Die einen beten fürs Opfer, andere scharen sich um die NPD

Nach dem eskalierten Streit zur Weihnachtsfeier in Aue kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Die Kirche mahnt zur Besonnenheit. Dem Demo-Aufruf eines NPD-Politikers folgen mehr als 2000 Menschen.

Aue-Bad Schlema.

Rund 450 Menschen drängen durchs Portal der Nicolaikirche in Aue, um dem für Samstag kurzfristig angesetzten Friedensgebet zuzuhören. "Die Botschaft des Friedens hat es in diesem Jahr schwer, bei uns anzukommen", sagt Superintendent Dieter Bankmann. "Mit unseren Gebeten wollen wir dazu beitragen, dass Frieden wird und es friedlich bleibt." Er wünscht sich, "dass wir Konflikte klären können". Die Gemeinde sei dankbar, dass der am Heiligabend durch einen Messerstich von einem Asylbewerber lebensgefährlich verletzte, durch eine prompte Notoperation gerettete Gemeindemitarbeiter wieder außer Lebensgefahr sei.

"Aber nunmehr nehmen rechte Politiker die Tat für ihre Ziele in Anspruch", warnt der Superintendent. Er meint die vom NPD-Mann Stefan Hartung angemeldete Kundgebung, die eine Stunde später ab 18 Uhr am Altmarkt nur einen Steinwurf entfernt beginnen soll. Hartung hat einen "Dammbruch", eine "Lawine an Zuspruch" für seine asylfeindliche Demo vorausgesagt. Superintendent Bankmann nennt es "schäbig", dass so das "auf Gemeinwohl bedachte Engagement vieler Menschen verunglimpft" werde. Deshalb habe die Gemeinde nicht, wie Hartung verbreitete, zu einer "Gegendemonstration" aufgerufen, "sondern wir beten hier." Minuten später schallen zu Gitarrenbegleitung kirchliche Lieder aus vielen Kehlen laut durchs Kirchenschiff.

Auf dem Altmarkt sammeln sich derweil Demonstranten, die den Gebeten fürs Wohlergehen des Opfers die Rhetorik des NPD-Manns vorziehen. Gegen 18 Uhr fordert die Polizei vom Veranstalter ein Benennen von weiteren Ordnern, weil die angemeldete Teilnehmerzahl von 1000 überschritten ist. Der Marktplatz ist voll. Laut Veranstalter zählt man 2000 Menschen. Viele buhen die Alternativveranstaltung in der Kirche aus, als Hartung das Friedensgebet erwähnt. Auch auf die AfD kommt er zu sprechen, die schließlich eingeladen gewesen sei, aber die Veranstaltung als eine Art Honigtopf des Verfassungsschutzes diffamiert habe. "Ich teile mit, dass ich keinen Kontakt zum Verfassungsschutz habe", versichert der NPD-Mann und wird dafür bejubelt. Seine Rede, bei der er zunächst betont, nicht generell gegen Asyl, sondern nur gegen Asylmissbrauch aufzutreten, bewegt die Massen vor der Bühne dennoch zielgerichtet zu einem pauschalen Sprechchor: "Abschieben! Abschieben! Abschieben!"

Anders als die AfD nutzt die rechtsextreme Wählervereinigung Pro Chemnitz die Chance, mit in Aue aufzutreten. Fraktionschef Martin Kohlmann wirbt um die Gunst der Zuschauer mit einem Verweis auf seinen Schal, der aus der Ferne betrachtet ein FC-Erzgebirge-Fan-Schal sein könnte. Er habe heute extra seinen "Lieblingsschal" angelegt, was er in Chemnitz nicht tue, da das dort nicht so gut ankomme, sagt der rechtsextreme Rechtsanwalt.

In Aue kommt Kohlmanns Bekenntnis, ob es nun stimmt oder nicht, dem Applaus nach zu urteilen, gut an. Kohlmann bemüht Bibelstellen aus dem Alten Testament, die eine Rechtfertigung für Angst und Aussonderung des Fremden liefern sollen. Und er geht auf die vom Superintendenten Dieter Bankmann ausgeschlagene Einladung Hartungs ein, auf dem Marktplatz selbst das Wort zu ergreifen. Der Kirchenvertreter hatte dem NPD-Mann Hartung in seiner Antwort vielmehr nahegelegt, bei Bedarf bei ihm zu einem seelsorgerischen Gespräch vorzusprechen. Gegenüber der "Freien Presse" bekannte der Superintendent, sich in der aufgeladenen Atmosphäre der Demonstration und angesichts der "Gerissenheit" des Einladers der Situation "nicht gewachsen" gefühlt zu haben.

