Markneukirchen verschiebt seinen Kampf gegen Nürnberg

Die Vereine der Ringer-Bundesliga haben sich diese Woche trotz verschärfter Corona-Bestimmungen auf das Weitermachen verständigt. In der Regionalliga gehen dagegen die Lichter bereits aus.

Markneukirchen.

Die verbliebenen Vereine der Ringer-Bundesliga wollen die Saison fortsetzen. Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz, die der Deutsche Ringer-Bund am Dienstag anberaumt hatte und an der auch der AV Germania Markneukirchen teilnahm. Die Vogtländer ringen aber nur unter einer Bedingung weiter: Es müssen genügend Zuschauer zugelassen werden. "Auch wenn Burghausen, Kleinostheim, Nürnberg und Schorndorf ohne Zuschauer ringen würden, so kommt das für uns nicht infrage. Ohne Zuschauer können und wollen wir nicht antreten. Das haben wir schon vor der Saison betont und daran halten wir fest", so der Vorsitzende des AV Germania, Jens Berndt.

Aus diesem Grund haben die Markneukirchener die Verlegung des am Samstag geplanten Heimkampfes gegen Johannis Nürnberg auf den 8. November beantragt. Aufgrund der verschärften Corona-Bestimmungen des Vogtlandkreises hätten sich nur noch 100 Personen in der Ringerhalle aufhalten können. Zu wenig für den AV Germania, um keinen wirtschaftlichen Schaden zu erleiden.

"Die Hygienemaßnahmen in der Sporthalle sind streng, aber Geisterkämpfe wie zuletzt in Schorndorf kommen nicht in Frage. Das können wir finanziell nicht stemmen", so Berndt. Er verweist dabei nicht nur auf fehlende Einnahmen, sondern auch auf erschwerte Bedingungen für die vielen Helfer und Ordner, die den ganzen Abend mit Maske arbeiten müssen. "Da möchte ich mal eine Lanze brechen. Was die vielen Ehrenamtler hier stemmen, ist beachtlich und unbezahlbar", so der Vorsitzende.

Der sportliche Leiter Jörg Guttmann führte bereits Gespräche mit den Athleten über die Weiterführung der Saison. "Die Meinungen gehen weit auseinander, von vorsichtshalber vielleicht nicht weiterringen bis hin zu: Wir brauchen die Kämpfe, allein das Training hilft uns nicht weiter." Ändert sich an der aktuellen Situation nichts, ist wohl auch für Germania die Saison vorbei. "Dann haben wir zumindest alles versucht und sind dabei an unsere Grenzen gegangen", kommentiert Jens Berndt den Fall der Fälle.

In der Regionalliga Mitteldeutschland ist der Saisonabbruch schon beschlossene Sache. Diesen Entschluss fassten die Präsidenten der Landesorganisationen Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin, die in der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland vereinigt sind, am Mittwoch gemeinsam mit Vertretern der drei verbliebenen Vereine.

Bereits vor dem Saisonstart mussten der RC Germania Potsdam, die KG Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt und der KFC Leipzig die Segel streichen, weil die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sie nicht umsetzbar waren. Es verblieben mit der Wettkampfgemeinschaft (WKG) Pausa/ Plauen, dem 1. Luckenwalder SC, dem RSK Gelenau, RV Thalheim und SV Luftfahrt Berlin nur fünf Mannschaften. Am zweiten Kampftag vermeldete Luckenwalde zwei Coronafälle und zog sich aus der Liga zurück. Als jetzt auch der SV Luftfahrt einen Corona-Verdachtsfall meldete, stand der Hauptstadtklub für weitere Kämpfe nicht mehr zur Verfügung.

In Folge dessen wurde eine Videokonferenz der fünf Landespräsidenten einberufen, in die auch die Vertreter der drei verbliebenen Vereine einbezogen wurden. Da der Erzgebirgskreis und das Vogtland nunmehr als Risikogebiet zählen, damit auch verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen greifen, sahen diese Vereine keine andere Möglichkeit, als die weiteren Kämpfe abzusagen. "Hier spielt die Verantwortung gegenüber den Ringern, Trainern, den Funktionären sowie Fans und Sponsoren eine wichtige Rolle. Es kommen aber auch immer mehr wirtschaftliche Aspekte ins Spiel", beschreibt Ligenleiter Henning Tröger die Situation. "Wenn nur noch 100 Personen in die Halle dürfen, bleibt es bei gerade einmal 30 bis 40 Zuschauern, und das zwingt die Vereine finanziell in die Knie", so der Vorsitzende des KSV Pausa, Ulrich Leithold.

"Wir müssen jetzt an die Existenz der Vereine denken. Die Aufrechterhaltung des Trainings- und Vereinsbetriebes hat oberste Priorität. Da warten weitere Herausforderungen auf jeden Verein im Umgang mit den Behörden. Der Trainingsbetrieb ist für viele der letzte verbliebene soziale Kitt in Zeiten der Einschränkungen", so der Vizepräsident des Ringerverbandes Sachsen, Sören Ullrich.

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