Nach dem ersten Spiel ist schon Schluss

Der VfB Auerbach hat den Einzug ins Achtelfinale des Sachsenpokals deutlich verpasst. Die Leistung der Vogtländer gegen Lok Leipzig war sehr dürftig.

Auerbach.

VfB-Manager Volkhardt Kramer hatte vor dem Spiel der dritten Runde des Sachsenpokals in Richtung des VfB-Teams seine Erwartung ausgedrückt. Nur mit einer außerordentlich guten Leistung habe der VfB gegen den Regionalliga-Konkurrenten Lok Leipzig eine Chance. Die Worte verhallten ungehört. Denn die Auerbacher Spieler riefen bei der 1:4-Heimniederlage am Samstag nichts davon ab. "Leipzig hat verdient gewonnen", gestand auch VfB-Coach Sven Köhler.

Den Leipzigern war es von Beginn an anzumerken, dass sie die Derby-Schmach aus der Vorwoche so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen wollten. Lok nahm den Kampf an - auch über die Grenzen des Erlaubten hinaus. "Wir haben uns von der Aggressivität beeindrucken lassen", sagte Auerbachs Philipp Müller. Und das, obwohl Auerbach genau das erwartet hatte. "Eine Überraschung war es nicht", sagt Müller. "Aber irgendwie haben wir den Kampf trotzdem nicht angenommen." Der VfB kam nicht in die Zweikämpfe, die entscheidenden Duelle gingen meist zugunsten der Gäste aus. Und so gewann Leipzig nicht nur Zentimeter um Zentimeter, sondern auch das Selbstbewusstsein zurück. Dagegen verlor die Auerbacher Elf spürbar das Selbstvertrauen - oder ließ sich zusätzlich auch noch aus der Konzentration bringen. Der Mann, der daran einen entscheidenden Anteil hatte, war der Unparteiische, der einen noch schlechteren Tag erwischte als die Auerbacher Elf. "Ich tue mich mit solchen Worten schwer", sagte VfB-Coach Köhler. "Aber der Schiedsrichter war dem Spiel heute nicht gewachsen." Jens Klemm bewertete von Anfang an Foulsituationen ungleich, hatte keine Linie - und lag bei seinen persönlichen Strafen völlig daneben. Leipzigs Pfeffer hätte schon in der ersten Halbzeit nach einer Tätlichkeit mit Rot vom Feld gemusst, eine ähnliche Aktion gab es auch noch nach der Pause. Köhler: "Leipzig hätte das Spiel wahrscheinlich auch so gewonnen und es soll auch keine Entschuldigung sein, aber dennoch bleibt ein fader Beigeschmack." Als sich Auerbach schon mit den ungewöhnlichen Schiedsrichter-Entscheidungen befasste, fiel das 0:1. Mal wieder ein Sonntagsschuss. Nach den Gegentoren aus der zweiten Reihe in Meuselwitz und in Berlin sind Fernschüsse mittlerweile der Erfolgsgarant gegen den VfB. "Irgendwann ist das kein Zufall mehr", sagt Müller. In diesem Fall fiel Salewskis Schuss aus 23 Metern genau in den Winkel. Maximilian Schlosser war chancenlos. Selbst das 0:1 hätte den VfB noch nicht aus dem Wettbewerb werfen müssen. "Knackpunkt waren die beiden schnellen Gegentore nach der Pause", analysiert Köhler. Immer, wenn Auerbach zu einer Offensive ansetzte, konterte Leipzig die Gastgeber aus. "Sicherlich hat Lok die Qualität für diese Tore", merkt Köhler an, "aber mir fallen die Gegentore auch zu einfach." Bestes Beispiel: Gerade als Paul Horschig den 1:3-Anschlusstreffer erzielt hatte, war Auerbach nach dem Anpfiff unsortiert genug, um sofort das 1:4 zu kassieren. "Wir stellen uns zu naiv an", sagt Abwehrspieler Müller. Ein Problem, dass der VfB Auerbach schon zu Saisonbeginn hatte.

Statistik Auerbach: Max. Schlosser - Seb. Schmidt, Müller, M. Sieber, Morosow (61. T. Sieber) - Horschig - Kadric, Wurr/V (61. Baude), Mar. Schlosser, Stock - Zimmermann; Tore: 0:1 Salewski (28.), 0:2 Ziane (54.), 0:3 Pfeffer (61.), 1:3 Horschig (69.), 1:4 Ziane (70.); Schiedsrichter: Klemm (Gröditz); Zus.: 1075

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