Tauchverein: Ungewohnte Situation im Jubiläumsjahr

Oelsnitzer wollen ihr Programm nicht komplett zusammenstreichen

Oelsnitz.

Für das laufende 20. Jahr ihres Bestehens hatten die Mitglieder des Tauchvereins Oelsnitz ein Jahresprogramm mit vielfältigen Aktivitäten erstellt. Dass es auf Grund der auch die Unterwassersportler betreffenden Corona-Einschränkungen nicht komplett Makulatur wird, hofft nicht nur Vereinschef Bernd Philipp: "Es ist auch für uns eine ungewohnte Situation, aus der wir nun das Beste machen müssen. Natürlich hoffen wir inständig darauf, dass speziell der Tauchtourismus baldmöglichst wieder anläuft." Zwar hatten einige Mitglieder des im Jahr 2000 in der Oelsnitzer Bierhalle gegründeten Vereins das neue Tauchjahr schon individuell begonnen, doch seit einigen Wochen liegen viele Pläne auf Eis oder wurden bereits abgesagt. Den letzten größeren Tauchausflug unternahm ein Mitglied aus Erlbach vor der als Verbannungsort Napoleons bekannten Insel Sankt Helena im Südatlantik. Der Trip eines anderen Tauchers nach Vietnam fiel schon dem Virus zum Opfer.

Aktuell gehen die Vereinsmitglieder jeder für sich in weitaus kleinerem Rahmen und so gut es geht ihrem Hobby nach. Philipp: "Da wir auch Mitglied in den einschlägigen Sportbünden sind, gelten für uns dieselben Einschränkungen wie für andere Vereine auch. Auch wenn wir unserem Hobby ja eher individuell nachgehen." Philipp selbst taucht ab und an im Schönecker Steinbruch. Dass sich statt den aus exotischeren Tauchrevieren gewohnten Schwärmen bunter Fische derzeit eher Krebse und Frösche vor seiner Gesichtsmaske tummeln, ist schon ein Kontrast. Aber: "Man glaubt gar nicht, wie viel Leben sich auch in so einem Gewässer abspielt", sagt der erfahrene Froschmann, der vor einigen Jahren zwei gestohlene Verkehrsampeln in jenem Steinbruch entdeckt hatte.

Natürlich hoffen Philipp und seine Mitstreiter darauf, baldmöglichst wieder reisen zu dürfen: "Klar würden wir gerne wieder im Ausland tauchen. Wenn wenigstens unser Vereinstrip Ende August nach Malta stattfinden könnte, wäre das schon ein großer Erfolg", sagt der Bauingenieur. Im Herbst wäre eigentlich noch eine gemeinsame Reise nach Kroatien angedacht. Andere Pläne wie ein Ausflug ins Aquarium des Leipziger Zoos oder ein Stelldichein mit den Mitgliedern des befreundeten Tauchclubs Nemo Plauen an der Talsperre Pöhl im Sommer liegen auf Eis. Stattfinden soll auf alle Fälle die für Ende des Jahres geplante Feier des 20. Vereinsgeburtstages in der heimischen Gaststätte Zur Pforte.

Geführt wird der Oelsnitzer Club von einem fünfköpfigen Gremium. Dem gehören neben dem Vorsitzenden Bernd Philipp sein Stellvertreter Uwe Hartl, Schatzmeister Dieter Patzig, Schriftführer Thomas Wendler und Organisationschef Matthias Frolik an. Seit der Vereinsgründung am 2. Dezember 2000 hält sich die Mitgliederzahl konstant um die 40. "Wir wollen auch weiter ein kleiner, familiärer Verein bleiben", sagt Bernd Philipp. "Und wir brauchen keine Karteileichen, um mit hohen Zahlen zu glänzen." Auch sonst sei man gut aufgestellt. "Wir verfügen über fünf Übungsleiter und drei ausgebildete Tauchlehrer. Nur beim Nachwuchs klemmt es etwas." Warum, das kann sich auch Philipp nicht so recht erklären. "Es ist doch ein tolles Hobby und auch nicht so teuer, wie mancher glaubt." Wer einmal in den Tauchsport hineinschnuppern möchte, kann sich an den Chef persönlich wenden, der in der Oelsnitzer Grabenstraße einen kleinen Tauchshop betreibt.

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