einen vieles. "Es wird das Gleichgewicht und die Koordination geschult. Auch ein Duell zu verlieren kann nicht schaden. Denn dabei lernt man frühzeitig Niederlagen zu verarbeiten. Ganz wichtig ist jedoch der Respekt gegenüber seinem Kontrahenten. Diese Eigenschaft geht auch über den Sport hinaus und hat daher einen gewissen Mehrwert, so wie in anderen Sportarten auch", so der Elsteraner.

Fechten hat in Bad Elster Tradition. Nachweislich wurden im Kurort in den 1950er Jahren erstmals Klingen gekreuzt. Laut Detlef Schlott gibt es jedoch Bildmaterial, welches vermuten lässt, das schon in den 1920er Jahren gefochten wurde. Der Sport gehört zur Geschichte des Ortes und hat heute auch seine Rolle in der Außendarstellung. Mit Veranstaltungen wie dem jährlichen Bäderfecht-Turnier oder der Europameisterschaft der medizinischen Berufe, welche die SG Medizin im jährlichen Wechsel mit dem Fechtclub Schkeuditz durchführt, sollen das Staatsbad über die Grenzen des Vogtlandes hinaus weiter bekannt machen. "Besonders die nationalen und internationalen Teilnehmer der EM freuen sich immer wieder auf Bad Elster. Wenn sie mit ihren Eindrücken in die Heimat zurück kommen und von uns erzählen, kann das nur gut sein", sagt Detlef Schlott.

Service Trainingszeiten: Für interessierte Kinder von sieben bis elf Jahren jeden Donnerstag ab 16 Uhr, außer in den Ferien, und für Erwachsene jeden Dienstag ab 18 Uhr. Trainiert wird in der Turnhalle der Grundschule Bad Elster, an der Hagerstraße 1.

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