Guter Zusammenhalt ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Fußballer des SSV Bad Brambach haben die Rückkehr in die Kreisliga geschafft. Warum sie um Relegationsspiele herumkamen, lässt sich nicht in einem Satz erklären.

Bad Brambach.

Spielertrainer Gert Fineiß hat mit dem SSV Bad Brambach in der Saison 2017/18 eine Punktlandung hingelegt: Platz 1 bis 3 in der Staffel 2 der 1. Fußball-Kreisklasse sollte am Ende der Saison zu Buche stehen, Platz 3 hinter dem 1.FC Rodewisch II und dem BC Erlbach II ist es geworden. Normalerweise bedeutet das ein Aufeinandertreffen mit dem Dritten der Staffel 1, um in einer Relegation den fünften Aufsteiger zur Kreisliga auszuspielen. Doch diese Relegation fiel aus, Bad Brambach stieg direkt auf und kehrte nach zwei Jahren 1. Kreisklasse in die Kreisliga zurück.

"Schuld" daran sind die VSG Weißensand und die Aufstiegsregularien des Vogtländischen Fußball-Verbandes. Die besagen, dass maximal die ersten Drei jeder Kreisklasse-Staffel aufstiegsberechtigt sind. In der Staffel 1 wären das Staffelsieger VSG Weißensand, der Zweite Post Plauen und der Dritte TSG Ruppertsgrün gewesen. Da Weißensand aber wegen Personalproblemen auf den Aufstieg verzichtete, standen Post und Ruppertsgrün als neue Kreisligisten fest - und Bad Brambach ebenfalls, weil es keinen möglichen Relegationsgegner mehr gab.

"Das war uns nach dem 4:2-Sieg am vorletzten Spieltag in Großzöbern bei der SG Burgstein klar. Den Aufstieg haben wir dann nach dem 6:1 im letzten Spiel gegen Rempesgrün ordentlich gefeiert", blickt Gert Fineiß zurück. Der Trainer, der seit Jahren klaglos vom Wohnort Großfriesen quer durchs Vogtland zu seinen Fußballern nach Bad Brambach pendelt, ist recht zuversichtlich, dass das Gastspiel des SSV in der Kreisliga länger dauert als nach dem jüngsten Aufstieg 2015. Da ging es nach nur einem Jahr wieder zurück ins Unterhaus. "Wir haben in den vergangenen zwei, drei Jahren einige junge Spieler wie Erik Stübiger, Philip Wunderlich oder Michel Müller in die Mannschaft integriert. Jetzt rücken wieder zwei junge Leute aus unserer erfolgreichen A-Jugend nach, sodass ich einen Kader von 16, 17 Mann pro Spiel zur Verfügung habe. Das ist deutlich besser als vor drei Jahren." Da sind ausgerechnet in der Aufstiegssaison drei Leistungsträger verletzt ausgefallen, was nicht zu kompensieren war.

Und der Spielertrainer achtet auf das Klima in seiner Mannschaft. "Ich bin froh, wenn ich so viele Spieler zur Verfügung habe. Da soll dann auch jeder eine Einsatzchance bekommen. Letzte Saison haben wir so 20 Spieler eingesetzt." Dem unbedingten Erfolg wird also nicht alles untergeordnet. "Keiner geht auf den Platz, um zu verlieren. Aber bei uns soll Fußball vor allem Spaß machen, wir bauen uns da keinen Druck auf."

Bad Brambachs abgelegene Lage im südlichsten Zipfel des Vogtlandes sorgt seit jeher dafür, dass sich Fußball-Wandervögel kaum dorthin verirren, zumal im Kurort auch keiner mit Geldscheinen lockt. Gert Fineiß und sein Co-Trainer Thomas Lenk sehen darin sogar einen Vorteil: "Wir stammen alle aus Bad Brambach und Umgebung. Da passt der Zusammenhalt und die Stimmung. Das wollen wir bewahren." Als Beweis dafür steht Tony Heise. Der Torschützenkönig der Staffel in der vergangenen Saison (22 Treffer) weckte natürlich das Interesse höherklassiger Vereine. Doch Tony Heise hält seinem SSV die Treue.

Bei aller Bescheidenheit: So ganz verlässt sich Gert Fineiß für die neue Spielzeit nicht ausschließlich auf guten Zusammenhalt und das Projekt Jugend forscht. Erstmals gibt es in der Sommerpause zum Beispiel ein dreitägiges Trainingslager in der Sportschule Werdau. Natürlich kann das Saisonziel nur Klassenerhalt lauten. "Wir haben spielerisch keine schlechte Mannschaft, die komplett zusammenbleibt und nun noch durch nachrückenden Nachwuchs ergänzt wird. Dazu sind Spieler wie Patrick Platzer und Nico Heise nach langer Verletzungspause wieder zurückgekehrt - ich bin ganz optimistisch."

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