Bei den gemeinsam fürs Wohlergehen des verletzten Gemeindemitarbeiters betenden Gemeindemitgliedern in der Kirche fühlt er sich besser. Dort erteilt Bankmann einem Verwandten des Opfers Mike W. das Wort. Er sei gerade aus der Klinik gekommen, wo Mike W. inzwischen wieder von der Intensiv- auf eine normale Station verlegt wurde, berichtet der Mann. Das Opfer selbst habe keinen Hass in sich.
Nacheinander ergreifen mehrere Redner in der Kirche das Wort. Diejenigen, die vorgäben sich um die Angst der Menschen zu kümmern, missbrauchten vielmehr diese Angst, sagt einer von ihnen. Man vertraue darauf, dass dem Täter oder den Tätern Gerechtigkeit widerfahre. Ein Verdächtiger, ein Syrer, der nach einem Streit zur Geschenkeverteilung am Heiligen Abend im Gemeindezentrum zunächst des Hauses verwiesen worden war, aber mit einer Gruppe arabischer Freunde zurückkam und den Streit so eskalieren ließ, sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Wer den Gemeindemitarbeiter mit dem Messer verletzte, ist noch unklar.

Von diesen Entwicklungen, von den guten Wünschen der Gemeinde für die Verletzten und von ihren sehr wohl auch auf die Ahndung des Verbrechens gerichteten Gedanken hören die Demonstranten auf dem Marktplatz indes nichts. Immerhin wurde die Eingangsbitte des Superintendenten erhört. Laut Polizei verliefen beide Veranstaltungen bis zum Abschluss friedlich.

29Kommentare
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  • 2
    3
    Interessierte
    31.12.2019

    Beten ist sehr gut , beten hilft immer ....

  • 25
    4
    Malleo
    30.12.2019

    Darf es ein weiterer Versuch sein?
    So einfach ist das in der Zusammenfassung.
    Die Weihnachtsbotschaft ist sehr wohl bei den Menschen angekommen, wenn da nicht einer der wenigen „Einzelfälle“ das friedliche Miteinander gestört hätte!
    Ein Schutzbedürftiger löst mit altbewährten Mitteln seines Kulturkreises einen Konflikt und sticht einen Moderator(!) mit einem Messer nieder.
    Menschen, die der Verständnis- und Betroffenheitskultur sehr affin sind, strömen zum Friedensgebet in die Kirche, während 2000 Menschen sich auf dem Markt „zusammenrotten“ und sich um die NPD „scharen“, haben sie doch nur auf einen Einzelfall gewartet, um ihn gegen eine desaströse Asylpolitik zu instrumentalisieren.
    Das ist natürlich „schäbig“, wäre es doch viel besser, in Demut auf den nächsten Angriff zu warten, Herr Bankmann?
    Leider ersetzt auch kein noch so inbrünstiger religiöser Eifer das Erkennen der Realität!
    Und die heißt, das Problem der offenen Gesellschaft ist der Umgang mit ihren Feinden!
    Deshalb thematisieren die Nichtkirchgänger die Hintergründe für diese wiederkehrenden Einzelfälle, ausgeübt von sogenannten „Schutzbedürftigen- eine durch und durch desaströse Migrationspolitik, die mit Repräsentationslücken im Umgang mit kriminellen Asylbewerbern ergänzt wird.
    Die Wünsche hört man gern, dass dem Täter oder den Tätern Gerechtigkeit (mit kulturellen Rabatten?) widerfahren möge.
    Das ist gut aber hinterlässt keine Signalwirkung für seine arabischen Freunde.
    Diese kann nur heißen: „push back“ in den Kulturkreis der Herkunftsländer!

  • 24
    3
    2PLUTO6
    30.12.2019

    Und was mich noch als "Bürger der Mitte", ganz brennend interessiert, warum meldet sich eigentlich eine Bundeskanzlerin "Frau Merkel" nicht ein einziges Mal zu den geschehenen Untaten des laufenden Jahres, im Zusammenhang mit Migranten öffentlich zu Wort?
    Getraut sich niemand mehr von den Medien, diese Fragen in einem Interview zu stellen, oder würden die Antworten immer die selben eintönigen Floskeln sein?
    Oder habe ich da was verpasst?

