Hunderte Kinder und Jugendliche sind in Chemnitz bereits geimpft

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Das DRK bereitet Aktionen in Berufsschulen vor. Der Stadtschülerrat spricht sich hingegen gegen Impfungen an Schulen aus.

Das Impfen von Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren empfiehlt nun auch die bundesweite Ständige Impfkommission (Stiko). Sie bestätigt damit die Einschätzung der Sächsischen Impfkommission (Siko), die sich bereits Anfang August generell für die Immunisierung dieser Altersgruppe gegen das Coronavirus ausgesprochen hatte. Kinder und Jugendliche sowie Ärzte sehen die Impfungen differenziert.

Kinderärztin Dr. Kristin Hertwig berichtet von wenigen Nachfragen nach Impfungen von Kindern. Generell impfe sie in ihrer Praxis nach umfassender Aufklärung auch unter 16-Jährige. "Dann muss aber klar sein, dass das Kind selbst geimpft werden möchte." Bei über 16-Jährigen habe sie als Kinderärztin ein besseres Gefühl dabei, sie zu impfen, "lieber wäre mir ab 18". Sie hat eine andere Gruppe bei den Impfungen im Blick: "Aus meiner Sicht müssten sich die Erwachsenen erst impfen lassen, bevor wir über Impfungen für Kinder reden. Indem wir uns selbst impfen, schützen wir unsere Kinder." Das sieht die Leipziger Kinderärztin Dr. Melanie Ahaus, Sprecherin des Berufsverbandes in Sachsen, ähnlich. "Meine persönliche Einschätzung: Es sollten sich auch die Lehrer impfen lassen, damit die Schulen offen bleiben."

Im Impfzentrum in der Richard-Hartmann-Halle sei die Nachfrage nach Impfungen von Kindern und Jugendlichen vorhanden, teilt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit. Es ist für den Betrieb der Impfzentren zuständig. Ein besonderer Andrang zu bestimmten Zeiten sei aber nicht zu verzeichnen. Vom 1. bis 12. August wurden 338 Menschen unter 18Jahren im Impfzentrum immunisiert, so das DRK. Da die Wahl des Impfzentrums frei ist, ist unklar, wie viele von ihnen Chemnitzer sind. In der Stadt lebten Ende Juli 11.598 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erhielt in Sachsen mehr als jeder Zehnte dieser Altersgruppe bisher mindestens einen Pieks. Mit Stand 19. August waren 12 Prozent zweimal, 14,4 Prozent einmal geimpft, so Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

Der Stadtschülerrat erklärt, dass die Bereitschaft zum Impfen unter den Chemnitzer Schülerinnen und Schülern "in großen Teilen vorhanden" ist. Wenige Kinder und Jugendliche würden sich gegen eine Impfung aussprechen, sei zu beobachten, erklärt der Vorsitzende Daniel Motz im Namen des Vorstands. Dennoch sieht der Stadtschülerrat die Immunisierungen Jüngerer differenziert. Mobile Impfteams an Schulen lehnt der Stadtschülerrat ab. "Die Schule ist kein geeigneter Ort zur Impfung von Kindern und Jugendlichen", gibt Motz die Meinung des Vorstandes wieder. Die Kontroverse, die das Thema Impfen umgibt, sieht der Schülerrat ungern in das freundschaftliche Umfeld der Schülerinnen und Schüler verlagert. Dies könne zu Ausgrenzung und Spaltung führen, heißt es. Dennoch beobachte der Schülerrat, dass das Thema Impfen vor allem ältere Schüler, darunter auch Erstwähler, bewege. Auch jüngere Schülerinnen, speziell politisch Interessierte, diskutierten das Thema.

Die Stadtverwaltung hatte bereits Ende vergangenen Schuljahres versucht, mobile Impfteams in Berufsschulen zu schicken. Dazu kam es nicht, weil die Teams in dieser Zeit sehr stark in kommunale bzw. über Landratsämter initiierte mobile Impfaktionen eingebunden waren, erklärt ein Sprecher des DRK.

Die Kapazitäten der vom Chemnitzer Impfzentrum organisierten mobilen Teams seien weit im Vorfeld verplant. Im neuen Schuljahr will man jedoch einen neuen Anlauf nehmen. Anfang August habe das Chemnitzer Impfzentrum alle Berufsschulen mit unterschiedlichen Terminmöglichkeiten angeschrieben und der Bitte, ihren Bedarf anzumelden, um ein mobiles Team einplanen zu können, sagt der DRK-Sprecher. Ob auch Impfbusse bzw. mobile Teams an allgemeinbildende Schulen geschickt werden, ist unklar. Derzeit könne man dazu keine Aussagen treffen, erklärte das DRK.

 

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