Nur einer schnürt derzeit die Schlittschuhe

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Kein Eistraining, keine Wettkämpfe - die Eisschnellläufer aus Mylau sind wie viele Sportler zum Nichtstun verdammt. Einzig für ihr Aushängeschild läuft vieles normal.

Mylau/Berlin.

Wenn am Wochenende im niederländischen Heerenveen die Einzelstrecken-Weltmeisterschaft im Eisschnelllauf über die Bühne geht, wird Michael Roth die Wettkämpfe über das Internet verfolgen. Für den 21-Jährigen vom TSV Vorwärts Mylau sind internationale Vergleiche in dieser Saison Mangelware. Außer internen Rennen mit Trainingskameraden auf der Bahn im Berliner Sportforum gab es für den Vogtländer in den vergangenen Monaten keine Höhepunkte. Bei der von der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft im Januar dezentral durchgeführten Qualifikation für den Weltcup verpasste Roth knapp einen Platz im Team. "Es sollte einfach nicht sein. Ich nehme das sportlich und lege den Fokus schon jetzt komplett auf die neue Saison", erzählt der Mylauer.

Die ungewohnte wettkampffreie Zeit nutzt der 21-Jährige, um derzeit viele intensive Einheiten auf dem Eis zu absolvieren. Auf dem Programm stehen deutlich größere Umfänge als sonst um diese Zeit. "Wir schauen ganz genau, wo wir jetzt stehen und was dann im Sommer zu tun ist. In unserer Trainingsgruppe ist ein guter Mix vorhanden, das macht wirklich Spaß", sagt Michael Roth. Zufrieden ist er auch mit seinem neuen Trainer Alexis Contin. Der Franzose, der bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen vordere Platzierungen belegte, hat erst vor wenigen Wochen in Berlin Verantwortung übernommen. "Man merkt, dass er selbst bis vor kurzem als Athlet aktiv war. Er gibt viel guten Input und geht gut auf mich ein. Gleichzeitig fordert er viel und kitzelt die letzten Prozent raus", erzählt Michael Roth, der die Verbesserungen bei seiner eigenen Leistung schon sieht. So halte er bei den 1500 Metern das hohe Anfangstempo jetzt länger durch. Gearbeitet werden müsse in Zukunft noch am Stehvermögen in der letzten Runde: "Auch wenn die Saison mit Corona und dem Trainerwechsel sicherlich nicht optimal verlaufen ist, gehe ich mit einem guten Gefühl ins Frühjahr und die Vorbereitung auf die neue Saison."

2021/22 hofft der 21-Jährige dann auf viele internationale Vergleiche. Minimalziel ist die Qualifikation für den Neosenioren-Weltcup, bei dem der Mylauer zum letzten Mal starten kann. Der Blick geht aber auch schon zum normalen Weltcupzirkus, bei dem er gern dabei wäre. Die Olympischen Winterspiele in Peking im Februar 2022 sind bei Michael Roth zwar auch im Kopf, "aber dafür müsste alles perfekt laufen". Dass es das in den nächsten Monaten tut, darauf hoffen auch seine Vereinskameraden in Mylau. Sie sind aufgrund der Corona-Pandemie seit November zum Nichtstun verdammt. Das Trainingslager Ende Oktober in Inzell war die einzige Möglichkeit in den vergangenen Monaten, aufs Eis zu gehen. Seitdem ruht der Trainingsbetrieb in Mylau komplett. Da im Eisschnelllauf die Saison im März endet, hat der Verein bereits abgehakt, vor dem nächsten Oktober noch einmal aufs Eis zu kommen.

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