Langes Trockentraining droht

Die Eisschnellläufer des TSV Vorwärts Mylau sind im Winter auf die Großbahn in Chemnitz angewiesen. Da deren Sanierung deutlich länger dauert, stehen die Vogtländer vor ungewissen Monaten.

Mylau.

Die Mylauer Eisschnellläufer sind zurück auf dem Eis. Zumindest einige Sportler des TSV Vorwärts nutzen in diesen Tagen die Möglichkeit, in der Max-Aicher-Arena im bayerischen Inzell auf das sogenannte Sommereis zu gehen. Wie und wann die Schützlinge von Trainer Reiner Roth in der im Oktober beginnenden Saison aber auf dem gewohnten Untergrund trainieren können, ist derzeit sehr ungewiss. Normalerweise fahren die Mylauer zweimal pro Woche auf die 400-Meter-Bahn nach Chemnitz. "Ab der Altersklasse 11 muss das sein, damit die Sportler auch die entsprechenden Umfänge trainieren können", sagt Roth.

Das werden sie in Chemnitz frühestens im Januar 2021 wieder tun können. Die rund 50 Jahre alte Eisschnelllaufbahn im Eissportzentrum im Küchwald wird seit Anfang März saniert und sollte ursprünglich im Oktober wieder nutzbar sein. Beim Abriss der alten Bahn aber wurde mit Asbest belastetes Material gefunden. Das Problem, wie und wo dieses entsorgt werden kann, brachte erhebliche Verzögerung der Bauarbeiten mit sich. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Bahn Ende des Jahres fertig wird und die Inbetriebnahme bis Ende Januar erfolgen kann. "Das trifft uns hart. Im Gegensatz zu den Chemnitzern, die vielleicht nach Dresden ausweichen können, haben wir diese Möglichkeiten nicht. Unter der Woche haben wir nicht die Zeit, mit den Kindern nach Erfurt oder Dresden zu fahren. Das ist viel zu weit weg", so Reiner Roth.

Während sein Sohn Michael als Mitglied des Nationalkaders der Männer am Bundesstützpunkt in Berlin trainiert und ihn somit die Einschränkungen nicht betreffen, sieht es besonders für die ältesten Mylauer Nachwuchsathleten für den Winter schlecht aus. Und das, wo es in der vergangenen Saison sehr gut lief für die Vogtländer. So sorgten die beiden B-Junioren Benjamin Derksen und Jacob Seifert im Deutschen Juniorencup für Furore. Im Duell mit Sportlern, die hauptsächlich an Stützpunkten wie Erfurt oder Inzell trainieren, hielt das Mylauer Duo hervorragend mit. Am Ende feierte Derksen beim Finale in Inzell - kurz vor Beginn der Corona-Pandemie - den Gesamtsieg, sein Vereinskamerad Jacob Seifert wurde Dritter.

Um an diese Leistungen anknüpfen zu können, brauchen nicht nur die beiden Läufer zwingend Eistraining. Zwar planen die Mylauer, in den Herbstferien ihr traditionelles Trainingslager in Inzell durchzuführen. "Wir werden uns diesmal aufgrund der Umstände mit Chemnitz fast ausschließlich auf das Eistraining konzentrieren. Diese Woche ist immer sehr wichtig, um einen Grundschliff in alles reinzubekommen", sagt Reiner Roth. Positiv für den Verein ist auch, dass er in Mylau eine Rollbahn hat, auf der im Sommer trainiert werden kann. Dort spulen die Sportler derzeit viele Kilometer ab. "Nach der langen Pause waren im Juni alle heiß darauf, wieder loszulegen. Die Trainingsbeteiligung liegt bei 100 Prozent, das ist fast ein wenig ungewohnt", erzählt Roth mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

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