Sachsens Kegler brechen ihre Saison ab

Auf Verbandsebene wird erst im September nächsten Jahres wieder gespielt

Mehltheuer/Auerbach.

Für die Kegler der Region gibt es in dieser Saison kaum eine Rückkehr in den Ligaspielbetrieb. Unabhängig von der Entwicklung der Corona-Pandemie hat der Keglerverband Sachsen (KVS) am vergangenen Wochenende alle Wettbewerbe auf Landesebene abgesagt. Auf die Bezirks- und Kreisebene hat die Entscheidung zuerst einmal keinen direkten Einfluss. Der Keglerverband Chemnitz zum Beispiel teilte mit, dass er möglicherweise anders als der KVS über den Saisonverlauf entscheidet. Darüber soll im Januar beraten werden.

Der Beschluss des Landesverbandes orientiert sich am Vorgehen auf Bundesebene. Der Deutsche Keglerbund Classic (DKBC) hat ebenfalls entschieden, die Saison abzubrechen. Diese Entwicklung deutete sich nach dem bundesweit verkündeten Lockdown an: Der Plan C zum Wiedereinstieg in die Saison hätte vorausgesetzt, dass ab Januar deutschlandweit Trainingsbetrieb möglich ist. "Im Vergleich zu anderen Sportarten macht es bei uns wenig Sinn, nur eine Einfachrunde zu spielen. Die Gegebenheiten einer Kegelbahn machen einiges aus, und die Mannschaften brauchen die Chance auf Hin- und Rückspiel", sagt KVS-Sportwart Werner Kießling. Der Plan sieht vor, dass die neue Saison im September 2021 mit der jetzigen Ligenstruktur und den in den einzelnen Spielklassen befindlichen Mannschaften beginnt.

Die Entscheidungen des Landesverbandes erfahren im Vogtland Zustimmung. "Es ist natürlich schade und traurig, aber wir alle haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Selbst wenn die Zahlen in einigen Wochen hoffentlich sehr rückläufig sind, finden wir es nicht sinnvoll, in ganz Sachsen rumzufahren", sagt etwa Stefan Krause von der SG Grün-Weiß Mehltheuer. Vier Mannschaften des Vereins sind auf Landesebene aktiv. Während das sportliche Leben in Mehltheuer aktuell ruht, macht sich der Verein viele Gedanken um seine Gaststätte. Die hat der jetzige Pächter erst im Mai 2019 übernommen. "Wir als Kegler versuchen alles in unserer Macht Stehende, um den Betreiber zu unterstützen. Es ist die letzte Gaststätte in Mehltheuer", so Stefan Krause.

Dass voraussichtlich erst im September wieder um Punkte und Siege gekegelt wird, kann auch Lars Götz vom SKV Auerbach nachvollziehen. "Wir trainieren seit fast zwei Monaten nicht und brauchen, bevor es losgeht, sicherlich vier Wochen Vorlauf. Da läuft irgendwann die Zeit davon. Mit dem Sommer kommt schließlich auch die Urlaubszeit", sagt der Erste Vorsitzende des Vereins, für den zwei Mannschaften auf Verbandsebene spielen. Auch wenn es vielen Keglern in den Fingern jucken würde und jeder gern eine Kugel in den Händen hätte, mache eine Saisonfortführung auf Krampf keinen Sinn.

Noch nicht ganz abgehakt haben die Verantwortlichen die Landeseinzelmeisterschaften. Ob und in welcher Form es diese im nächsten Jahr geben kann, wird derzeit überlegt. "Es soll aber nicht nur einfach eine Meisterschaft geben. Diese soll schon auf einem guten Niveau stattfinden. Normalerweise werden die Teilnehmer zum Teil aus den Ranglisten der Bundes- und Verbandsligen bestimmt, und alle anderen haben die Chance, sich über die Kreis- und Bezirksebene zu qualifizieren. Ersteres funktioniert jetzt nicht mehr", betont Kießling. Er sieht in der Austragung von Meisterschaften auch eine wichtige Möglichkeit, um die Sportler bei der Stange zu halten.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.