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Hier gehen Jugendliche bald in eine nagelneue Oberschule

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Trotz Granatenfund und Corona laufen derzeit die Arbeiten für eine moderne Lerneinrichtung im Stadtzentrum. Zwar gab es Widerstand gegen das Projekt, doch eine gute Nachricht macht den Bau notwendig.

Sie soll mal für 672 Schülerinnen und Schüler Platz bieten: die Oberschule, die derzeit auf dem Hartmannplatz gegenüber der Polizeiwache entsteht. Insgesamt fließen 32,6 Millionen Euro in das Projekt, 20 Millionen davon sind Fördermittel. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) nannte das Vorhaben bei der Grundsteinlegung "eine Investition in die Zukunft".

Schon seit Längerem wurde der Bau geplant. 2018 setzte sich das Dresdner Architekturbüro "Code Unique" mit seinem Entwurf gegen 16 Mitbewerber durch. Dieser sieht eine pavillonartige Ästhetik vor, die an den Bauhausstil erinnert. Drei Stockwerke erheben sich über einem luftigen Durchgang. Ein Teil des geschaffene Raumes dient als Atrium, ein anderer als Freiraum. Vorn an der Hartmannstraße soll in Zukunft die Straßenbahn des Chemnitzer Modells halten, laut Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne) etwa ab dem Jahr 2026.

Nicht jeder war im Vorfeld vom Bauvorhaben "Schule" begeistert - und das aus einem nachvollziehbaren Grund. Der Hartmannplatz war keine Brache, sondern wurde als Veranstaltungsfläche genutzt. Konzerte fanden statt, aber auch Schausteller stellten dort ihre Fahrgeschäfte auf. Dennoch setzte der Stadtrat seine Pläne durch. Der Kompromiss: In Zukunft soll noch im hinteren Teil des Hartmannplatzes Fläche sein, etwa für den Zirkus.

Auch sonst gab es kleinere Schwierigkeiten beim Bau, wie Oberbürgermeister Schulze in seiner Rede sagte. Ein Granatenfund legte im März 2020 kurzzeitig die Erschließung des Grundstücks lahm, Corona verzögerte die Bergung des Geschosses aus dem Zweiten Weltkrieg. Generell herrscht in der Baubranche zudem Materialmangel. Doch, so versprach es ein Vertreter des zuständigen Bauunternehmens: Der Zeitplan könne gehalten werden. Das bedeutet konkret: Das Gebäude soll im Jahr März 2023 fertiggestellt sein. Dass der Schulbetrieb erst im Folgejahr starten kann, liegt daran, dass auch noch Innenarbeiten anfallen und dass die Räumlichkeiten vorbereitet werden müssen.

In zukünftigen Jahren wird es auf jeden Fall Bedarf für die neue Schule geben. Der ehemalige Sozialbürgermeister Ralph Burghart (CDU), der im April Oberbürgermeister Sven Schulze im Amt des Stadtkämmerers nachfolgte, verwies in seiner Rede auf einen positiven Trend, der den Neubau notwendig macht: Es gibt mehr Kinder und Jugendliche in Chemnitz. Kamen im Schuljahr 2018/19 noch 700 Kinder in den Chemnitzer Oberschulen in die fünfte Klasse, so werden es im Schuljahr 2023 /24 bereits etwa 1000 sein. Dies ergebe die Prognose auf Basis der jeweiligen Geburtenzahlen, so Burkhart. Er resümierte: "Der Bedarf für eine Schule ist da."

Weiter betonte der Kämmerer, dass die neue Einrichtung modern sein werde sowie auch die digitale Lehre im Fokus stehen soll. Klar ist auf jeden Fall, dass den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Räumlichkeiten zur Verfügung stehen: Laut den Plänen des Architekturbüros soll es unter anderem 24 Klassenräume, zwölf Gruppenräume sowie zehn "Fachkabinette" geben, wie etwa für Naturwissenschaften oder Werken. Pro Klasse wird mit 28 Schülerinnen und Schülern kalkuliert. Der Bau einer Sporthalle wird indes nicht notwendig sein. Die Richard-Hartmann-Halle, in der sich derzeit das Chemnitzer Impfzentrum befindet, soll zukünftig den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen.

Auch für andere Standorte gibt es Pläne für Schulgebäude. Auf dem Kaßberg etwa wird eine frühere Berufsschule zur Grundschule ausgebaut. Schon ab Herbst sollen Eltern ihre Kinder dort anmelden können. Im Herbst 2022 startet der Schulbetrieb mit zwei ersten Klassen.