  • 29
    5
    2PLUTO6
    30.12.2019

    Und "glaubt" die Kirche nun wirklich, oder die da zu "Friedensgebet" gehen, daß die bestehenden Konflikte dadurch gelöst werden können, ich "glaube" nicht!

  • 29
    6
    Steuerzahler
    30.12.2019

    Volltreffer, Christian! Die Situation sehr gut beschrieben! Für die z. Z. „Heimatlosen“ und ignorierten Mitbürger ist in den letzten Jahren nur die allgemeine Beschimpfung als Nazi übrig geblieben, um in der Politik und bei deren Anhängern ungestört die eigene Linie durchzuziehen. Wer den Schaden hat, braucht eben für den Spott nicht zu sorgen.

  • 27
    2
    OlafF
    30.12.2019

    Guter Beitrag @Christian, den kann ich guten Gewissens mit unterschreiben. Für viele gibt es zur Zeit keine Plattform und sie wenden sich denen zu , welche ihnen ihrer Meinung nach ihrer Empörung Ausdruck verleihen.Wie lange währt die Halbwertszeit einer solch pragmatischen Mitte, jenseits ideologischer Schranken, Herkunft und Religion ? Sie würde auf dem Scheiterhaufen der Hypermoral geopfert in der Mitte reißen und nach beiden Seiten auseinanderbrechen. Vielleicht gehen die Zeiten der Parteien langsam ihrem Ende entgegen und Bürgerbewegungen müssen wieder entstehen.

  • 23
    5
    Lesemuffel
    30.12.2019

    @christian Genau die Sache fast auf den Punkt gebracht. Mein Beitrag war noch punktgenau, dem Admin war das offensichtlich zuviel der freien Meinungsäußerung.
    Ihnen weiterhin die klare Sicht und guten Rutsch!

  • 36
    8
    Christian1984
    30.12.2019

    Die Überschrift des Artikels trifft es recht gut: "Die einen beten fürs Opfer, andere scharen sich um die NPD"
    Warum aber nehmen die Menschen gemeinsam mit der NPD an einer Demo teil? Die wenigsten Teilnehmer sind Rechtsextreme, auch wenn gern mal das Gegenteil behauptet wird. Also warum gehen normale Bürger neben der NPD und Pro Chemnitz auf eine Demo?
    Antwort: Weil die Botschaft der "anderen Seite" lautet, auch noch die andere Wange hinzuhalten. Und das kann nicht die Lösung sein!
    NPD und Pro Chemnitz stoßen in die Lücke, welche das schulterzuckende Nichtstun der regierenden Parteien hinterlassen hat. Der Bürger wird vor die Wahl gestellt, die entsprechende Gewaltkriminalität weiter zu ertragen oder seinen Unwillen gegenüber der vorherrschenden Migrationspolitik und den daraus entstehenden Problemen radikal auszudrücken. Eine praktikable Lösung, welche die vorhandenen Probleme effektiv angeht, wird von der Politik schlicht und ergreifend nicht angeboten. Das Ergebnis konnte man nun auf dem Altmarkt in Aue beobachten.

  • 21
    10
    Malleo
    30.12.2019

    Quatschkopf
    Sie wissen, was Faschismus ist aber vor allem, was hat das mit dem erneuten "Einzelfall" zu tun?
    Und den "kleinen" Leuten"?
    Diese Tat wurde von einem "Schutzbedürftigen" begangen!
    distel und andere beten und erwarten, dass sich dadurch etwas ändert.
    Andere rotten sich zusammen oder scharen sich um die NPD.
    Man bemerke die feinen Sprachunterschiede des Verfassers.
    Salbungsvolle Verständniskultur.
    Ich würde von jenen gern einmal hören, was wohl passiert, wenn Vergleichbares in den Emiraten geschehen würde?
    distel, wissen Sie es?

