Sanfte Kunst findet ein neues Zuhause

Der Kampfsportverein Vogtland hat in Oelsnitz seit kurzem bessere Trainingsbedingungen. Die Mitglieder bekamen aus diesem Anlass eine Sonderlektion von zwei Großmeistern aus Aalen.

Oelsnitz.

Obgleich Gabriela Bieber und Maja Hofmann noch nie im Japan waren, haben sie eine enge Beziehung zu dem fernöstlichen Land. Erstens essen die beiden Oelsnitzerinnen gerne Sushi, und zweitens haben sie sich in ihrer Freizeit der traditionellen Kampfkunst der Samurai verschrieben, genauer gesagt dem Ju-Jitsu und Hanbo-Jitsu. Gabriela Bieber gesteht ein, es auch schon einmal mit dem Erlernen der japanischen Sprache versucht, aber der komplizierten Schriftzeichen wegen kapituliert zu haben.

Bieber stammt aus Bamberg. "Dort hatte ich mich seit 2005 schon mit Bujinkan, einer besonderen Form des Kampfsports, beschäftigt. Als ich vor ein paar Jahren nach Oelsnitz kam, suchte ich einen Verein, dem ich mich anschließen kann. Zum Glück gibt es ja einen", erzählt die 28-Jährige. Eine Neueinsteigerin ist dagegen Maja Hofmann: "Ich bin erst seit Anfang des Jahres dabei. Mich hat das einfach interessiert und mir macht es Spaß."

Ju-Jitsu heißt übertragen "die sanfte Kunst". Das allein deutet schon an, worum es ankommt: auf Selbstverteidigung mittels verschiedener Griffe, Bewegungen und Drehungen statt auf das gewaltsame Niedermachen eines Gegenüber. Das ist es auch, was Gabriela und Maja zu dem Sport gezogen hat und sie daran fasziniert. Im Alltag anwenden mussten sie ihre Kunst zwar noch nicht, sie machen aber immer wieder die Erfahrungen, dass dadurch ihr Selbstbewusstsein erheblich gestiegen ist. Dass es in diesem Sport keine Meisterschaften oder Wettbewerbe gibt, stört sie nicht.

Ähnlich sieht es auch Christian Hubo, seit 2009 Vorsitzender des Kampfsportvereins Vogtland und seit vielen Jahren ein Aktiver auf der Matte, außerdem der Cheftrainer. "Unser Verein hat zurzeit 24 Mitglieder, von Kindern bis zu Erwachsenen. Wir sind wie eine Familie, weil wir die gleichen Interessen haben." Bei einem Budo-Seminar in Baku errang Christian Hubo den fünften Dan im Ju-Jitsu. Geprüft hat ihn Jürgen Schercher, ein Großmeister aus Aalen.

Die Beiden kennen sich schon seit vielen Jahren. Schercher fühlt sich dem Kampfsportverein Vogtland eng verbunden, war "bestimmt schon zehnmal" in Oelsnitz, um den Vogtländern seine Erfahrungen zu vermitteln und Tipps mit auf die Matte zu geben. Wie am vergangenen Samstag, als er noch Verstärkung mitbrachte: Günter Biegert, auch er ein Großmeister des Ju-Jitsu aus Aalen. Nicht nur Gabriela Bieber und Maja Hofmann profitierten davon und ließen sich von den beiden Großmeistern gerne bescheinigen, dass sie schon eine Menge auf dem Kasten haben.

Dass die Ahlener in Oelsnitz waren, hatte einen besonderen Grund. Am Samstag wurde ein neuer Trainingsraum offiziell eingeweiht. Am Standort Brunnenstraße hat sich nichts geändert. Allerdings: Toni Ranacher - einst ein aktiver Judoka im ASV Oelsnitz - ist es zu verdanken, dass der Boden des Hauses in Eigeninitiative ausgebaut wurde, samt Sanitäranlagen und Umkleideräume. Etwa 200 Quadratmeter Trainingsfläche stehen dort jetzt zur Verfügung. "Ich kann zwar nicht mehr selbst mitmachen, freue mich aber, dass ich damit den Verein helfen kann", sagt Toni Ranacher.

Service Kontakt zum Kampfsportverein Vogtland: Rainer Mateoschat, Ruf 0176 38206634. Der Trainingsraum befindet sich in Oelsnitz, Brunnenstraße 15. Trainiert wird Montag von 18 bis 20 Uhr, Mittwoch 17.30 bis 18.30 (nur Kinder) und 18.30 bis 20.30 Uhr (Erwachsene).

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