Quarantäne nach Einkaufstour in Tschechien

Zwei Deutsche sind am Sonntag am Grenzübergang Bärenstein kontrolliert worden. Einen triftigen Reisegrund konnten sie nicht vorweisen.

Bärenstein.

Nach einer Einkaufstour in Tschechien müssen zwei Deutsche in Quarantäne. Laut Polizei hatten Beamte am Sonntagvormittag eine Verkehrskontrolle am Grenzübergang Bärenstein durchgeführt. Dabei fiel ihnen ein Dacia mit deutschem Kennzeichen auf, der aus Tschechien einreiste. Die Kontrolle ergab, dass der 70-jährige Fahrer und seine 57-jährige Beifahrerin kurz zum Einkaufen in der Tschechischen Republik gewesen waren.

Einkaufen ist kein triftiger Grund, der zu einer Einreise ohne Quarantäne berechtigt. Die beiden konnten auch keine Einreiseanmeldung vorweisen. Deshalb müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Das zuständige Gesundheitsamt wurde informiert, so die Polizei. (sane)

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 12
    4
    Pedaleur
    03.12.2020

    Vielen Dank, mesiodeins, so stelle ich mir das vor. Ich kann Ihre Wut als Betroffener absolut nachvollziehen. Und ich denke, dass wir völlig d'accord sind, was Sanktionen betrifft,wahrscheinlich aber in der "Härte" auseinander. Ich komme aus einem beruflichen Bereich, da spielt die Vorbeugung von Delinqunez eine große Rolle. Zu deutsch, Personen sollen nicht straffällig, keine Stafttäter werden. Hier möchte ich deutlich unterscheiden, wir werden dazu unterschiedlicher Meinungen sein
    Ob der Mensch ein vernünftiges Wesen ist, möchte ich bezweifeln. Der heutige Mensch wird auch Homo oeconomicus bezeichnet. Die Mehrheit handelt nach dem Minimalprinzip. Ist das nachhaltig gesehen vernünftig? Ich glaube nicht. Sie spechen auch einen wunden Punkt an, was Smartphones oder auch Alexa (die Stasi würde sich die Augen reiben) betrifft. Nur, die Leute machen es aus Unwissenheit oder im vollen Bewusstsein freiwillig. Geben ihr ok den tückischen AGB's. Fast wie bei Faust, um auch mal zu überspitzen.

  • 28
    8
    mesiodens
    02.12.2020

    Übrigens:
    "deliquere" - sich vergehen, verschulden...
    Wird auch gebraucht im Synonym "einen Fehltritt begehen"
    Nur weil das ein Wort lateinischen Ursprungs ist, muss man nicht gleich gefährlich tun. Und nahezu jeder hat doch heute seine elektronische Fußfessel dabei oder wie sonst könnte man Smartphones beschreiben? Google und andere können immer überwachen, wo wir uns gerade aufhalten, Datenschutz hin oder her. Nennen wir das jetzt trotzdem Freiheit?
    Frei bewegen heißt heute, ohne Smartphone aus dem Haus gehen!

  • 42
    14
    mesiodens
    02.12.2020

    Und das möchte ich gern noch ergänzen: Am ersten Advent in Marienberg stehen vier Buden auf dem Markt, in jeder Ecke eine, davor Trauben von Menschen ohne Abstand, ohne Masken. Die Inzidenz war da bereits über 400! Also die Leute waren da, gefehlt hat nur der Weihnachtsmarkt! Gleiches in Seiffen auf dem sogenannten Sternemarkt. Ich war selbst nicht dort, ich habe das aus erster Hand von Anwohnern gehört und die Bilder gesehen. Übrigens waren dort auch Autos aus Tschechien wohl eher zum Shoppen statt zum Arbeiten.
    Was muss eigentlich noch passieren, bevor Vernunft einkehrt auch bei den lokalen Politikern, die solche Hintertürchen erst erlauben?
    Die Wirtschaft wird aufgrund der bisher halbherzigen Anordnungen langfristig viel mehr Schaden nehmen, weil zu wenige Leute sich an die bestehenden Auflagen halten. Darüber hinaus auch aufgrund des hohen Krankenstandes, den die Ausbreitung des Virus mit sich bringt. Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass es noch schlimmer werden wird.

