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Königin Margrethe und Prinz Henrik 2007 im Schloss Fredensborg.

Foto: STEEN BROGAARD Bild 1 / 6

Dänischer Prinz Henrik gestorben

Es dauerte etwas, bis die Dänen mit ihrem Prinzen Henrik warm wurden. Für Königin Margrethe aber war er in all den Jahren immer der innigste Vertraute. Trotzdem werden sie ihre letzte Ruhe nicht nebeneinander finden.

Von Theresa Münch, dpa
erschienen am 14.02.2018

Kopenhagen (dpa) - Dänemarks Prinz Henrik, der Mann von Königin Margrethe II., ist tot. Der 83-Jährige starb am Dienstag um 23.18 Uhr friedlich auf Schloss Fredensborg nördlich von Kopenhagen. Seine Frau und seine beiden Söhne seien an seiner Seite gewesen, teilte das Königshaus mit.

Der gebürtige Franzose war seit 1967 mit Margrethe verheiratet, fünf Jahre bevor diese zur Königin gekrönt wurde, und galt als ihre große Stütze. Immer wieder sah man die beiden ausgelassen und auch in hohem Alter noch wie frisch verliebt zusammen. Im vergangenen Jahr feierten sie ihre Goldene Hochzeit.

Danach ging es Henrik gesundheitlich immer schlechter. Im September gab das Königshaus bekannt, er leide an Demenz. Im Urlaub in Ägypten zog er sich im Januar eine Lungenentzündung zu. Die Ärzte entdeckten zudem einen gutartigen Tumor in seinem linken Lungenflügel. In der vergangenen Woche verschlechterte sich sein Zustand so dramatisch, dass die Königin alle Termine absagte und Kronprinz Frederik (49) von den Olympischen Winterspielen in Südkorea nach Hause eilte.

Kurz vor seinem Tod war Prinz Henrik am Dienstag noch nach Schloss Fredensborg gebracht worden, wo er laut Palast seine «letzte Zeit» verbringen wollte. Hier, im privaten Schlossgarten, soll nun auch ein Teil seiner Asche beigesetzt werden. Henrik habe sich gewünscht, nach seinem Tod verbrannt zu werden, erklärte das Königshaus. Die andere Hälfte der Asche solle über dem Meer verstreut werden.

Damit wird Henrik später nicht neben seiner Frau, Königin Margrethe, liegen, die nach ihrem Tod im Dom von Roskilde begraben werden wird. Das hatte Henrik bereits im vergangenen Sommer entschieden und damit begründet, dass er nie den Titel König erhalten habe. Ohne diesen wolle er seine letzte Ruhe nicht neben der Königin finden.

Bis zum Schluss haderte Henrik damit, dass er als Ehemann einer Königin nur Prinzgemahl oder Prinz war. Weil er sich in Dänemark nicht respektiert fühlte, zog er sich immer wieder auf sein Weingut in Frankreich zurück, kam beispielsweise auch nicht zur Feier von Margrethes 75. Geburtstag.

Die Beisetzung am kommenden Dienstag findet - ebenfalls auf Wunsch des Prinzen - im engen Familienkreis mit nur wenigen Gästen statt. Es wird kein offizielles Staatsbegräbnis mit Politikern und internationalen Staatsoberhäuptern geben. Zuvor können sich die Dänen allerdings drei Tage lang von Prinz Henrik verabschieden: Der geschlossene Sarg wird am Wochenende in der Schlosskirche von Christiansborg aufgebahrt.

Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen würdigte Prinz Henrik am Mittwoch als einzigartigen Repräsentanten Dänemarks. Henrik habe geholfen, den Dänen die Augen für die Welt zu öffnen. «Er meisterte auf die beste Art dänischen Humor und Selbstironie», erklärte Løkke Rasmussen. Der Prinz habe im Leben nicht nur Zuschauer sein, sondern es erleben wollen. 

Henrik wurde am 11. Juni 1934 als Graf Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat im französischen Talence geboren. ​Die ersten fünf Lebensjahr verbrachte er mit seinen Eltern in Vietnam, später studierte er Jura an der Pariser Sorbonne sowie Chinesisch und Vietnamesisch unter anderem in Hongkong und Saigon.

Nach der Hochzeit mit Margrethe, die er in London kennengelernt hatte, änderte Henri seinen französischen Vornamen ins dänische Henrik. Die beiden verbanden vielfältige kulturelle Interessen. Die meisten öffentlichen Aufgaben gab Henrik bereits 2016 ab. Damals legte er auch den ungeliebten Titel Prinzgemahl nieder.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron sprach Königin Margrethe am Mittwoch sein Beileid aus. Prinz Henrik habe es stets am Herzen gelegen, die Freundschaft zwischen Frankreich und Dänemark zu fördern, erklärte er. Der französische Botschafter in Dänemark schrieb: «Prinz Henrik war der französischste der Dänen, der dänischste der Franzosen.» Auch die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein und die Königshäuser aus Schweden und Norwegen kondolierten.

Der Palast rief eine einmonatige Trauerphase aus, in der die Mitglieder der Königsfamilie nicht an Gesellschaften und Unterhaltungs-Terminen teilnehmen. In dieser Zeit tragen sie bei öffentlichen Auftritten dunkle Farben. Vor Schloss Amalienborg in Kopenhagen und vor Schloss Fredensborg, wo sich die Königin weiterhin aufhielt, legten Trauernde Blumen nieder. Eine Woche lang wehen die Flaggen im ganzen Land auf halbmast. 

 
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