Kapitän denkt schon an die Karriere nach der Karriere

Fußball-Regionalligist VfB Auerbach treibt seine Personalplanungen voran. Dass Marcel Schlosser seinen Vertrag zwei Jahre verlängerte, ist dabei ein wichtiges Puzzleteil.

Auerbach.

Manchmal reichen wenige Worte, um auszudrücken, was wichtig ist. "Der VfB Auerbach ist für mich eine Herzensangelegenheit", sagte Marcel Schlosser, als er vergangene Woche seinen Vertag beim Fußball-Regionalligisten bis zum Sommer 2021 verlängerte. Der Mittelfeldspieler hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, bis ins Jahr 2021 in Auerbach bleiben zu wollen. "Damals habe ich nur per Handschlag mein Versprechen geben", so der 31-Jährige. "Jetzt haben wir uns aber noch einmal zusammengesetzt und alles zu Papier gebracht."

Mit Schlosser bleibt den Vogtländern eine Identifikationsfigur und ein Leistungsträger erhalten. Er war im Sommer 2015 vom 1. FC Magdeburg nach Auerbach gewechselt und schlug ein wie eine Bombe. Seitdem gehört er zu den Akteuren, die das Auerbacher Bild und die Spielweise entscheidend prägen. "Ich muss funktionieren", sagt er. "Dafür benötige ich aber meine Freiräume." Die erhält er in Auerbach, und er zahlt das bislang mit Leistung zurück. In 123 Spielen erzielte er 27Tore, darunter auch den unvergessenen Treffer von der Mittellinie gegen den BFC Dynamo. 51 Tore bereitete Marcel Schlosser vor.

Dass der Auerbacher Kapitän zu den stärksten Regionalligaspielern auf seiner Position gehört, zeigt der Rückblick auf die abgelaufene Saison: Obwohl Schlosser sowohl in der Sommer- als auch in der Wintervorbereitung verletzt komplett fehlte, erzielte er zehn Tore und bereitete 16 vor. "Um dieses Niveau zu halten, muss ich viel investieren", räumt Schlosser ein. "Ich weiß, dass das wohl mein letzter Vertrag als Fußballer sein wird. Es geht nicht mehr um mich, sondern um die Mannschaft und den Verein, in dem Jeder jeden Tag hart arbeitet. Ich will mit anpacken, weil ich mich in Auerbach so pudelwohl fühle, wie in keinem anderen Verein zuvor."

Und so ist es auch nicht erstaunlich, dass Schlosser schon über das Jahr 2021 hinaus denkt. Zumindest besteht die Chance, dass er auch über sein 33. Lebensjahr hinaus in Auerbach Fußball spielt. "In zwei Jahren setzen wir uns wieder zusammen und entscheiden, ob es noch ein oder zwei Jahre weitergeht." Und wenn nicht, dann will Schlosser sich weiter für den VfB engagieren. Zunächst plant er, seinen Trainerschein zu machen. "Dann will ich als Nachwuchstrainer oder in anderer Funktion einsteigen."

Bis dahin soll der VfB weiter auf Regionalliganiveau mit Schlosser als Kapitän spielen. "Ich möchte, dass wir als VfB Auerbach weiter erfolgreich sind. Das heißt: den Klassenerhalt schaffen und im Pokal so weit wie möglich kommen." Dabei sieht er auch die Nachteile der Vogtländer, in der von Profivereinen geprägten Regionalliga. "Wenn die anderen regenerieren, gehen wir arbeiten", sagt Schlosser, der als Einzelhandelskaufmann sein Geld verdient.


Der dritte Schmidt im Team

Nach Stefan Schmidt im Tor und Sebastian Schmidt auf der linken Seite - beide sind Stammspieler - kommt ein weiterer Schmidt beim VfB Auerbach hinzu: Maximilian Schmidt. Der 19-Jährige wechselt vom FC Oberlausitz ins Vogtland. Der Mittelfeldspieler kam in Neugersdorf in seiner ersten Regionalligasaison auf 28 Einsätze, erzielte drei Tore. Er wurde im Nachwuchs der SG Dynamo Dresden ausgebildet. Die Neugersdorfer haben ihre Mannschaft aus der Regionalliga zurückzogen und wollten Schmidt nicht die Chance verbauen, weiterhin viertklassig zu spielen. Schmidt hatte noch einen gültigen Vertrag für die Oberliga. Neugersdorf legte ihm aber keine Steine in den Weg, seinem bisherigen Vereinskameraden Eric Träger ins Vogtland zu folgen.

Einen Vertrag für die Regionalligamannschaft hat auch Jan Luderer erhalten. Von den Bambini bis zur U 19 durchlief er bereits alle VfB-Nachwuchsteams. (masc)

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