  • 23
    7
    MisterS
    30.12.2019

    Guten Morgen, ich hätte im alten Jahr noch einen Vorschlag. Vielleicht kann ihn die Onlineredaktion umsetzen. Ich würde mir einen dritten Daumen zum Bewerten der Beiträge wünschen. Einen, der zeigt, das man einiges im Kommentar gut und einiges weniger gut findet. Es würde auch zeigen, das vieles nicht nur schwarz weiß ist und es auch viele Zwischentöne gibt. Bei dem Kommentar von Quatschkopf würde ich diesen Daumen zum Beispiel gern vergeben. Vieles an seinem Beitrag ist sehr gut erkannt, manches, zum Beispiel die Ursachen dieser Gewalt nicht ganz zu Ende gedacht. Ich wünsche allen Kommentatoren hier einen guten Rutsch und viele interessante Diskussionen. Immer daran denken, es sind nur Meinungsäußerungen, man kennt den Menschen nicht der dahinter steht und auf welche Weise er zu seinen Erkenntnissen gekommen ist. Damit meine ich auch, das man die Menschen für abweichende Meinungen vom rot grünen Zeitgeist immer gleich als Nazis bezeichnet. Eine weitreichende Unsitte, die die wirklichen Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost. Für die meisten Menschen ist es eine Beleidigung so bezeichnet zu werden und 75 Jahre nach diesem System auch ein bisschen weit her geholt.

  • 26
    15
    quatschkopf
    30.12.2019

    Ich frage mich was einige von der Politik und der Polizei erwarten? Das man vorher schon weiß wer wann welches Verbrechen begeht? Das noch am Abend der Tat der Täter fest steht, verhaftet und auf dem Markt zum bespucken angekettet steht?

    Wem nützt es eigendlich wenn wir uns gegenseitig schon fast die Köpfe einschlagen, wenn sich kleine Leute gehen andere kleine Leute hetzen lassen? Denkt ihr echt die afd Politiker oder noch rechtere würden irgendwas besser machen? Macht und Geld verändert Menschen. Wenn dann noch der Faschismus dazu kommt GUTE NACHT! Ist erst das eine Feinbild beseitigt kommt das nächste dran. Jeder ist dann das nächste potentielle Opfer der nicht völlig angepasst ist. Das npd und Konsorten so viele versammeln können zeigt nur das überhaupt nicht wissen was Faschismus ist.

    Lasst euch nicht gegeneinander aufhetzen. Die kleinen Leute, die Armen, die Ausgegrenzten, die Hartz4er, die Flaschensammler, die Arbeiter, die Flüchtlinge, die Niedriglohnarbeiter eben die einfachen Leute egal welcher Nationalität müssen zusammenhalten und sich nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. Das Geld hat uns in den letzten 30 Jahren schon genug auseinander gebracht. Viele beklagen sich das der menschliche Zusammenhalt in der ddr besser und größer war. Schon mal dran gedacht dass es am Geld liegen könnte? Am Kapitalismus? Am Egoismus?

    Mal diese Hetzzeitung mit den 4 großen Buchstaben nicht mehr lesen, mal nicht auf jedes Gerücht anspringen und bevor man Kommentare im Netz schreibt mal 1 bis 2 Nächte drüber schlafen würde dieser hitzköpfigen Gesellschaft gut tun.
    Von links über die Mitte bis nach rechts.

    Gut dass es den Gottesdienst gab und das dort besonnene Worte gefunden wurden.

  • 26
    41
    Distelblüte
    29.12.2019

    Ich war gestern beim Friedensgebet dabei. Die Kirche war voll.
    Zwischen den Liedern und der Gebetsgemeinschaft kamen immer wieder Menschen zu Wort, die Augenzeugen des Angriffs waren. Wir alle haben für sie und die vier Verletzten gebetet, um vollständige Genesung, und dass sie, ihre Freunde und Familien sowie auch die anderen Gäste den erlebten Schrecken verarbeiten können.
    Es ging darum, füreinander da zu sein, einander zu helfen. Es ging auch um Wertschätzung für die seit vielen Jahren erfolgte Arbeit mit Menschen am Rande der deutschen Gesellschaft.
    Worum es nicht ging: pauschal Fremde zu verurteilen, Ängste zu befördern, Vorurteile zu schüren., oder als falscher Prophet Bibelverse zu verbiegen, von denen die absolute Mehrheit auf dem Marktplatz noch nie gehört hat.
    Es muss ein innerer Vorbeimarsch für Hartung, Kohlmann und Co gewesen sein, als der schreckliche Angriff passierte. Und wie sich zeigt, bekamen die Wölfe zuverlässig Futter, das freiwillig zu ihnen kam.