  • 40
    14
    mesiodens
    02.12.2020

    @pedaleur: Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ja, ich habe überzogen und zwar ganz bewusst. Weil es zu viele Leute gibt, die der einfachen Bitte um Abstand, MNS, Rücksicht auf andere einfach nicht entsprechen wollen und nur egoistisch und stur ihre eigenen Interessen verfolgen. Ich bin wütend, weil ich auch infiziert wurde, vermutlich weil jemand wider besseres Wissen unseren Betrieb aufgesucht hat und ggf. auch falsche Angaben gemacht hat.
    Das Virus ist uns immer drei Schritte voraus. Das bedeutet einfach auch, dass wir so handeln müssen, dass das Virus sich nicht weiter verbreiten kann. Bei Symptomen sofort daheim bleiben auch vor Bekanntgabe des Testergebnisses und erst recht bevor das Gesundheitsamt die Quarantäne verordnet. Nur durch vorausschauendes Handeln kann die Pandemie eingedämmt werden.
    So wie sich die gesamte Entwicklung abzeichnet, kommen wir um einen harten Lockdown sowieso nicht herum, weil viele unsere geschätzten Mitmenschen es gar nicht anders verstehen.

  • 22
    13
    Pedaleur
    02.12.2020

    Auch einen Tag später bin ich doch stark verwundert über die roten Daumen ohne konstruktive Rückmeldung auf meine Meinung. Mir geht es nicht um einhellige Zustimmung, aber um die Möglichkeit zum Diskurs mit der Bereitschaft jeweils eigene Standpunkte zu überdenken. Bitte setzen Sie sich mit dem Begriff Delinquenz auseinander und den Voraussetzungen für freiheitsentziehende Maßnahmen. Der neue Chemnitzer OBM plädiert in der heutigen Ausgabe für Konsequenz und Augenmaß. Das kann ich ausnahmslos unterstützen. Diese Hyperforderungen, die unser Grundgesetz und das Strafgesetzbuch in den Schatten stellen, aber nicht. Genau hier nämlich, beginnt die Stigmatisierung.

  • 31
    12
    mops0106
    01.12.2020

    Meiner Meinung nach leidet der Rechtsstaat schon seit Monaten und das Blockwartwesen wird immer schlimmer. Ich halte mich an die Maßnahmen, obwohl ich ein Kritiker derselben bin. Die Maske muss ich als kranker, schwerbeschädigter Mensch nicht tragen, trage sie aber oft doch, obwohl sie mir schadet, weil ich in den letzten Monaten mehrfach bedroht und beleidigt wurde. Erst letztens hat ein alter Herr im Bus leise zu mir gesagt, dass er mir den Tod wünscht. Ich habe ihm laut geantwortet, dass ich ihm nicht den Tod wünsche, er sich aber mal mit der sächsischen Verordnung und den Ausnahmen fürs Maskentragen befassen soll.

  • 30
    20
    Pedaleur
    01.12.2020

    Mesiodens: Sie haben ja mit Ihren Schlussfolgerungen bezüglich Egosismus und Gesundheitswesen Recht. Aber meinen Sie nicht, dass Ihre Forderungen und Betitelungen etwas überzogen sind? "Elektronische Fußfessel", "Delinquenten". Mich treibt die Sorge um, dass bei längerfristiger Pandemie- Situation unser Rechtsstaat erheblich leidet und wir am Ende zu Selbstjustiz neigen. Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit?

  • 51
    16
    mesiodens
    30.11.2020

    Für den Verstoß gegen geltende Anordnungen gehört noch ein saftiges Bußgeld hinterhergeschoben. Dann vergeht den Delinquenten hoffentlich auch gleich gegen die Quarantäneauflagen zu verstoßen. Und falls die jüngere Person ein Arbeitsverhältnis hat... die Quarantäne ist durch eigenes Verschulden ist selbstverständlich eine unbezahlte Freistellung. Wäre ja noch schöner, wenn der Arbeitgeber für die Verfehlung zahlen müsste!
    Das ist nur ein Beispiel dafür, wie wenig Disziplin und Rücksichtnahme verbreitet sind und blanker Egoismus ausgeprägt ist. Man muss sich wirklich nicht über die Infektionszahlen wundern.
    Mit einer elektronischen Fußfessel lässt sich die Einhaltung der Quarantäne überprüfen.
    Denken diese Leute eigentlich mal daran, wie überlastet unsere Pflegekräfte angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen sind?

  • 23
    22
    Stefan1
    30.11.2020

    Liebe Freie Presse, sie haben mir mit diesem Artikel den Abend versüßt. Da hat es zwei erwischt auf Einkaufstour. Können sie sich eigentlich vorstellen, wie leicht es ist, eine Einkaufstour nach Tschechien zu machen. Man bekommt vom tschechischen Arbeitskollegen das Auto geliehen, fährt mit diesem Fahrzeug über die Grenze zum shoppen und keiner kontrolliert einen.
    Desweiteren werden doch Qurantänemaßnahmen nicht überprüft, weil das Gesundheitsamt schlichtweg überlastet ist.

  • 35
    12
    Haecker
    30.11.2020

    Und wer überwacht, ob die beiden die häusliche Quarantäne auch einhalten?