Rodewischer betritt in Bukarest die Europameisterschaftsbühne

Gewichtheber Raphael Friedrich hofft am Donnerstag auf einen Platz unter den zehn besten Junioren weltweit. Inzwischen gehört er zum deutschen Perspektivkader für Olympia 2024.

Rodewisch.

Europameisterschaftsstarts ist Raphael Friedrich von der TSG Rodewisch gewöhnt. In den vergangenen Jahren kam das Gewichthebertalent aus dem Vogtland immer mit Medaillen vom Saisonhöhepunkt zurück. Am Donnerstagabend nun betritt der 18-Jährige in der rumänischen Hauptstadt Bukarest erstmals als Junior die EM-Bühne - und das mit einer völlig anderen Erwartungshaltung. "Raphael ist einer der jüngsten Starter überhaupt, seine Konkurrenten sind bis zu drei Jahre älter. Gerade aus Russland und Osteuropa kommen da jetzt ganz andere Gegner auf ihn zu als bisher bei der Jugend-EM", ordnet Heimtrainer Arne Hartenberger die Konkurrenz ein. Medaillenträume blühen da keine. "Alles ab Platz 10 wäre ein Riesending."

Die Qualifikation für die EM hatte der Rodewischer im Mai im italienischen San Remo auf Anhieb geschafft, und das sehr überzeugend. 290 Kilogramm im Zweikampf lautete die Norm für seine Gewichtsklasse bis 89 Kilogramm, 315 stemmte der Vogtländer. "Aufgrund seiner starken Leistungen ist Raphael daraufhin in den deutschen Perspektivkader für die Olympischen Spiele 2024 berufen worden. Damit wird er besonders gefördert", freut sich Hartenberger.

Nach diesem gelungenen Frühling gab es für den Vogtländer, der am Olympiastützpunkt in Chemnitz bei Peter Hruby trainiert und seit dieser Saison auch für die Bundesligamannschaft des Chemnitzer Athletenclubs antritt, im Sommer einen Nackenschlag. Bei einer Wettkampfreise im August nach Japan fing sich Raphael Friedrich eine üble Durchfallerkrankung ein. An einen Start war nicht zu denken, innerhalb weniger Tage verlor er zehn Kilogramm Gewicht. Für einen Gewichtheber eine Katastrophe. Trainer Hrubys Fingerspitzengefühl und gezielter Ernährungsberatung ist es zu verdanken, dass der Rodewischer schnell wieder seiner Kampfgewicht von 90 Kilogramm erreichte und im Training gleich mal zwei Bestleistungen raushaute: 145 Kilogramm im Reißen und 175 im Stoßen. "Wenn er diese 320 Kilogramm in Bukarest im Zweikampf wiederholen kann, wäre das ein Rieseneinstand", sagt Arne Hartenberger. Und schickt hinterher: "Raphael ist ein Wettkampftyp, der kann sich noch mal steigern, wenn andere weiche Knie bekommen..." Von Vorteil wird auf alle Fälle sein, dass Friedrich vor Ort von Peter Hruby betreut wird, der noch zwei weitere Heber am Start hat.

Die 89-Kilogramm-Klasse ist für Raphael Friedrich übrigens nur eine Zwischenstation. Da sie nicht zum olympischen Programm gehört, soll der 18-Jährige perspektivisch in die 96-Kilogramm-Klasse wechseln.

Mit seiner Trainingsgruppe der TSG Rodewisch wird Hartenberger das Geschehen in Bukarest natürlich live verfolgen - es wird per Stream im Internet übertragen. "Dazu haben wir extra die Trainingszeiten etwas umgestellt."

Service Raphael Friedrichs Wettkampf in Bukarest beginnt 18 Uhr deutscher Zeit (19Uhr Ortszeit). Er kann unter folgender Adresse im Internet per Livestream verfolgt werden: www.ewfed.com/ewf-junior-gold- oqe--u23-silver-oqe-weightlifting-championships-17-27-october-2019-bucharest-rou.html.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...