Vogtländerin fasst in Liga 3 noch mal Fuß

Christiane Maul ist in ihrer Heimatstadt Oelsnitz mit dem Volleyball aufgewachsen. Mittlerweile steht sie mit einer 250-fachen Nationalspielerin in einer Mannschaft.

Oelsnitz/Chemnitz.

Satz 3 im Drittligamatch Dentalservice-Gust-Volleys Chemnitz gegen den TV Planegg-Krailling: Chemnitz, zu diesem Zeitpunkt Tabellensiebenter der Dritten Volleyball-Liga Ost, liegt 15:11 in Führung, aber der Tabellenführer aus Oberbayern riecht Lunte. Das Spiel könnte kippen. Doch mit einer Rettungstat ist Christiane Maul zur Stelle und hält den Ball in der Luft. "In dieser Phase haben wir gespürt, dass wir den Sack zubinden müssen", so die Diagonalangreiferin. Am Ende siegten die Chemnitzerinnen klar 3:0.

"Chrissi ist die Zuverlässigkeit in Person. Egal ob Training oder Spieltag, sie stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft", lobt Trainer Frieder Heinig. Markenzeichen seien ihre enorme Sprungkraft und Schlaghärte. "Gerade aus dem Hinterfeld hat sie schon aus mancher schwierigen Situation heraus Punkte gezaubert", so der Coach weiter.

Vergangenen Herbst ist Christiane Maul nach vier Jahren Abwesenheit in die Sporthalle des Chemnitzer PSV zurückgekehrt. Begonnen hatte sie mit dem Volleyball vor 20 Jahren im vogtländischen Oelsnitz, ihrer Geburtsstadt. Sie wuchs in einer volleyballverrückte Familie auf, die Sporthalle an der Adolf-Damaschke-Straße wurde ihr zweites Wohnzimmer. Während der Zeit am Julius-Mosen-Gymnasium spielte sie für den VSV Oelsnitz auf Landesebene und den FSV Reichenbach in der Regionalliga, dann wechselte sie nach Jena zum Studium der Soziologie und der Rechtswissenschaften.

Eine spannende Erfahrung, die sie selbst ihrer derzeitigen Teamkollegin, der 250-fachen Nationalspielerin Corina Ssuschke-Voigt voraus hat, war ein sportartspezifischer Aufenthalt in den USA. Maul verbrachte während des Bachelor-Studiums ein Jahr am College in Mount Olive, North Carolina. "Ich hatte in einem Volleyball-Fachblatt eine Anzeige gelesen. Man musste eine Bewerbung schreiben und ein Video von sich drehen", berichtet sie. Das Volleyballspiel sei in den USA taktisch völlig anders aufgebaut und viel weniger ansehnlich, sagt Maul. "Durch die hohe Trainingsintensität und einen typischen militärischen Drill hat der Körper zu spüren bekommen, wozu er tatsächlich fähig ist. Da wurde wirklich das Letzte aus einem herausgeholt", erinnert sich die 30-Jährige, die heute aus Zwönitz nach Chemnitz pendelt.

Das Master-Studium der Soziologie führte sie an die TU Chemnitz. Damals wirkte sie im Regionalliga-Team des Chemnitzer PSV mit. "Höherklassigen Volleyball hatte ich mir eigentlich schon nicht mehr zugetraut", sagt Maul, die ihr Studium beendet hat und eine Laufbahn bei der Polizei anstrebt. Sie lief für Hormersdorf in der Bezirks- und später Landesklasse auf und war zuletzt für Zschopau in der Regionalliga aktiv. Dann kam die Anfrage aus Chemnitz. Maul willigte ein und ist nun in der dritten Liga Stammspielerin in einem Team, das vorige Saison unter dem jetzigen Trainer der Drittliga-Männer des VSV Oelsnitz, Jan Pretscheck, den Aufstieg in Liga2 schaffte, diesen aus finanziellen Gründen aber nicht wahrnahm.

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