"Solche Tage gibt es einfach"

Der VfB Auerbach hat in der Fußball-Regionalliga beim 0:0 in Luckenwalde reihenweise Großchancen versiebt. Der Trainer sah aber auch Positives. Und der verletzte Spielmacher sagt: Abhaken und weiter!

Luckenwalde.

Er zuckte nur mit den Schultern. Marc-Philipp Zimmermann konnte sich am Samstag im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion auch nicht erklären, was ihm und dem VfB Auerbach in den 90 Minuten zuvor widerfahren war. Die Auerbacher fuhren nur mit einem Punkt wieder zurück - und das trotz einer Vielzahl bester Torchancen beim klar unterlegenen Tabellenletzten. Torjäger Zimmermann hätte allein drei bis vier Tore machen können, ja müssen. "Jetzt müssen wir eben weiterkämpfen", sagte VfB-Coach Michael Hiemisch, der mit dem Team sein Ziel durch den Verlust von zwei fest eingeplanten Punkten noch nicht erreicht hat, den Klassenerhalt.

Mit einem Sieg am Samstag wäre dieser wohl so gut wie in trockenen Tüchern gewesen. Das Bittere an der Nullnummer: In Luckenwalde wären drei Punkte wohl so einfach möglich gewesen wie selten zuvor in dieser Saison - trotz aller Widrigkeiten. Auerbach stand auf der Hinfahrt eine gefühlte Ewigkeit im Stau. Das Spiel begann eine Viertelstunde später. Und der VfB war zunächst wohl gedanklich noch im Bus. "Wir sind schwer in die Gänge gekommen, habe die ersten zehn Minuten komplett verschlafen und spielerisch keine Lösungen gefunden", erklärte der VfB-Trainer später. Damit war auch schon der Teppich für die weiteren 80 Minuten ausgelegt: Die Gastgeber kämpften darum, das 0:0 über die Zeit zu retten. Auerbach rannte gleichzeitig an - allerdings ohne den spielerischen Esprit wie noch vor zwei Wochen.

Doch selbst das hätte gegen einen unterlegen Gegner gereicht, wenn die Vogtländer das vermeintlich einfachste im Fußball geschafft hätten: Den Ball ins Netz zu befördern. "Wir alle kennen solche Spiele. Du verzweifelst, weil der Ball einfach nicht rein will", sagt Hiemisch. "Und am Ende fassen wir uns alle an die Nase: Was ist da los?" Und die Frage ist berechtigt: Was war los mit Marc-Philipp Zimmermann, der vor der Pause eine Direktabnahme aus dem Rückraum dem Keeper direkt in die Hände schoss (39.), dann den Keeper bereits umkurvt hatte, den Ball aber am Tor vorbeischoss (49.) und schließlich auch noch unbedrängt vorbeiköpfte (59.). "Vielleicht war es die innere Unruhe, die du als Stürmer bekommst, wenn die ersten Chancen nicht reingehen", mutmaßte VfB-Co-Trainer Bernd Richter. "Denn normalerweise macht er solche Chancen, wie die kurz nach der Pause, in 99 von 100 Fällen rein."

Und selbst wenn der Torjäger mal einen unglücklichen Tag erwischt, dann hätte die Partie dennoch nicht mit einem Remis enden dürfen. Thomas Stock aus dem Hinterhalt (26.), Marcin Sieber, der völlig frei köpfen konnte (44.), Daniel Tarczal, dessen Schuss der Keeper aus dem Dreiangel fischte (74.) oder Felix Lietz, der sogar am leeren Tor vorbeischoss (85.) brachten das Unmögliche fertig: kein Tor in Luckenwalde zu schießen. "Was wir heute an klaren Chancen liegengelassen haben, geht auf keine Kuhhaut. Auch wenn es nicht das spielerisch beste Spiel unsererseits war, wäre es möglich gewesen, mit einem 3:0 oder 4:0 vom Platz zu gehen. Aber Luckenwalde hat das mit Einsatz geschickt verhindert", konstatierte Hiemisch.

Immerhin bleibt trotz des ernüchternden Ergebnisses für den Auerbacher Coach eine positive Erkenntnis: Die Abwehr hat sicher gestanden und nichts zugelassen. "Die Pflicht haben sie gemacht, die Kür ist in die Hose gegangen." Was noch offen bleibt, ist die Frage nach dem Warum. Warum fand der Ball einfach nicht den Weg ins Tor? Der verletzte Marcel Schlosser, der das Spiel von außen mitverfolgte, wollte sich nicht lange mit dieser Frage aufhalten. Seine Analyse: "Solche Tage gibt es einfach. Wir haken das ab und machen am Mittwoch gegen Halberstadt weiter." Und wenn Marc-Philipp Zimmermann dann aus einer Chance ein Tor zum 1:0-Sieg macht, hat er sein Schulterzucken von Luckenwalde schnell vergessen.

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