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Fabian Eisele jubelt nach seinem Tor im Kölner Südstadion.

Foto: Imago

Erstes Saisontor und beste Grüße von Joshua Kimmich

Das 1:1 durch einen späten Treffer von Fabian Eisele bescherte Zwickau einen glücklichen Punkt bei Fortuna Köln. Der Mann des Tages bekam danach Glückwünsche von einem berühmten Klassenkameraden.

Von Thomas Prenzel
erschienen am 03.12.2017

Köln. Diese Rutschpartie auf den Knien im Kölner Südstadion hat Fabian Eisele so richtig genossen. Zentnerlasten müssen es gewesen sein, die vom 22 Jahre alten Mittelstürmer abfielen. Erstes Saisontor geglückt, seiner Mannschaft einen womöglich ganz wichtigen Punkt gerettet und auch noch die eigene Seele des Edelreservisten mit dem Last-Minute-Treffer gestreichelt: Dieser Ausflug hat sich für den gebürtigen Stuttgarter gelohnt. Doch am Tag nach dem 1:1 beim SC Fortuna wirkte Eisele beim Auslaufen daheim in Zwickau eher cool als aufgedreht: "Erlösung ist vielleicht ein bisschen hochgegriffen. Aber es fühlt sich schon prima an. Am wichtigsten ist, dass wir gezeigt haben, dass wir noch punkten können."

Der Zähler fürs Gemüt war überfällig nach vier Punktspiel-Niederlagen in Serie und dem bitteren Aus im Sachsenpokal bei Chemie Leipzig. Wie das Tor des Tages aus Zwickauer Sicht zustande kam, rang dem Vollstrecker ein Lächeln ab, als er gefragt wurde, wie lange er an dieser Nummer geübt habe: Eine Flanke von Mike Könnecke köpfte sich der Angreifer ans Knie, von da sprang der Ball in der 89. Minute zum 1:1-Endstand ins Tor. "Das schafft jeder irgendwie", sagte Eisele mit breitem Grinsen.

Kurioserweise gelang ihm sein letztes Drittligator ebenso im Südstadion. Am 4. April 2015 lief er noch für den VfB Stuttgart II auf. Damals bedeutete sein Treffer das Siegtor. Diesmal aber - darin waren sich alle Zwickauer einig - entsprach bereits die Punkteteilung einem glücklichen Ausgang. Gemessen an den Chancenvorteilen hätten die Kölner die Partie deutlich gewinnen müssen. Doch vor allem ein glänzend aufgelegter Johannes Brinkies hielt sein Team mit tollen Paraden im Spiel. Dabei sündigte vor allem Robin Scheu, dessen Schüsse immer wieder zur Beute des FSV-Keepers wurden.

Fabian Eisele benötigte diesmal fast eine Halbzeit, um seinen Stürmerjob zu erledigen. Vor zweieinhalb Jahren traf er nur eine Minute nach seiner Einwechslung. Damals stand übrigens ein gewisser Antonio Rüdiger, der heutige deutscher Nationalspieler ist und beim FC Chelsea seine Brötchen verdient, in seinem Team der Stuttgarter Amateure. Eisele hatte schon mit einigen Fußballern in der Jugend zusammen gespielt, die anschließend den großen Karrieresprung schafften. Timo Werner kickte in der VfB-Nachwuchsschule eine Klasse höher. Mit Joshua Kimmich ging er in eine Schulklasse. Der Kontakt zum heutigen Bayern-Star und Nationalspieler Kimmich ist auch nie abgerissen. "Wenn es zeitlich passt, besuche ich Spiele von ihm. Schade, dass er fast nie Zeit hat, um mal nach Zwickau zu kommen", erzählte Eisele und feixte. Gestern morgen bekam der FSV-Angreifer zumindest eine WhatsApp-Nachricht vom berühmten Klassenkameraden mit Glückwünschen zum ersten Saisontor.

Für den großen Karrieresprung allerdings braucht Fabian Eisele vermutlich viel Geduld. So wie bisher beim FSV. Nach zwei Spielzeiten in der Regionalliga bei Hertha BSC II mit elf und zwölf Saisontoren heuerte der Schwarzschopf in diesem Sommer bei den Westsachsen an. Doch in Zwickau hat der Schwabe noch kein Punktspiel von Beginn an bestritten. Neunmal wurde der Edeljoker eingewechselt. Diesmal ließ ihn Torsten Ziegner schon nach der Pause ran. "Wir lagen 0:1 zurück. Da wäre es ein falsches Signal gewesen, wenn ich einen Mittelfeldspieler eingewechselt hätte. Fabian hatte in der Woche sehr gut trainiert und viele Tore erzielt", begründete Torsten Ziegner. Einen Automatismus für kommende Einsätze sieht der Trainer freilich nicht, wohl aber, dass sich Hartnäckigkeit auszahlt.

Eisele, mit einem Vertrag bis 2019 ausgestattet, habe trotz des Reservistendaseins nie daran gedacht, vorzeitig aufzugeben. Dass er trotz ähnlicher Anlagen und Spielweise an Torjäger Ronny König derzeit kaum vorbeikommt, sei zwar Tatsache, aber kein Grund, das Weite zu suchen. Zumal die Vorsaison zeigte, dass neben König ein Vorlagen-Verwerter wie Jonas Nietfeld gut zurechtkommen kann anstatt sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen. "Dass es auch zusammen geht, hat ja das Spiel in Köln gezeigt", sagte Fabian Eisele und verabschiedete sich in den Ersten Advent. Und was macht ein Fußballprofi nach so einem Erfolgserlebnis am freien Sonntagnachmittag? "Ich werde mir mal Dynamo gegen Aue im Fernsehen anschauen, schön gemütlich auf dem Sofa." Also wie immer ganz cool anstatt aufgedreht.

 
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