Wenn die besten Kumpels im Fanblock des Gegners stehen

Sebastian Schmidt gehört beim VfB Auerbach zu den Kickern mit CFC-Vergangenheit. Nicht nur deshalb wird das Spiel heute für ihn ein ganz Besonderes.

Auerbach.

Der Außenseiter fühlt sich vor dem Derby der Fußball-Regionalliga zwischen dem Chemnitzer FC und dem VfB Auerbach (heute, 14.05 Uhr/live im MDR) in seiner Rolle pudelwohl. Mit wem auch immer man in dieser Woche im Lager der Vogtländer sprach: Neben der Vorfreude war immer auch die Hoffnung herauszuhören, mit einer Top- Leistung und dem nötigen Glück für eine Überraschung zu sorgen.

Bei Sebastian Schmidt, der links in der Auerbacher Viererkette spielt, war das nicht anders: "Es ist für uns eine Super-Ausgangsposition, dass niemand mit uns rechnet. Wir können befreit ins Spiel gehen, weil wir nichts zu verlieren haben", sagt der 23-Jährige. Für den gelernten Industriekaufmann, der im Sommer 2017 aus Elversberg kam und sich beim VfB auf Anhieb einen Stammplatz sicherte, steht allerdings auch fest. "Nach drei ungeschlagenen Spielen brauchen wir uns vor Chemnitz nicht zu verstecken."

Dem Gastspiel beim noch verlustpunktfreien Drittliga-Absteiger und Spitzenreiter fiebert Sebastian Schmidt allerdings nicht nur wegen der sportlichen Herausforderung im Duell David gegen Goliath entgegen. Der Linksfuß ist einer von fünf Spielern im Auerbacher Kader, die auch schon das Trikot des Chemnitzer FC trugen. Sebastian Schmidt hat sieben Jahre im Nachwuchs der Himmelblauen gekickt. "Das war eine Zeit, an die ich viele schöne Erinnerungen habe", sagt er. Außerdem kommt hinzu, dass der gebürtige Erzgebirger, der vor der Zeit beim SV Elversberg beim Goslaer SC kickte, jetzt in Chemnitz wohnt. "Meine besten Kumpels sind fast ausschließlich CFC-Fans. Deshalb wird es ein besonderes Spiel für mich."

Auch die VfB-Routiniers Stefan Schmidt und Marcel Schlosser, die mit dem Chemnitzer FC sogar in der 3. Liga kickten, freuen sich auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. "Es werden sicher viele Freunde und Bekannte im Stadion sein", sagt Torhüter Stefan Schmidt, der zuletzt nur ein Gegentor in drei Spielen hinnehmen musste. Heute dürfte er jedoch einiges zu tun bekommen. Die Chemnitzer haben schon zehnmal getroffen und mit Dejan Bozic (vier Tore) einen Top-Mann geholt.

"Chemnitz ist auf allen Positionen besser besetzt. Aber wir werden unser Bestes geben und sehen, was am Ende dabei rauskommt", sagt VfB-Kapitän Marcel Schlosser. Keine Frage: Die Fans hoffen mit dem Aufwärtstrend der jüngsten drei Spiele im Rücken auf eine ähnliche Überraschung wie im Oktober 2017 im Landespokal. Auch da hieß es Profi-Verein gegen Amateurklub und am Ende gewann durch Tore von Vaclav Heger und Danny Wild der Außenseiter aus dem Vogtland. Bei Chemnitz sind von damals nur noch Dennis Grothe und Daniel Frahn dabei.

Sebastian Schmidt stand beim Pokal-Coup genauso die kompletten 90 Minuten auf dem Feld wie Anfang Februar in Cottbus, als Auerbach beim damaligen Spitzenreiter und späteren Aufsteiger FC Energie einen Punkt holte. Die Ausgangsposition war ähnlich wie die heutige in Chemnitz. (mit matt)

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