"Chemnitz Open": Feuerspeiende Drachen und kopflose Damen

Zum ersten Mal haben sich die Vertreter des Chemnitzer Handels zusammengeschlossen, um aus einem verkaufsoffenen Sonntag ein Event zu machen. Dazu gehörte auch ein Blick unter den Kaufhof.

Innenstadt: Mit der Verleihung des Marktrechts fing alles an. Weil dem Kloster auf dem heutigen Schloßberg 1143 das Marktrecht verliehen wurde, feiert Chemnitz 875-jähriges Bestehen. Daran wollten am Sonntag auch die Chemnitzer Händler erinnern. Die Idee: So viele Menschen wie möglich finden sich auf dem Marktplatz ein, um die Zahl 875 zu bilden, die dann von oben fotografiert wird. 12 Uhr sollte es losgehen. Ein Besucher-Andrang war zunächst nicht auszumachen. Nach und nach kamen Menschen, erhielten ein Los für die zu gewinnende siebentägige Kreuzfahrt sowie einen Luftballon und stellten sich auf. Schließlich waren doch über 500 Teilnehmer zusammengekommen. "Wir wollen dabei sein, wenn was los ist", sagte Besucher Ulrich Liebe. Immerhin werde man nur einmal 875 Jahre alt. Die Kreuzfahrt ging an Kerstin Ossenkopp mit Losnummer 501. Die war zwar überrascht, sagte aber: "Ich gewinne öfter mal was."

Für erstaunte Blicke sorgten zwei Damen im Pelzmantel, die um den Platz herumliefen. Sie wirkten recht elegant, nur fehlte ihnen der Kopf. Eine Warnung vor dem Konsumrausch? Nein, nur ein Show-Gag der Organisatoren. Alle Fäden liefen bei Sven Hertwig von der Agentur Exclusiv Events zusammen. Mit der Premiere von "Chemnitz Open" zeigte er sich zufrieden. Es habe eine gute Stimmung gegeben, Händler und vor allem Gastronomen hätten gute Umsätze gemacht. Im Vergleich zum verkaufsoffenen Sonntag Ende September 2017 sei der diesjährige besser besucht gewesen. Ob es eine Fortsetzung von "Chemnitz Open" gibt, müsse erst beraten werden. "Aus meiner Sicht wäre es der richtige Weg", so Hertwig.

Kaufhof: Zum ersten Mal seit der Baustellenbesichtigung zum Richtfest des Kaufhauses im Jahr 2001 bot der Kaufhof Führungen hinter seine Kulissen an. Wobei "hinter" das falsche Wort ist, denn die Kulissen sind beim Kaufhof im Keller, also unten. Uwe Pallus, Abteilungsleiter visuelles Marketing und Technikchef Michael Müller gaben viermal Führungen. Sie zeigten unter anderem die Verladerampe, die Warenannahme, wo laut Pallus bald das Weihnachtschaos ausbrechen wird, die Lüftungszentrale und das Dekolager, in dem Pallus seine "stummen Mitarbeiter", also Schaufensterpuppen lagert. Interessierter Teilnehmer war auch Wolfgang Reiter. Der 89-Jährige war Abteilungsleiter Betriebssicherheit des Zentrumwarenhauses im Tietz und Schocken. "Diese Technik von heute hatten wir damals nicht", sagte er beeindruckt, nachdem Müller erklärt hatte, das die 40 bis 50 Säulen im Gebäude das Warenhaus mit Wärme und Kühlung versorgen. Mit dem Sonntag zufrieden zeigte sich Geschäftsführer Jan Grossmann. Der Kaufhof habe mehr Besucher gehabt als am letzten September-Sonntag 2017.

Chemnitz-Center: Um einen Parkplatz zu bekommen, musste man etwas suchen, so voll war es. Angelockt wurden die Besucher von einer Show mit einem 12 Meter langen, feuerspeienden Drachen. Centermanager Thomas Stoyke zeigte sich zufrieden. "Chemnitz Open war eine gute Aktion. Wir haben gemeinschaftlich profitiert", sagte er.

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