Neuer Integrationslotse will Ängste abbauen

Der Kreissportbund Vogtland hat nach der Umstrukturierung eine neue Stelle geschaffen. Oliver Großpietzsch nimmt sich dieser an.

Plauen.

Sport ist nicht nur gut für die Gesundheit, er kann auch im sozialen Umfeld Entscheidendes beitragen. "Gemeinsame sportliche Aktivitäten fördern die Begegnung von Menschen ganz unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, sie schaffen Verständigung und gegenseitige Toleranz, wodurch Vorurteile abgebaut werden", schätzt das Innenministerium ein. "Sport vermittelt darüber hinaus Werte, Verhaltens- und Orientierungsmuster - wie Fair Play, Regelakzeptanz und Teamgeist." Das gilt für die große Bühne wie für die kleine.

Seit dem 1. Mai hat nun auch der Kreissportbund Vogtland einen neuen Integrationslotsen. Der Reichenbacher Oliver Großpietzsch hatte sich auf die Stelle beworben und den Zuschlag erhalten. "Ich kenne das Programm aus der Perspektive des Ehrenamts im Verein", so der 32-Jährige. Anlass sei die Eröffnung des Flüchtlingsheimes in Reichenbach 2015 gewesen, so Großpietzsch. "Wir haben uns auch im Verein Gedanken gemacht, wie wir Integration unterstützen können."

Die SpVgg Heinsdorfergrund, bei der der Reichenbacher Tischtennis spielt, suche schließlich auch immer nach Mitgliedern. Eine Win-win-Situation also engagierte sich der Club auch beim Thema Integration. "Erst hatten wir ein allgemeines Sportangebot. Zudem haben wir die Zusammenarbeit mit dem Reichenbacher Jugendklub gesucht", schildert Großpietzsch. "Uns war klar, dass wir Anknüpfungspunkte finden müssen zwischen Flüchtlingen und Jugendlichen vor Ort."

Das sei gut gelaufen und habe sich etabliert. Nachdem die Stelle des Integrationslotsen nach einer Umstrukturierung im Kreissportbund ausgeschrieben wurde, hat Großpietzsch nicht lange gezögert. "Aktuell ist es leider nur eine halbe Stelle. Aber ich hoffe, das ändert sich irgendwann."

Aufgaben gäbe es genug, so der Reichenbacher. Programme zur Integration laufen schon seit rund 30 Jahren, auch im Vogtland, die Stelle des Integrationslotsen gäbe es seit 2016. "Es gibt viele Vereine hier bei uns, die sich engagieren. Eine der ersten Aufgaben wird sein, den Clubs zu zeigen, dass hier ein Netzwerk existiert, welches Hilfe leisten kann", erklärt Großpietzsch, der zudem noch eine halbe Stelle bei der Deutschen Post hat. Man wolle den Vereinen auch bei Problemen Unterstützung geben. "Allein der ganze Verwaltungsaufwand schreckt sicherlich manche Vereine ab."

Doch in erster Linie gehe es darum, in der Bevölkerung Ängste abzubauen. Das gelte jedoch nicht nur für Flüchtlinge, so der Reichenbacher. "Wir haben keine reine Zielgruppe. Unsere Angebote gelten auch für die Arbeit mit sozialen Randgruppen, die über den Sport den Weg in die Gesellschaft finden können." Gegenseitiges Verständnis und Respekt seien das oberste Ziel. Großpietzsch: "Und da wollen wir unterstützen!"

Und auch die Schulen sollen wieder vermehrt in die Planung für Aktionen aufgenommen werden. "Vor kurzem waren wir an der Grundschule Hartmannsgrün. Auch hier wollen wir den Kindern die Werte wie Toleranz und Respekt vermitteln." Im September stehe in enger Zusammenarbeit mit dem Landessportbund die "Reise um die Welt" auf dem Programm, eine sportliche Entdeckungstour über den Globus.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...