Umfrage: Wie halten Erzgebirger in diesem Advent Kontakt zu ihren Lieben?

In diesem Jahr ist vieles anders. Direkte Kontakte sollen auf das Nötige reduziert werden. Treffen in größeren Gruppen sind nicht erlaubt. Wie gehen Erzgebirger mit der Situation um? Und wie machen sie es sich im Advent gemütlich? Georg Dostmann hat sich bei verschiedenen Erzgebirgern umgehört.

Rico Bochmann, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Adorf/Erzgebirge, vermisst die erzgebirgischen Traditionen sowie den Kontakt zu Freunden und Bekannten in diesem Jahr schmerzlich. Umso mehr greift er in diesem Jahr zum Telefon, um den Kontakt bestmöglich aufrecht zu erhalten. Zudem hat er auch sein Haus wieder festlich geschmückt, jedes Jahr kommen ein paar neue Lichter dazu. Er sagt: "Die große Weihnachtspyramide, die mein Urgroßvater 1930 gebaut hat, dreht sich jeden Abend und erinnert mich daran, dass er schon viel schwierigere Zeiten durchlebt hat."

Heike Schreiter, Leiterin von Eltern-Kind-Kursen im Familienzentrum Annaberg-Buchholz, hält im Rahmen der Kontaktbeschränkungen weiterhin persönlichen Kontakt zu ihren engsten Verwandten. Sie sagt: "Wir haben zudem eine alte Tradition wieder zum Leben erweckt und schreiben uns regelmäßig Karten." Außerdem habe sie wieder das gesamte Haus beleuchtet, an jedem Fenster wurde ein Schwibbogen aufgestellt. Bis die Dekoration wieder weggeräumt wird, circa zwei Wochen nach Weihnachten, ist somit für viel Gemütlichkeit gesorgt. "Des Weiteren mache ich auch zusammen mit meinem Mann regelmäßig Abendspaziergänge und genieße die beleuchteten Häuser und Straßen."

Sascha Thamm, Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen, hält ebenfalls über Nachrichtendienste, Anrufe sowie Videotelefonie Kontakt zu seiner Familie. Mit seinem besten Freund trinkt er auch gerne einmal per Videotelefonie ein Bier oder einen Glühwein zusammen, manchmal auch auf der eigenen Terrasse. Er sagt: "Ich habe das Glück, dass ich mit meinen liebsten Menschen, meiner Frau sowie meinen drei Kindern, unter einem Dach lebe und sie somit ständig um mich herum habe." Gemütlich macht er es sich am liebsten mit einem Räucherkerzchen, erzgebirgischem Stollen und Weihnachtsliedern am Kaffeetisch. Außerdem schaut er gerne zusammen mit seinen Kindern Familienfilme an.

Alexander Krauß, Pressesprecher der Gemeinde Jahnsdorf, ist froh darüber, dass seine Oma im Alter von über 80 Jahren WhatsApp nutzt. "Dadurch können wir uns täglich austauschen und bleiben so in Kontakt." Im Rahmen der Kontaktbeschränkungen ist ihm trotzdem auch persönlicher Kontakt wichtig. Um die Weihnachtszeit genießen zu können, macht er es sich am liebsten auf dem Sofa gemütlich, mit einer Tasse Früchtetee, einem guten Spiel auf der PlayStation und seinem Handy im Flugmodus.

Heiko Buschbeck, Geschäftsführer des Lebenshilfewerkes Invitas in Schneeberg, möchte mittels Familienchat und Videokonferenz Kontakt zu seinen Eltern und Kindern, die in Sachsen und Bayern studieren, halten. Er sagt: "Außerdem schicken wir uns ganz klassisch jedes Jahr kleine Päckchen zu." Gemütlich machen sie es sich beim gemeinsamen Backen und Kochen. In diesem Jahr allerdings virtuell in drei verschiedenen Küchen mit gegenseitigem Austausch der Erfolge und der neuesten Ideen per Textnachrichten.

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