  • 28
    9
    Einspruch
    29.12.2019

    Manche üben sich auch in Ignoranz gegenüber Kriminellen unter den Gästen. Die häufige Zweckentfremdung von Messern wurde sich hier sicher nicht abgeschaut.
    Solche Behauptungen sind eindeutig falsch und dem Weltbild geschuldet.

  • 32
    12
    KTreppil
    29.12.2019

    Man sollte bei allem Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Hätte es nicht leider mal wieder einen Vorfall an Heiligabend gegeben, stünden nicht soviele auf einer NPD Demo. Es ist oftmals die Wut und Fassungslosigkeit, dass es mal wieder einen Einzelfall gab. Die Ohnmacht, eigentlich nirgends, nicht mal in kirchlichen Einrichtungen vor Messern sicher zu sein und die Sprach- und Tatenlosigkeit unserer Regierung diesbezüglich, die die Leute zu solchen Veranstaltungen gehen lässt.
    Instrumentalisiert wird von allen Seiten, "Wem die Jacke passt, der zieht sie sich an".
    Ich bin froh, dass es am Samstag friedlich blieb, es kein zweites Chemnitz wurde. So bleibt Aue hoffendlich auch Feine Sahne Fischfilet erspart.
    Auch bin ich auf die weiteren Ermittlungen gespannt. Für mich ist schwer
    nachzuvollziehen, dass der Festgenommene nicht weiß, mit welchen Leuten er da wieder eingerückt ist. Da es sich ja sicher um eine psychische Ausnahmesituation handelte, wäre es ein Signal zur Versöhnung und Dankbarkeit, sachdienliche Hinweise zu geben.

  • 30
    17
    Malleo
    29.12.2019

    DS91
    Sie können doch ein Konzert mit FSF als Gegenveranstaltung organisieren!

  • 21
    26
    DTRFC2005
    29.12.2019

    Die Liveschaltung habe ich mir auch angeschaut und kann leider immer noch nicht nachvollziehen, warum die Leute dort immer und immer wieder Unterschiede zwischen den Tätergruppen machen. Ich würde soweit gehen, zu sagen, sie lassen sich bewusst oder unbewusst für die Zwecke andere vor den Karren spannen. Mir ist es in persönlichen Gesprächen schon mehr als einmal passiert, das man sich tierisch aufgeregt hat, das der Täter ein Ausländer sei, wie schlimm das doch alles ist, das Fremde im Land sind usw. Fragt man aber gezielt nach, ist das Bild bei vielen doch etwas anders. Man findet es ja ebenso furchtbar, das es auch deutsche Täter gibt und die viel zu lasch abgestraft werden und sehr interessant eine Antwort, die neu zugereisten sich das wohl abgeschaut hätten? - da fand ich auch so schnell keine Worte. Nach weitern Fragen, kam dann eine sehr interessante Antwort. Zitat: " Wenn ich zugebe, das ich Fremde gar nicht schlimm finde und bei deutschen palavern würde, dann is vielleicht was los, sag ich Ihnen. Die nehmen mich auseinander." ( Quelle darf nicht genannt werden, Patienten - Datenschutz).Man hat ja so seine Meinung, aber so richtig äußern geht dann doch nicht, also geht man den Weg des geringsten Widerstandes, um bei einem Umsturz nicht Gefahr zu laufen auch auf der Abschussliste zu stehen.Hm, das gibt einem schon zu denken und es ist verdammt schwierig, da neutral zu agieren. Für meine Begriffe sind es die Menschen, die sich gegenseitig auseinanderdividieren und dirigieren lassen. Seinen Verstand sollte man doch selbst einschalten können und belegbare Fakten als die Wahrheit sehen. Z.B mag der Ausländeranteil für den ein oder anderen gefühlt höher sein, die Realität sagt aber etwas anderes. - Kommentar von GGR.

  • 31
    44
    DS91
    29.12.2019

    2000 Menschen laufen schön treudoof der NPD hinterher.
    Nix gelernt! Man sollte sich schon einmal informieren wer was organisiert.

