Oelsnitzer Volleyballer rutschen auf den vorletzten Rang ab

Das 1:3 am Samstagabend gegen den VC Dresden war die zehnte Niederlage in Folge für den VSV in der 3. Liga Ost. Für den sportlichen Leiter war das Spiel trotzdem etwas ganz besonderes.

Oelsnitz.

Jan Pretscheck versuchte am Samstagabend schnell, die positiven Aspekte zu betonen. "Die Mannschaft hat unbedingt gewollt und unser Konzept gut umgesetzt", lobte der Trainer des VSV Oelsnitz sein Team nach der 1:3-Niederlage (25:21, 23:25, 21:25, 23:25) gegen den VC Dresden. Ausgerechnet in den ungünstigsten Momenten seien seinen Spielern die Fehler passiert, die den Gastgebern vor 365 Zuschauern in eigener Halle den Erfolg kosteten. "Doch wenn wir in den letzten beiden Spielen eine solche Leistung abrufen wie heute, ist immer noch was drin", sagte Pretscheck.

Die zehnte Niederlage in Folge verstärkt die Abstiegssorgen der Drittliga-Volleyballer. Da der bis dahin Vorletzte Taufkirchen am Samstag überraschend klar 3:0 beim Tabellendritten Deggendorf gewann, ist der VSV zwei Spiele vor Saisonende nun selbst Vorletzter. Wie schon beim 1:3 im Hinspiel in Dresden gewannen die Sperken am Samstag den ersten Satz, um die Partie im Anschluss aus der Hand zu geben. "Alles gegeben, gut gekämpft, aber am Ende doch den Kürzeren gezogen", so fasste Alexander Krug, Sportlicher Leiter des VSV, das Spiel treffend zusammen. Für ihn persönlich war die Partie trotz der Niederlage etwas ganz besonderes. Erstmals stand sein 15-jährige Sohn Jonas, der Stammspieler in der zweiten Mannschaft ist, in der 3. Liga auf dem Parkett. Dass die Hausherren gegen Dresden den ein oder anderen Fehler machten, war für Krug nachvollziehbar. "Die Truppe stand unter Druck und musste höheres Risiko gehen. Nun sind zwei Siege aus den restlichen beiden Partien absolute Pflicht, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben."

In Satz Nummer 1 waren die Oelsnitzer durch Franz Masur beim 9:8 erstmals in Führung gegangen, doch beide Teams blieben ganz eng beieinander. Maximal einen Punkt konnte der VSV vorlegen. Nach dem 21:20 feierten die von drei Trommlern und einem sangesfreudigen Fanblock nach vorn gepeitschten Vogtländer den 25:21-Erfolg. Durchgang 2 verlief bis zum 10:10 recht ausgeglichen, ehe sich Dresden einen Fünf-Punkte-Vorsprung herausspielte. Den egalisierten die vorbildlich kämpfende Oelsnitzer. Selbst die eine oder andere umstrittene Entscheidung der Referees warf den VSV nicht aus der Bahn, der beim 23:23 alles in der eigenen Hand hatte, die folgenden zwei Zähler aber abgab.

Nach dem Satzausgleich spielte Dresden souveräner auf, baute seine Führung beim 17:7 im dritten Satz auf stolze zehn Punkte aus. VSV-Coach Jan Pretscheck warf in dieser Phase Jonas Krug ins kalte Drittliga-Wasser, wo sich das erst 15-jährige Nachwuchstalent schnell freischwamm. Doch auch wenn Oelsnitz noch ein wenig aufholte, ließen sich die Dresdener den Satz nicht mehr nehmen.

Der VSV warf noch einmal alle Reserven in den vierten Spielabschnitt, in dem beide Mannschaften beim 13:13 gleichauf lagen. Dann sah Dresden bei einer 22:17-Führung schon wie der Sieger aus, doch die Sperken gaben sich nicht auf und erkämpften erneut ein 23:23. Und wie schon im zweiten Satz waren es die Gäste, die die folgenden zwei Punkte bejubeln konnten und sich über den 3:1-Gesamtsieg freuten.

Oelsnitz: Ahnert, Heymann, Singer, Preußner, Claus, Sehr, J. Hanitzsch, Heinig, Schannwell, Neuber, J. Krug, Masur.


"Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr an viel erinnern."

Der 15-jährige Jonas Krug feierte am Samstag sein Drittliga-Debüt beim VSV Oelsnitz. Nach der Partie gegen Dresden sprach Thomas Gräf mit ihm.

Freie Presse: Wie ist das, wenn man als Jugendlicher plötzlich in einem wichtigen Spiel bei den Männern auf dem Parkett steht?

Jonas Krug: Ich war schon ganz schön aufgeregt, ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr an viel erinnern. Aber ich denke, ich habe meine Sache insgesamt ganz gut gemacht.

Am Ende gab es auch viel Lob aus der Familie.

Ja, mein Papa (Alexander Krug, sportlicher Leiter des VSV, Anm. d. Red.) war wahnsinnig stolz und meine Schwester Christiane, die ja in Chemnitz auch in der dritten Liga spielt, hat mich gelobt und gleich wieder aufgebaut. Da war die Niederlage nicht ganz so schlimm.

Warum hat es aus Deiner Sicht am Ende nicht zum erhofften Sieg gegen die Dresdener gereicht?

Das kann ich auch nicht so genau erklären. Auf alle Fälle hat die ganze Mannschaft richtig gut gekämpft. Dass wir nicht gewinnen konnten, ist umso trauriger. Aber wir geben uns nicht auf, aus meiner Sicht ist immer noch alles drin in Sachen Klassenerhalt.

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