FSV Zwickau: Koch bringt's auf einen Punkt

Seit 31 Jahren hat der FSV Zwickau nicht beim FC Hansa Rostock gewonnen. Der Punkt beim 1:1 (1:1) kann im Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga ein ganz wichtiger werden.

Rostock. Mit 0:5 waren die Zwickauer vor einem Jahr an der Ostsee baden gegangen. Diesmal ließen die Vorzeichen andere Prognosen zu: Hansa hatte zuvor noch keines der vier Heimspiele gewonnen, der FSV reiste mit zwei Siegen in Folge in Rostock an. Am Ende trennten sich beide Teams 1:1 (1:1). Gleich nach Schlusspfiff bildeten die Zwickauer auf dem Rasen einen Kreis. Der Punkt war redlich verdient. Die Westsachsen schöpften ihre Möglichkeiten gut aus, spielten effektiv und haben nun neun Zähler auf dem Konto.

Trainer Torsten Ziegner vertraute derselben Startelf, die in Münster und daheim gegen Magdeburg für jeweils drei Punkte gesorgt hatte. Sein Gegenüber Pavel Dotchev änderte auf zwei Positionen. Vor allem das Mitwirken von Hansa-Kapitän Amaury Bischoff sollte sich bezahlt machen. Der Regisseur hatte sich nach seiner Rotsperre verletzt und musste das 0:0 zuletzt gegen Bremen II von der Tribüne aus anschauen. Doch viel brachte Bischoff am Dienstagabend vor 10.700 Zuschauern im Ostseestadion nicht auf den Rasen. Gegen Werders Reserve ist nun der FSV am Sonnabend im nächsten Heimspiel gefordert.

Warum Hansa bisher noch ohne Sieg daheim ist, zeigte sich schon in der 5. Minute. Soufian Benyamina wurde mustergültig freigespielt, doch der beste Torschütze der Gastgeber brauchte zu lange für den Abschluss, sodass Nico Antonitsch klären konnte. Kurz danach stand FSV-Keeper Johannes Brinkies gleich zweimal bei Distanzschüssen von Marcel Hilßner auf dem Prüfstand. Der ehemalige Rostocker Torwart, der zwölf Jahre lang in allen Nachwuchsklassen des FC Hansa kickte, wurde zunehmend zum Mittelpunkt des Spiels. In der 27. Minute half dem Schlussmann auch seine fast 1,90 Meter Körpergröße nicht mehr. Nach Zuspiel von Hilßner vollendete Willi Evseev mit einem sehenswerten Distanzschuss ins Dreiangel zur 1:0-Führung für die Gastgeber. Erst danach schien Zwickau zu erwachen. Mit der ersten Torchance gelang der 1:1-Ausgleich. Morris Schröter hatte von der rechten Seite geflankt. Robert Koch löste sich geschickt vom Gegenspieler und schob das Leder platziert ins rechte Eck.

Nach der Pause konnte sich Johannes Brinkies, der seit Kindertagen auf den Spitznamen "Pommes" hört, erneut auszeichnen. Hohe Eingaben faustete der 24-Jährige an seiner ehemaligen Wirkungsstätte weg. Und auch beim Freistoß von Selcuk Alibaz nahm Brinkies vorsichtshalber die Fäuste. Oder aber seine Mitspieler warfen sich bereits zuvor in die Distanzschüsse des Gegners hinein. So wie bei Bryan Hennings Großchance in der 70. Minute, als der Hansa-Anhang den Torschrei schon auf den Lippen hatte.

Dabei blieb es auch. Zehn Minuten nach Spielende war das Stadion wie leergefegt. Was wäre noch erwähnenswert? Die hartgesottenen Hansa-Fans, die eigentlich nicht den besten Ruf genießen, sangen fast die kompletten 90 Minuten durch und hüpften rhythmisch auf den Rängen - und das nach vier sieglosen Heimspielen in dieser Saison. Wahrscheinlich lautete das Motto: Singen, springen, siegen. Mit Letzterem hat es nicht ganz geklappt.

Statistik
Hansa: Blaswich - Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus (V) - Henning, Bischoff (71. Wannenwetsch/V) - Alibaz, Evseev (71. Väyrynen), Hilßner - Benyamina.
FSV: Brinkies - Schröter, Wachsmuth (V), Antonitsch, Lange - Frick - Bahn, Könnecke (V), Miatke (64. Tekerci/V) - Koch (83. Eisele), König. SR.: Schult (Hamburg); Zuschauer: 10.700; Tore: 1:0 Evseev (27.), 1:1 Koch (33.).

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