Stadt Chemnitz und Polizei nehmen Intensivtäter in den Fokus

Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung wollen gemeinsam gegen kriminelle Jugendliche vorgehen. Dazu haben Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD), die Präsidentin der Polizeidirektion Chemnitz, Sonja Penzel, und der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Chemnitz, Frank Heinrich, heute eine Vereinbarung unterzeichnet. Sie sieht nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor, künftig über problematische Einzelfälle in kurzfristig einberufenen Konferenzen das weitere Vorgehen zu beraten und abzustimmen. Im Fokus stünden dabei insbesondere jugendliche und heranwachsende Intensiv- und Schwellentäter - das sind junge Straftäter, die eine baldige Erfassung als Intensivtäter erwarten lassen.

"Bei dieser Tätergruppe handelt es sich um Personen, die bereits mehrfach durch Straftaten aufgefallen sind oder Anhaltspunkte vorliegen, dass ohne geeignete Reaktionen weitere Straftaten drohen", erläutert eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Ziel der Kooperationsvereinbarung sei neben einem besseren Schutz der Bevölkerung ein schnelleres Reagieren auf strafrechtlich relevantes Verhalten. Dabei gehe es darum, bei Fehlentwicklungen frühzeitig einzuwirken, kriminellen Karrieren zu verhindern oder zu unterbrechen und Perspektiven für die Täter zu entwickeln.

In Chemnitz kommt es seit Jahren immer wieder zu Straftaten junger Mehrfachtäter. Zum Teil handelte es sich dabei um Kinder, die noch nicht strafmündig sind. Laut "Kriminalitätsatlas Sachsen" des Landeskriminalamts wurden 2017 - jüngere Zahlen liegen nicht vor - in Chemnitz insgesamt fast 1000 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis 21 Jahre als Tatverdächtige erfasst. Das entspricht etwa einem Fünftel aller Verdächtigen deutscher Staatsangehörigkeit. Wie viele davon mehrfach in Erscheinung traten, geht aus den Zahlen nicht hervor. Auch der Anteil der Jugendkriminalität unter den knapp 2200 ausländischen Tatverdächtigen ist nicht gesondert ausgewiesen. (micm)

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1Kommentare
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  • 4
    4
    Dorpat
    14.01.2019

    "Wie viele davon mehrfach in Erscheinung traten, geht aus den Zahlen nicht hervor. Auch der Anteil der Jugendkriminalität unter den knapp 2200 ausländischen Tatverdächtigen ist nicht gesondert ausgewiesen."
    Werden die Zahlen nicht erfasst, was ich mir bei unserer perfekt funktionierenden Dokumentationsbürokratie keinesfalls vorstellen kann, oder werden sie nicht veröffentlicht?



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