Vogtländer misst sich bei RB mit den besten Clubs der Welt

Für den 18-jährigen Felix Schimmel aus Rothenkirchen war die Hinrunde eine ganz besondere. In der so genannten Youth League lief er gegen Porto und Monaco auf. Gegen Istanbul traf er sogar.

Rothenkirchen.

Die freien Tage in der Woche vor Weihnachten hat Felix Schimmel daheim in Rothenkirchen richtig genossen. "Es war schön, einfach mal Ruhe zu haben und abschalten zu können", sagt der 18-Jährige. Kein Wunder: Schließlich hat der junge Fußballer mit der U 19 von RB Leipzig eine turbulente Hinrunde erlebt. Denn nicht nur die Profis des Vereins hatten durch die Champions League eine Mehrfachbelastung wegzustecken. Auch den Junioren wurde mit bis zu drei Spielen in sieben Tagen viel abverlangt.

Denn Felix Schimmel und seine Teamkameraden liefen im Nachwuchsturnier der Königsklasse, der Youth League, gegen die gleichen Gegner wie die Profis auf. "Gespielt wird am gleichen Tag, jedoch schon am Nachmittag", erzählt der Vogtländer. Sein persönlicher Höhepunkt war das Heimspiel gegen Besiktas Istanbul, als er die Leipziger nach einer guten Stunde 1:0 in Führung (Endstand: 4:0) brachte. "Das Tor war eine Erlösung für die Mannschaft, weil wir bis dahin dominiert, aber eben nicht getroffen hatten. Und es war auch eine Erlösung für mich, weil ich nach langer Verletzung das erste Mal wieder von Beginn an gespielt habe", erzählt Felix Schimmel.

Der 2014 vom FC Erzgebirge Aue nach Leipzig gewechselte Kicker hatte sich im Heimspiel gegen Porto eine Bänderverletzung zugezogen, war danach zu früh wieder ins Training eingestiegen und fiel letztlich insgesamt sieben Wochen aus. "Das war ziemlich belastend, und ich hatte richtig schlechte Laune", erzählt der im Sommer 18 Jahre gewordene Kicker. Er konnte sich zwar fit halten, Zweikämpfe und damit intensives Mannschaftstraining waren aber untersagt. Entsprechend ausgelassen bejubelte er seinen Treffer gegen Istanbul, zumal es ein besonders schöner war. "Ich bin bei Eckbällen im Rückraum eingeteilt und habe einen abgeprallten Schuss volley genommen und perfekt getroffen", berichtet er.

Auch wenn die Leipziger U 19 am Ende als Dritter ihrer Gruppe in der Youth League ausschied (Europa League wie bei den Männern gibt es nicht), hat Felix Schimmel aus den internationalen Vergleichen eine ganze Menge mitgenommen. "Es war für uns alle eine Riesenerfahrung. Mein Gegenspieler beim AS Monaco zum Beispiel hatte einen Marktwert von über einer Million und hat zuvor beim FC Barcelona gespielt. Da triffst du also wirklich auf die besten Mannschaften der Welt in unserem Alter", sagt er.

Dass die Leistungen in der Bundesliga etwas unter den Zusatzbelastungen litten, beweist ein Blick auf die Tabelle. Platz 4 mit sieben Zählern Rückstand auf den Dritten ist sicher nicht das, was sich RB von den Junioren vorstellt. "Wir werden versuchen, uns in der Rückrunde zu steigern und so viele Siege wie möglich einzufahren, um vielleicht doch noch unter die Top 3 zu kommen", sagt Felix Schimmel, der im Leipziger Team zu den Stammkräften gehört. Er hat sich dieses Jahr sogar für den Perspektivkader der U-19-Nationalmannschaft empfohlen und zuletzt einen ersten Lehrgang mit dem DFB-Team bestritten.

Wie es für ihn im Sommer weiter geht, kann Felix Schimmel im Moment nicht sagen. "Mein Ziel war, ist und bleibt es, Profi zu werden", erklärt der junge Mann, für den im Frühjahr auch noch die Prüfungen fürs Fachabitur anstehen. Die Vorbereitung auf die Rückrunde hat für ihn längst schon wieder begonnen. "Wir haben vom Athletiktrainer einen individuellen Trainingsplan und ein Laufprogramm mitbekommen, das mittels Pulsuhr überprüft wird", erklärt er. Auf die richtige Ernährung achtet er selbst. "Das straffe Programm in der Hinrunde hat gezeigt, dass man wirklich alles dafür tun muss, um Leistung auf höchstem Niveau abrufen zu können."

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