Werbung/Ads
Menü
Scheinwerfer strahlen das Haus an, in dem sich der gesuchte mutmaßliche Gewalttäter verschanzt hatte.

Foto: Monika Skolimowska Bild 1 / 2

Großeinsatz bei Dresden - Verdächtiger tot

Ein Mann soll in Dresden eine Rentnerin getötet haben. Auf der Flucht verschanzte sich der bewaffnete Tatverdächtige auf einem alten Kasernenareal.

Von Martin Kloth und Kristin Kruthaup, dpa
erschienen am 14.05.2018

Königsbrück (dpa) - Der mutmaßliche Gewalttäter, der sich bei Königsbrück in der Nähe von Dresden verschanzt hatte, ist tot. «Unsere Einsatzkräfte haben einen Raum betreten und den Tatverdächtigen leblos aufgefunden», schrieb die Polizei Sachsen auf Twitter: «Wir gehen von Suizid aus.»

Auf der Flucht vor der Polizei hatte sich der mutmaßliche Gewalttäter zuvor in einem alten Garnisonsgebäude verschanzt und mehrere Schüsse abgefeuert.

Der Polizei gelang es auf dem Gelände 30 Kilometer nordöstlich von Dresden über Stunden nicht, den 33 Jahre alte Sportschütze zu stellen. Der ehemalige Bundeswehrsoldat stand im Verdacht, in Dresden seine 75 Jahre alte Nachbarin getötet zu haben. Die Rentnerin war am Samstag mit mehreren Messerstichen tot in ihrer Wohnung gefunden worden.

Aus dem Haus in Königsbrück im Landkreis Bautzen eröffnete der Mann mehrfach das Feuer. Dabei wurde ein Beamter der GSG 9, der Spezialeinheit der Bundespolizei, am Arm verletzt. Zudem wurde ein Diensthund beim ersten Zugriffsversuch durch ein Projektil getroffen.

Versuche der Verhandlungsgruppe, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, scheiterten. Der Gesuchte, dessen Eltern in Königsbrück wohnen, lehnte den Kontakt ab. Der Einsatz geriet zur Geduldsprobe mit ungewissem Ausgang.

Nach dem Mann fahndete die Polizei seit Samstag. Am Montagvormittag hatte die Polizei nach Zeugenhinweisen das Areal der ehemaligen Kaserne ins Visier genommen und weiträumig abgesperrt. Anwohner hatten an dem Waldstück ein weißes Fahrzeug gesehen. Mit dem Verdächtigen war auch ein weißer Wagen mit Kamenzer Kennzeichen zur Fahndung ausgeschrieben.

Über dem Areal kreisten Hubschrauber. Als für einen Augenblick der Wind abgeebbt war und der Rotorenlärm des Helikopters nachgelassen hatte, hatten Zeugen hinter der Polizeiabsperrung Schüsse gehört. Immer wieder waren Schaulustige zur Kaserne gekommen.

Bereits am vorigen Donnerstag hatte es in der Wohnung des Gesuchten einen Polizeieinsatz gegeben. Nachbarn hatten die Beamten alarmiert, weil der 33-Jährige im Alkoholrausch randaliert hatte. Der Mann war wegen aggressiven Verhaltens für eine Nacht in Gewahrsam genommen worden.

Der Polizei zufolge waren in der Wohnung zudem mehrere Waffen festgestellt und vorsorglich in Verwahrung genommen worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelte es sich dabei um fünf Gewehre und zwei Pistolen. Der 33-Jährige ist Sportschütze und hat eine Waffenbesitzkarte für die Waffen. Die Waffenbehörde der Stadt Dresden sei über das Vorkommnis informiert worden.

Bei dem Einsatz nun am Montag waren rund 200 Polizisten aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie von der Bundespolizei im Einsatz. Am Abend wurden Kräfte aus anderen Bundesländern zur Ablösung angefordert.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
0
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 20.05.2018
Bernd von Jutrczenka
Bilder des Tages (20.05.2018)

Siegesfeier, Auf Futtersuche, Kleine Pause, Blumig, Vulkanausbruch auf Hawaii, Ochse vom Berg, Besänftigung ... Galerie anschauen

 
  • 19.05.2018
Uwe Mann
Pfingst-Regatta auf der Talsperre Pöhl

Boote aus ganz Sachsen sind am Samstag bei der Pfingst-Regatta 2018 auf der Talsperre Pöhl an den Start gegangen - bei kühlem, aber schönem Wetter und gleichmäßigem Wind. Gewertet wurde in sechs Klassen bei drei Wettfahrten. Am Sonntag soll eine weitere gestartet werden, erst dann stehen die Sieger unter den 53 Booten fest. Unser Fotoreporter Uwe Mann ... Galerie anschauen

 
  • 17.05.2018
Detlev Müller
Die Mühle von Mulda

Am Pfingstmontag ist Mühlentag. Auch in Sachsen kann man sich Hunderte dieser Denkmäler ansehen. Das Wandern ist des Müllers Lust. Und manchmal – siehe Mulda? – geht auch der Teil einer Mühle auf Wanderschaft. ... Galerie anschauen

 
  • 11.05.2018
Richard Wainwright
Sieben Tote auf australischer Farm

Perth (dpa) - Auf einer Farm in einer kleinen australischen Gemeinde sind sieben Menschen vermutlich einem Familiendrama zum Opfer gefallen. In dem 135-Seelen-Dorf Osmington an der Westküste entdeckte die Polizei die Leichen von vier Kindern und drei Erwachsenen. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Onkel-Max-Frage
Wo die Moldau wirklich in die Elbe fließt
Onkel Max
Tomicek

Antwort lesen
 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken & Ärzte der Region
Marcel Kusch

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte von Annaberg bis Zwickau finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Blaue Börse jetzt neu!

Schalten Sie Ihre Anzeige noch auffälliger - mit Farbfoto oder mit größerer Überschrift! Ihre Anzeige erscheint mittwochs in der Freien Presse und gratis dazu 7 Tage im Internet.

► Zeitungsanzeige inserieren

 
 
 
 
 
|||||
mmmmm