Griff nach der Medaille verzögert sich

Der Schreiersgrüner Ronny Wunderlich will in diesem Jahr die Rennfahrertradition seiner Familie kräftig aufpolieren. Doch derzeit ist Geduld gefragt.

Schreiersgrün.

Nach dem Gesetz der Serie wäre Motorradrennfahrer Ronny Wunderlich aus Schreiersgrün in diesem Jahr in der European Moto-Trophy mit einem Medaillenrang in der Gesamtwertung dran. Nachdem der vogtländische Honda-RS-Pilot 2015 und 2017 jeweils Fünfter in der 125-Kubikzentimeter-Klasse geworden war, 2018 auf Endrang 4 landete und 2019 pausierte, hatte sich der Rennfahrersohn für 2020 wenigstens die Bronzemedaille vorgenommen.

Der Vater des Schreiersgrüners ist kein Geringerer als der jetzt 75-jährige Zwickauer Rennfahrer Willi Wunderlich, der zur DDR-Elite in den Klassen bis 50 und 125 Kubikzentimeter gehörte. Zudem wurde Willi Wunderlich durch die gemeinsam mit dem Zwickauer Edel-Tuner Wolfgang Weichelt auf die Räder gestellten WW-Rennmaschinen bekannt, die meist auf MZ-Basis entwickelt wurden und auch heute noch bei Classic-Rennen gefahren werden. Gemeinsam gehören die Wunderlichs, zu denen auch Ronnys als Mechaniker fungierender Bruder Toni gehört, der Rennsportgemeinschaft Zwickau an.

Da wegen der Coronakrise die bisher geplanten Rennen der European Moto-Trophy auf dem Adria-Raceway bei Venedig in Italien, auf dem Sachsenring, dem Hockenheimring und dem Odenwaldring in Walldürn abgesagt wurden und im Juli auch die Dutch Moto Classic im niederländischen Assen sowie die Börde Classic in Oschersleben aus den gleichen Gründen auf tönernen Füßen stehen, wird es für Ronny Wunderlich schwer, sein Ziel in diesem Jahr noch zu erreichen.

Möglicherweise wird er erst im August im tschechischen Most oder im September beim Frohburger ADAC-Dreieckrennen zum Zuge kommen und hat dann wenig Möglichkeiten, eventuelle Ausfälle und ähnliche mögliche Patzer wieder auszubügeln. Zudem ist momentan unklar, ob es in diesem Jahr überhaupt eine Trophy-Gesamtwertung geben wird. Damit muss Wunderlich den Angriff auf Edelmetall möglicherweise auf 2021 verschieben.

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