Signale für geplanten Schweinestall stehen auf Grün

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Das Landratsamt hat angekündigt, die Mastanlage zu genehmigen. Zu erwarten ist aber auch weitere Kritik am Vorhaben.

Königshain-Wiederau.

Voraussichtlich in Kürze gibt es für den von der Genießergenossenschaft Sachsen geplanten neuen Schweinestall in Königshain grünes Licht. "Die finale Baugenehmigung erfolgt wahrscheinlich noch im Oktober", informiert das Landratsamt auf Anfrage. Die Genossenschaft plant den Schweinestall hinter dem Hauptgut in Königshain. Vorgesehen ist eine Mastanlage für mehr als 1700 Tiere. Gemästet werden sollen Duroc-Schweine, dänische Landschweine, nach Standards, die mehr Tierwohl gewährleisten sollen. In dem Außenklimastall stehen die Tiere auf Stroh und haben mehr Platz als in herkömmlichen Anlagen. Zu den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft gehören die Agraset Agrargenossenschaft Naundorf, die Volksbank und die Stadt Mittweida.

Am Montag pflanzte die Genossenschaft Sträucher und Hecken auf dem Areal. Angelegt wurde eine rund 150 Meter lange vierreihige Hecke mit einer Breite von sechseinhalb Metern. Die anschließende Generalversammlung fasste Investitionsbeschlüsse für das Vorhaben. Nun soll auch ein Antrag auf Förderung beim Freistaat gestellt werden. Zu den Kosten des Vorhabens äußerte sich Jan Gumpert, der Vorsitzende der Genossenschaft, auf Anfrage nicht genauer. Sie lägen aber weit höher als für konventionelle Bauten. Noch 2022 will man die ersten Tiere einstallen und mit der Schweinehaltung beginnen.

Für Verwunderung, unter anderem bei Königshainern, hat eine Darstellung im aktuellen Amtsblatt von Königshain-Wiederau gesorgt. Dort hatte das Team der Genießergenossenschaft als Verfasser geschrieben, dass die Baugenehmigung vorliegt. Die Formulierung sei missverständlich, räumte Gumpert auf Nachfrage ein. Im nächsten Amtsblatt wolle er dazu Stellung nehmen. Er habe vor Redaktionsschluss am 15. September optimistisch formuliert, in der Annahme, dass die Genehmigung bis zum Erscheinen am 30. September vorliegt. Davon war auch Bürgermeister Johannes Voigt (CDU) ausgegangen, wie dieser sagte. Er habe die Veröffentlichung daher mitgetragen. Der Bürgermeister ist für den Inhalt des Amtsblattes verantwortlich, für die Richtigkeit nichtamtlicher Beiträge aber die Verfasser. Warum die finale Genehmigung noch nicht vorliegt, bleibt offen. Zu Details im Verfahren äußert sich das Landratsamt auf Nachfrage nicht.

Voigt erwartet keine maßgeblichen Beeinträchtigungen durch den neuen Stall. "Wir haben dafür plädiert, dass mit der Anlage 50 Meter weiter in Richtung Feld, weg von der Nachbarschaft gegangen wird." Dem seien die Planer im Bauantrag nachgekommen.

Mit Gegenwind hat das Projekt aber weiter zu rechnen. Kritiker wenden sich gegen den Standort der Anlage. Sie befürchten unter anderem einen Verlust an Lebensqualität, Lärm, Gestank und eine Entwertung von Grundstücken. Zusammengeschlossen haben sie sich in der Bürgerinitiative für Lebensqualität in Königshain-Wiederau. Sie sammelten mehr als 500 Unterschriften gegen den Standort. "Wir werden abwarten, bis die Genehmigung vorliegt", sagte Mitinitiator Eckhart Trommer. Dann wolle man das weitere Vorgehen überlegen.

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