  • 47
    22
    Lesemuffel
    29.12.2019

    Sei es wie es sei, kein Widerspruch zu meinem Thread, Distelblüte. Das Erzgebirge können Sie und andere politisch nicht "klinisch rein" machen. Gesellschaften sind so. Die Deutschen selbst scheuen sich doch auch nicht, in Ländern Urlaub zu machen, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Dass sich immerhin 2000 Leute noch nicht in die totale Gleichgültigkeit haben säuseln lassen, ist kein schlechtes Zeichen. Und die Aussenwirkung ist so, dass der Zustrom nach D. weiter ungebrochen ist. Da müssen Sie sich überhaupt keine Sorgen machen. Leider eben keine Fachkräfte, von deren Fehlen man täglich lesen kann. Und verwahrlost sind nicht die Teilnehmer, sondern ganz andere Macher, die, wie der WDR Kinder missbraucht, indem die ein umgedichtetes Kinderlied singen "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau". Guten Rutsch!

  • 59
    8
    franzudo2013
    29.12.2019

    Es sagt viel Gutes über das Erzgebirge aus, wenn Fremde zu Weihnachten eingeladen und beschenkt werden. Wenn sich die Gäste nicht benehmen können, sagt das etwas über die Gäste aus, nicht über den Gastgeber.

  • 41
    44
    Distelblüte
    29.12.2019

    @Lesemuffel: Widerspruch. Angemeldet wurde die Demo von Hartung, NPD. Mitredner war der rechtsextreme Kohlmann von Pro Chemnitz. Mit deutlich sichtbaren Transparenten, die vom Rassenkrieg gegen Deutsche sprachen, trat auch der III. Irrweg aus Plauen auf. Wie soll ich die Demogäste nennen, die Rechtsextremen zujubeln? Nazi möchte keiner genannt werden.
    Wenn das typisch für das Erzgebirge sein soll, dann bin ich definitiv kein Erzgebirger.
    Dafür fehlt es mir an Ignoranz gegenüber rechten Parolen.

  • 41
    14
    GGR
    29.12.2019

    Ich habe mir einmal den kompletten Mitschnitt der beiden Reden angesehen, um mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

    Ich habe einen rhetorisch recht limitierten ersten Redner gehört, der sich darüber lustig macht, dass sein Name falsch geschrieben wird, selbst aber das Wort „Superintendent“ nicht richtig aussprechen kann. Kein guter Stil. Es wurde eine persönlich an ihn gerichtete Email laut verlesen (vorher hieß es „Wir legen hier Wert auf Anstand“), um sich gemeinsam mit dem Publikum darüber lustig zu machen. Billig. Sonst die immer wiederkehrenden Inhalte (Verfassungsschutz = Stasi, an den explodierenden Sozialausgaben sind die Ausländer Schuld, 99% der Asylsuchenden haben gar keinen Anspruch und in Duisburg-Marxloh ist die Polizei machtlos). Dazu die absurde Mär von der Überfremdung in Aue: „Man sieht kaum noch einen Deutschen auf der Straße.“ Wahrscheinlich sind die Daten des Landratsamts gefälscht (zuletzt 0,56% Asylbewerber oder 1,9% Ausländer im Erzgebirgskreis). Insgesamt also nichts Neues, aber wohl das, was das Publikum gerne hört.

    Der zweite Redner hat den Versuch unternommen, sich von theologischer Seite zu nähern. Man hat dem Publikum förmlich angemerkt, dass es viele seiner Argumente gar nicht verstehen konnte. Er warf dem Auer Superintendenten nebenbei vor, dass er an dem Vorfall im Pfarrhaus selbst Schuld sei, weil er in seinen Predigten nur einen Bruchteil der Bibel zum Thema mache und solche Stellen auslasse, die sich gegen Nichtchristen richten. Als Beispiel führte er einen Vers aus 2 Joh 1 an: „So jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmet nicht ins Haus“. Wenn man bedenkt, dass drei Viertel aller Sachsen gar keiner Kirche angehören, würde es schnell ziemlich leer im Abendland.

    Mich sprechen derartige Inhalte nicht an, ich nehme aber zur Kenntnis, dass es in jeder Gesellschaft Menschen gibt, die solche Einstellungen teilen. Eine „Bewegung“, wie sie der Initiator der Versammlung vorsieht, befürchte ich nicht.

