Lust am Fußballspielen ist wichtiger als Titel und Urkunden

Nachwuchstrainer David Eichhorn von Concordia Plauen hat den Ehrenamtspreis des DFB verliehen bekommen. Mit einigen seiner Talente steht er künftig gemeinsam auf dem Platz.

Plauen.

Wenn man David Eichhorn von "seinen Jungs" erzählen hört, bekommt man eine Ahnung davon, warum sich die Verantwortlichen seines Vereines SV Concordia Plauen gesagt haben: Der David hat sich eine ordentliche Auszeichnung verdient. Das sah man beim Vogtländischen und beim Sächsischen Fußballverband offenbar genauso. So durfte der 32-Jährige unlängst in Dresden den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußball-Bundes entgegennehmen.

"Seine Jungs" - das sind die A-Junioren des SV Concordia, die David Eichhorn als Trainer betreut. Wobei die Bezeichnung Trainer nur unzureichend beschreibt, worauf man sich mit so einer Aufgabe einlässt. "Eigentlich bist du da Mädchen für alles: Trainer, Zeugwart, Mannschaftsleiter, Physiotherapeut und manchmal auch Aushilfs-Vater", sagt Eichhorn. Seit etwa 14 Jahren nimmt er diese Mehrfachbelastung nun schon auf sich, nicht immer zur reinen Freude seiner Lebensgefährtin, schließlich spielt er selbst noch in der ersten Mannschaft.

All diese 14 Jahre betreute er dieselbe Mannschaft, eben "seine Jungs". "Da entwickelt man natürlich eine besondere Beziehung, immerhin sind bei den heutigen A-Junioren noch zehn Mann dabei, mit denen ich damals bei den F-Junioren angefangen habe." Loslassen fällt da nicht leicht, muss David Eichhorn, der bei Goldbeck in Treuen als Planungsingenieur für Gebäudeleittechnik arbeitet, jetzt aber. Am Sonntag bestreitet seine Mannschaft das letzte Spiel in der Kreisliga, ausgerechnet beim Tabellenführer Ranch Plauen/Weischlitz. Danach ist die Mannschaft Geschichte. Etliche der Spieler werden in die Männerteams aufrücken und künftig mit ihrem langjährigen Trainer gemeinsam auf dem Platz stehen. Für nächste Saison hat Concordia keine A-Junioren gemeldet.

Für David Eichhorn Gelegenheit,etwas kürzer zu treten. Ob er lange ohne Ehrenamt bleibt, darf man getrost bezweifeln. Der 32-Jährige gehört ganz offensichtlich nicht zu denen, die sich zurücklehnen und sagen: Macht mal! Das hat er oft genug bei seinem Verein bewiesen, dem er nach einigen anderen Stationen seit 2004 die Treue hält.

"David übernahm schon in jungen Jahren ohne großes Zögern die Mannschaft im D-Junioren-Alter, als der ursprüngliche Trainer den Verein verließ. Trotz des im vergangenen Jahr beendeten Studiums und des aktiven Spielbetriebs in der ersten Männermannschaft fand er immer Zeit für sein Team. So verbringt er oft den Großteil der Woche und die Wochenenden auf dem Fußballplatz", lobt Abteilungsleiter Christian Glück den frischgebackenen Ehrenamtspreisträger. Es passt ins Bild, dass der vor sechs Jahren für eine geraume Zeit auch noch das verwaiste Amt des Nachwuchsleiters des Vereins übernahm.

Das kostete Kraft, denn ein Mann halber Sachen ist David Eichhorn nicht. Was er macht, das macht er gründlich. Unvorbereitet zu den beiden Trainingstagen seiner Junioren zu kommen zum Beispiel, gibt es bei ihm nicht. "Ich mache mir vor jedem Training viele Gedanken, welche Ziele, welche Inhalte ich den Jungs vermitteln will." Menschliche Werte sind ihm dabei wichtiger als Titel und Urkunden. "An Nummer 1 steht bei mir, fair und ehrlich miteinander umzugehen, Fußball als Mannschaftssport zu begreifen. Die Lust am Spiel, das Verständnis füreinander möchte ich entwickeln. Es sollte nicht alles ganz allein dem Erfolg untergeordnet werden."

Diese Botschaft scheint bei seinen Jungs angekommen zu sein: Von den F- bis zu den A-Junioren hatten David Eichhorn und sein langjähriger Co-Trainer Sascha Wagner immer einen so großen Stamm an Kickern, dass sich der SV Concordia nie Gedanken über mögliche Spielgemeinschaften machen musste. Mit einer auch durch seine Arbeit stark verjüngten Männermannschaft sowie fünf Nachwuchsteams in verschiedenen Altersklassen sieht sich der Verein für die Zukunft gut aufgestellt. Und das ist David Eichhorn ganz offensichtlich wichtiger als alle Preise der Welt.

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