Messerattacke in Chemnitzer Hinterhof: Zweites Opfer tot

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Nachdem am Wochenende eine Frau und ein Mann angegriffen und schwer verletzt wurden, hat nun auch der 34-Jährige den Kampf um sein Leben verloren.

Die Gewalttat in der Nacht von Freitag zu Samstag in einem Hinterhof an der Reichenhainer Straße hat ein zweites Todesopfer gefordert. Nachdem bereits eine 46-jährige Frau kurz nach der Messerattacke im Krankenhaus gestorben war, ist nun auch das zweite Opfer, ein 34-Jähriger, seinen schweren Verletzungen erlegen. Laut Polizei starb der Mann am Mittwoch.

Am Montag hatten Angehörige des jungen Mannes im Internet (gofoundme.com) noch eine Spendenkampagne gestartet. Die Schwester schrieb dort, dass ihr Bruder aufgrund der Schwere seiner Verletzungen längere Zeit nicht in der Lage sein werde zu arbeiten und spezielle Behandlungen benötige, die die Versicherung nicht bezahle. "Möge er in Frieden ruhen!", hieß es am Mittwoch an gleicher Stelle.

Damit wird jetzt wegen Totschlags in zwei Fällen ermittelt, erklärt Staatsanwalt Wolfgang Klein auf Anfrage. Als Tatverdächtiger war noch am Wochenende ein 20-Jähriger festgenommen worden, der seit dem in Untersuchungshaft sitzt, sich bisher zu den Vorwürfen aber nicht äußert. Als Tatwaffe gilt ein Messer.

Polizei und Rettungsdienste waren in der Nacht zu Samstag kurz nach Mitternacht zum Tatort gerufen worden. Zeugen hatten dort die 46-Jährige und den 34-Jährigen schwer verletzt gefunden. Die Rettungskräfte versorgten sie vor Ort und brachten sie ins Krankenhaus, wo die Frau kurz darauf starb.

Opfer lebten in benachbarten Häusern

Nach Informationen der "Freien Presse" lebten beide Opfer mit ihren Angehörigen in benachbarten Häusern, die einen gemeinsamen Hinterhof haben. Dort hatte sich die Nachricht vom Tod des Mannes bereits am Mittwochnachmittag verbreitet. Es wühle sie sehr auf, sagte eine direkte Nachbarin des 34-Jährigen, die bereits für die getötete 46-Jährige ein Blumentöpfchen an den Ort des Verbrechens gestellt hatte. Beide hätten sich gekannt und in einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis gestanden, so ihre Beobachtung.

Der Hinterhof der Häuser an der unteren Reichenhainer Straße nahe des Südbahnhofs wird vor allem als Parkplatz genutzt. An dessen Rand befindet sich der Tatort. Dahinter ein Spielplatz. Die aufgestellten Blumen werden von parkenden Autos verdeckt.

Nach Angaben der Ermittler stammt auch der Tatverdächtige aus dem Wohnumfeld der Opfer. Alle drei seien im weiteren Sinne Nachbarn gewesen, bestätigt Staatsanwalt Klein. Klein erläutert auf Anfrage zudem, warum der 20-Jährige zwar nicht einschlägig, aber schon polizeibekannt gewesen sei: wegen Beleidigung, Diebstahl und Unterschlagung.

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