"Nie vergessen, dass es sich um eine Bombe handelt." Holger Klemig nach der Entschärfung am Kaßberg.
"Nie vergessen, dass es sich um eine Bombe handelt." Holger Klemig nach der Entschärfung am Kaßberg. Bild: Sarah Hofmann
Chemnitz
Sprengmeister Holger Klemig: "Die Bombe war scharf"

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Sprengmeister Holger Klemig spricht über die Herkunft der Bombe und seine 218. Entschärfung

Holger Klemig ist Sprengstoffexperte beim Kampfmittelbeseitigungsdienst. Schon 217 Bomben konnte er entschärfen. Daher wurde er auch gerufen, um die Fliegerbombe vom Kaßberg unschädlich zu machen. Das gelang ihm kurz nach 23 Uhr. Sarah Hofmann sprach mit ihm über seine 218. Bombe.

Freie Presse: Wie gefährlich war die Situation?

Holger Klemig: Der Baggerfahrer, der sie fand, hatte großes Glück. Die Bombe war scharf und ist nur nicht detoniert.

Wie ist es überhaupt zum Fund gekommen?

Der Baggerfahrer wollte wohl Erde glätten - und dann hat er plötzlich die Bombe auf dem Löffel gehabt.

Wie viele Zünder mussten entschärft werden?

Ein Zünder war sichtbar, über den Zustand des Bombenkopfes konnte man noch keine Aussage treffen. Um den zu sehen, musste ich den Sperrkreis abwarten. Der Kopf hat sich aber als Blindschraube erwiesen.

Wie schwierig war das Entschärfen der Bombe?

Der Zünder erwies sich als nicht schwieriger als andere auch. Trotzdem darf man, und vor allem ich, nie vergessen, dass es sich um eine Bombe handelt. Auch wenn man das schon oft gemacht hat.

Lässt sich etwas über die Herkunft der Bombe sagen?

Es handelt sich um eine "500-Pound"-Bombe, eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe. Es lässt sich aber nicht sagen, ob sie von einem Engländer oder einem Amerikaner geworfen wurde. In den USA wurden die Bomben so gebaut, dass sie auch in britische Flugzeuge passten.

Wie lange hat die Entschärfung letztendlich gedauert?

Etwa 40 Minuten.

Gibt es ein Ritual nach jeder gelungenen Aktion?

Ja, meine Zigarre. Die liegt auch schon im Auto bereit.

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