  • 42
    20
    Lesemuffel
    29.12.2019

    @distel... Das bildet die ganze Gesellschaft ab, das ist weltweit so. Gehört zur Toleranz, zur Weltoffenheit und es ist in einer Demokratie jedem Menschen erlaubt seine eigenen Ansichten zu vertreten. Bisher ging von den 2000 Teilnehmern keine Gefahr aus, zumindest nicht in der Art der Leute, gegen die sich der Protest richtete. Und - es war keine NPD-Veranstaltung. Leider werden die Menschen nicht von den Etablierten Parteien vertreten. So geben sie die Bühne für andere frei. Selbst Schuld.

  • 36
    24
    Tauchsieder
    29.12.2019

    Natürlich nichts "Distel....", es zeigt lediglich einen Ausdruck von normalen Menschenverstand sie "rote Daumensammlerin"!

  • 29
    16
    Malleo
    29.12.2019

    distel...
    Wir leben in Zeiten eines neuen
    "Kulturkampfes"( Welt am Sonntag, Seite 3)

  • 34
    47
    Distelblüte
    29.12.2019

    Was sagt das über die Weltkulturerbe-Region Erzgebirge aus, wenn viele hundert Menschen zu einer NPD-Demo gehen, Banner sehen, auf denen vom Rassenkrieg gegen Deutsche zu lesen ist, Reden lauschen, in denen Verse des Alten Testaments verbogen und umgedeutet werden, und sich nicht daran stören, dass es Rechtsextreme sind, die auf dem Rednerpult stehen und denen sie zujubeln?

  • 39
    20
    Urlaub2020
    29.12.2019

    Es ist schäbig die Gewalt in das Land zu tragen die diese Leute aufgenommen hat.Aber ich vergaß es sind ja nur Einzelfälle.

  • 41
    17
    Lesemuffel
    29.12.2019

    Das Teilnehmerverhältnis zeigt wohl genau das Verhältnis zwischen weiter Hoffen bzw. einfach weiter so, sich alles gefallen lassen und dem Wunsch der Mehrheit, endlich zu handeln.

  • 36
    26
    martindamm
    29.12.2019

    ich freue mich, das das opfer nun außer lebensgefahr ist ABER ...
    wenn ich schon wieder diese beschissenen schwarz-weiß-roten mützen (und deren dummer inhalt) vor dem rednerpult sehe kommt mir die kotze. demonstrieren ja ... aber niemals zur oder mit der npd!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • 39
    2
    OlafF
    28.12.2019

    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg' auch keinem anderen zu. Diese goldene Regel, von welcher @DTRFC2005 bereits durch Seine/Ihre Großmutter erfuhr, sollte eine Handlungsmaxime, ein allgemeingültiges Gesetz sein. Dieses allgemeine Gesetz gilt überall auf der Welt und kommt in allen großen Weltreligionen vor und es kann, vorausgesetzt man lässt sich darauf ein, von allen verstanden werden.
    Aus meinen Erfahrungen heraus, richtet sich oftmals die Gewalt von Migranten gegen Migranten und auch diese Opfer fordern zu recht, den Tätern das Aufenthaltsrecht abzuerkennen. Der lasche Umgang mit den Tätern trifft auf Unverständnis, und weder die Migranten noch die Deutschen können die Tatenlosigkeit der staatlichen Gewalt einordnen. Wenn deutsche Staatsbürger beteiligt sind, egal ob als Täter oder als Opfer ist der Aufschrei sehr groß.

    Kümmert euch auch mal um diejenigen, welche sich um die allgemeinsten Gesetzmäßigkeiten des alltäglichen Zusammenlebens bemühen, bevor ihr aus falsch verstandener Humanität immer diejenigen schützt, welche „Großmutters Handlungsmaxime“ täglich verletzen.
    Diese distanzieren sich von den Tätern und wollen sich nicht für deren Handlungen entschuldigen müssen, sondern friedlich miteinander zusammenleben.

    Parallel zu den Vorfällen in Aue: Meldung der FP am 23.12.2019 Volker Holluscha OB von Flöha

    https://www.freiepresse.de/mittelsachsen/floeha/nach-raub-jugendliche-bleiben-in-haft-artikel10688875)

    Der OB sagte an die Adresse der mutmaßlichen Täter, dass sie ihr Gast- und Aufenthaltsrecht in Deutschland verwirkt haben. Er kritisierte aber auch die pauschale Verunglimpfung gegen Polizei, Behörden und Fremde sowie die Verbreitung von Halbwahrheiten im Internet.grit/mbe



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