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Kritik wegen gesperrter Autobahnzufahrt

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Wegen Sanierungsarbeiten ist die Chemnitzer Straße nicht passierbar. Anwohner, Autofahrer und Gewerbetreibende sind davon überrascht worden.

Oberlichtenau.

Am frühen Montagmorgen sind Autofahrer noch problemlos aus Richtung Chemnitz und Lichtenwalde über Oberlichtenau zur Autobahn 4 gekommen. Zwar standen schon Umleitungsschilder und ein Durchfahrtsverbotsschild - also ein generelles Verbot für Fahrzeuge aller Art - , aber die Chemnitzer Straße war weiterhin passierbar. Gleiches war aus Richtung Autobahn möglich. "Rechts und links habe ich im Dunkeln keine Baufahrzeuge gesehen, die einen möglichen Baubeginn signalisierten", sagte ein Autofahrer aus Niederwiesa, der gegen 2 Uhr vorbeikam. Doch kurz nach 9Uhr ging nichts mehr. Einige Autofahrer wurden von der Sperrung überrascht. "Ich hatte die Schilder schon vor paar Tagen gesehen", sagte eine 59-jährige Autofahrerin aus Chemnitz. Aber sie habe nicht gewusst, wann die Arbeiten beginnen.

Die Umleitung führt über die Frankenberger Straße, zum Kreisverkehr durch Niederlichtenau bis nach Oberlichtenau. Zwischen Landgasthof Oberlichtenau und Gewerbegebiet erstreckt sich der erste Bauabschnitt, der zweite Abschnitt beginnt dann 100 Meter nach der Zufahrt zum Landhandel, erläutert eine Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Anfrage. Die Zufahrt zum Landhandel sei gewährleistet - allerdings nur aus Richtung Chemnitz.

Und wie erreichen Anwohner ihre Grundstücke? Auf der Lichtenauer Facebook-Seite gibt es dazu Fragen, beispielsweise: Kann die Straße am Sportplatz befahren werden? Wie gelangen Lieferanten und Kunden ins Gewerbegebiet? Ist die Ampelkreuzung am Gasthof passierbar? Aber auch Bedenken werden laut, weil sich dann der Lkw-Verkehr durch Niederlichtenau schlängelt. Dort befindet sich auch die Grundschule. Tempo 30 gilt auf einem Abschnitt. "Das ist kreuzgefährlich, wenn sich zwei Laster begegnen", sagt eine Anwohnerin, die gerade ihren Rasen mäht. Zeitweise bildeten sich am Tag Autoschlangen, weil ein Radfahrer nicht überholt werden kann.

Eine Frau, die regelmäßig frische Erdbeeren vom Fruchthof Hammer, der dort eine Fläche von 2,5 Hektar bewirtschaftet, kauft, ist ratlos: "Warum wurden die Gewerbetreibenden überrascht und konnten sich durch Werbung nicht darauf vorbereiten? Bianca Scholz vom Fruchthof bestätigte am Freitag: "Ich habe erst vor zwei Tagen von der Sperrung erfahren." Sie habe keine Schilder aufstellen können, dass das Erdbeerfeld geöffnet ist. "Das ist unser Genickbruch, eine Katastrophe", fügt sie hinzu. Seit etwa zwei Wochen verkaufe sie frische Erdbeeren aus Dürrweitzschen. Durch die geplante einwöchige Sperrung gingen ihr Einnahmen verloren. Sie befürchtet, dass die Bauarbeiten länger dauern könnten. Dann müsse der Start der Selbstpflückersaison auch verschoben werden, so Scholz.

Erst am Freitag hatte das Lasuv auf Nachfrage eine Pressemitteilung über die geplante Sperrung und Umleitung verschickt. Warum die Behörde so spät reagierte, diese Frage und weitere ließ sie bis Montagabend unbeantwortet. Auch die Gemeinde Lichtenau wusste nicht mehr, hatte auf der Internet-Seite zwar die Vollsperrung angekündigt, aber kannte keine Details zur Umleitung, hieß es. Das zuständige Landratsamt Mittelsachsen, das für die verkehrsrechtliche Anordnung und die Ausschilderung verantwortlich ist, verwies auf das Lasuv. "Über die Umleitung kommuniziert in der Regel der Bauherr", sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung.

Bis Montagabend kam es zeitweise zu Staus, vor allem am Kreisverkehr in Niederlichtenau. Eine Autofahrerin, die in Oberlichtenau über die Straße am Sportplatz abkürzen wollte, sah ein Sackgassenschild und kehrt um. Andere Autofahrer verwiesen darauf, dass sie Anlieger sind und freie Fahrt hätten. Indes hatten Bauarbeiter einen Teil der Chemnitzer Straße ab Landgasthof abgefräst.

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